Der Kommunismus ist tot, der Kapitalismus hat gesiegt. Doch den Siegern ist nicht nach Feiern zumute. Es scheint, als werde erst jetzt, da sie nicht mehr durch die Ost-West-Konfrontation verschleiert wird, die wahre Dimension der ungelösten Menschheitsprobleme deutlich: Hunger, Umweltkrise, Ressourcenverschwendung,

Überbevölkerung. Kann der Westen den postkommunistischen Ländern bei der Transformation ihrer Wirtschaft beistehen? Wie sind die Sozialsysteme der entwickelten Welt angesichts ausufernder Kosten zu bewahren? Ist eine für alle akzeptable Ordnung des Welthandels möglich? Wie werden die reichen Nationen mit dem wachsenden Immigrationsdruck fertig?

All dies sind ungeheure Herausforderungen für die theoretische Wirtschaftswissenschaft: eine Zeit der Ökonomen – für die ZEIT ein Anlaß, in einer Serie den Fundus ökonomischen Wissens neu zu sichten. „Die Volkswirtschaftslehre macht es sich zu leicht und ihre Aufgabe wertlos, wenn sie uns in stürmischen Zeiten nur sagen kann, daß der Ozean wieder ruhig wird, wenn der Sturm vorüber ist.“ Dies schrieb John Maynard Keynes in den zwanziger Jahren, die ähnlich stürmisch waren, wie die neunziger zu werden versprechen. Welche Lehrbuchsätze müssen heute aufgegeben werden, welche Ideen erscheinen in verändertem Licht? Welche Ökonomen sind neu zu entdecken, welche sind durch die Ereignisse widerlegt worden? Die Serie soll die Klassiker der Nationalökonomie vorstellen, aber auch unbeachtete Außenseiter; Marktwirtschaftler, aber auch Sozialisten, orthodoxe Wirtschaftswissenschaftler, aber auch Denker anderer Fachrichtungen, die die Ökonomie beeinflußt haben, pp