Schnüffler im Meer

Einen Detektor für Methan im Meerwasser hat das Forschungszentrum Geesthacht (GKSS) entwickelt. Die vier Meter lange Riesennase namens Medusa erschnüffelt noch wenige milliardstel Gramm des Gases pro Liter Wasser. Um diese Genauigkeit zu erreichen, entgast die Anlage sechs Liter Flüssigkeit und mißt den Methangehalt des Gases dann mit einem Laser, dessen Licht die Gase unterschiedlich absorbieren. Medusa – die Abkürzung steht für MEthane Detection for Under-Sea Applications – wird von einem Schiff aus ferngesteuert. Das Gerät spürt zum Beispiel natürliche Methanquellen am Meeresgrund auf. Neben Erdgas-Prospektoren können aber auch Klimaforscher das Gerät nutzen. Die interessieren sich nämlich dafür, welche Mengen des Treibhausgases die Ozeane an die Atmosphäre abgibt. Auch Lecks in Erdgasleitungen kann Medusa bis in eine Tiefe von 300 Metern registrieren.

Natürlicher Energieluxus

Während die meisten Systeme in der Natur Kreislaufprozesse anstreben, stellt der Mesquite-Baum in der chilenischen Atacama-Wüste (von Botanikern Prosopis genannt) ein offenes System dar (Nature, Band 359, Seite 316). Statt aus seinen abgeworfenen Blättern Stickstoff wiederzugewinnen, beschafft er sich das Element mit deutlich höherem Energieaufwand aus anderen Quellen. Seine bis zum Boden reichenden Äste verhindern, daß der Wind das Laub wegweht; die Blätter häufen sich bis zu 45 Zentimeter hoch, und die unterste Schicht erreicht ein Alter von mehr als vierzig Jahren. Dennoch nutzt das Gehölz den Abfall nicht als Ressource: Da es in der Atacama-Wüste fast nie regnet, fehlt das Wasser, um einen Verrottungsprozeß auszulösen, mit dem der im organischen Material enthaltene Stickstoff zurückgewonnen werden könnte. Neben seinen bis zu zwölf Meter tiefen Wurzeln, die das Grundwasser anzapfen, bildet der Mesquite-Baum daher ein zweites Wurzelsystem aus, das sich bis zwei Meter unter der salzverkrusteten Oberfläche ausbreitet. Mit ihm fixiert Prosopis den nährenden Stickstoff.