Die USA-Reisen sind durch den niedrigen Dollarkurs und die reduzierten Flugpreise so günstig wie nie zuvor. Doch gerade jetzt gilt: die Preise genau vergleichen.

Ein Bier für 1,40 Mark, wo kriegen Sie das denn in Deutschland?“ Bei seinem jüngsten Chicago-Trip hat Michael Paluschtzik, Pressesprecher von United Airlines, diesen handfesten Preisvorteil für Bundesbürger in den Vereinigten Staaten ausgemacht. Der Dollar steckt im Keller, und für die rund 1,6 Millionen deutschen USA-Besucher, die das Amerikanische Fremdenverkehrsamt (USTTA) in Frankfurt in diesem Jahr erwartet, ist das Leben und Einkaufen zwischen New York und San Francisco billiger denn je.

Rund 570 Mark spart der „durchschnittliche“ deutsche Reisende derzeit bei einem dreiwöchigen Urlaub (beim aktuellen Dollarkurs von unter 1,50 Mark) im Vergleich zu 1991, hat Eva Kiebach vom USTTA hochgerechnet. Während sich der Preisvorteil beim Shopping oder bei Restaurant-Besuchen sofort zeigt, wirkt sich der günstige Wechselkurs bei organisierten Reisen nicht unmittelbar aus. Der Spezialveranstalter Interair Voss-Reisen, der sämtliche Preise für USA-Reisen im neuen Katalog um zehn Prozent senkt, ist eine Ausnahme. Prognosen, wonach durch den Dollartiefstand sämtliche Winterkataloge Makulatur seien, erwiesen sich als voreilig. Von Preisstürzen, meint Rolf Nieländer, Sprecher des größten europäischen Nordamerika-Anbieters, des Deutschen Reisebüros (DER), könne keine Rede sein. Schließlich hätten sich die Katalogpreise bereits in den vergangenen Jahren deutlich nach unten bewegt. Auch Barbara Solbach, Pressesprecherin von Meier’s Weltreisen, bestätigt: „Bei uns tut sich da jetzt nichts.“ Die Arrangements für die laufende Wintersaison seien bereits vor dem jüngsten Dollarsturz eingekauft worden. Während demnach mit Ausnahme von einzelnen Schnäppchen bei den Pauschalreisen die Preise zur Zeit nicht deutlich nach unten gehen, stellen die Veranstalter mögliche Preisreduzierungen für die Sommerkataloge 1993 in Aussicht.

Die Flugpreise allerdings sind wegen des erbitterten Konkurrenzkampfs der Fluggesellschaften über dem Nordatlantik in Bewegung geraten. Bei Linienflügen nach New York sind sie in diesem Jahr um 8,5 Prozent gefallen. Sie variieren jedoch stark – je nach Umsteigebedingungen, Abflug- und Zielort. Die offiziellen Tarife liegen von Mitte Oktober an für einen Flug von Frankfurt nach New York beispielsweise mit Lufthansa (LH), American Airlines (AA), Continental Airlines durchweg bei 999 Mark. Icelandair bietet den Flug nach New York von Luxemburg aus in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. März bereits für 599 Mark an. Orlando kann mit Icelandair für 1099 Mark, Miami mit AA und LH für 1299 Mark erreicht werden.

Gut hundert Mark unter den offiziellen Preisen liegen die sogenannten Graumarkt-Tickets, die von vielen Reisebüros angeboten werden. 899 Mark sind für einen Direktflug mit Lufthansa von Frankfurt nach New York und 999 Mark für einen Flug über London nach Miami mit United Airlines zu zahlen.

Verbessert hat sich inzwischen die Absicherung der Kunden, die bei den zwei unter Konkursrecht fliegenden US-Airlines buchen. Während der Deutsche Reisebüro-Verband (DRV) bislang zur Vorsicht mahnte, zeichnet sich jetzt Entspannung ab. Trans World Airlines (TWA) hat – wie zuvor Continental Airlines – angekündigt, für den europäischen Markt eine Art Ricklage zu bilden. Damit soll garantiert werden, daß die Kunden bei einem möglichen Aus für die Fluggesellschaft ihr Geld für die Tickets wieder zurückerhalten. Der DRV prüft gegenwärtig diese Zusage von TWA.

Ausgesprochen günstig sind inzwischen auch die Leihwagen in den USA. Wer über den Nordamerika-Spezialisten Nova-Reisen in Florida einen Wagen bucht, zahlt für eine Woche einschließlich Vollkasko nur noch 153 Mark. In der Regel ist es also auch jetzt noch preiswerter, den Wagen bereits bei einem Veranstalter in Deutschland zu bestellen. Da diese Unternehmen große Kontingente einkaufen, erhalten sie Sonderkonditionen, die auch der günstige Dollarkurs nicht wettmachen kann.