• DIE ZEIT: Jahrgang 1992

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1992/02

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    • So viel Anfang war nie

      I.Vierzig Jahre lang vollzog sich Geschichte mit der quälenden Langsamkeit geologischer Vorgänge. Der Kalte Krieg fror die • europäischen Verhältnisse ein.

  • Ausgabe 1992/03

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    • Alte Rituale, falsche Signale

      Im Jahre zwei der deutschen Einheit sind hohe Tarifabschlüsse fehl am Platze

    • Anmaßung

      Die Achtung elementarer Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit fällt selbst führenden Unionspolitikern noch immer schwer. Da fordert doch der Bundesfinanzminister und CSU-Vorsitzende Theo Waigel allen Ernstes ein „Spitzengespräch“ der Bonner Koalitionsparteien über die Frage der etwaigen Haftentlassung von sieben Terroristen.

  • Ausgabe 1992/04

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    • Zwischen Schwäche und Kraftmeierei

      Amerika im Jammertal: Die Blamage in Japan verhagelt Bush den Start in den Wahlkampf

    • Auf dem Rückzug

      Gerade zwei Wochen ist es her, daß der Bundeskanzler den Deutschen vollmundig eine zu Buche schlagende Friedensdividende versprach.

  • Ausgabe 1992/05

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    • Die Falle des Entweder-Oder

      Es ist absurd. Kaum sind die alten Ketten gesprengt, werden in Eile neue geschmiedet. Kaum sind die scheinbar ewigen Widersacher Kommunismus und Antikommunismus im Orkus verschwunden, da hat man in Deutschland offenbar nichts Dringenderes zu tun, als neue Freund-Feind-Konstruktionen zu errichten.

    • Rat für Rußland

      Der Westen hat wenig Freude an seinem Sieg im Krieg der Systeme. Epochale Aufgaben muß er lösen: das einstige Reich des Bösen in die Weltwirtschaft integrieren, Hungerrevolten und einer Völkerwanderung vorbeugen, eine Atomkatastrophe aus Schlamperei oder Kalkül zu verhindern suchen.

  • Ausgabe 1992/06

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    • Wenn die Welt sich neu ordnet

      Deutschlands Standort: Die Bundesrepublik muß endlich vollwertiges Mitglied der Uno werden

    • Differenz

      Je verwirrender und vielfältiger sich die Stasi-Problematik von Fall zu Fall darstellt, desto plausibler wird die Forderung: differenzieren! Aber zu unterscheiden sind nicht nur die Fälle, sondern auch die Rollen bei der Aufarbeitung der Vergangenheit.

  • Ausgabe 1992/07

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    • Aufgedeckt

      Josef Stalin war überzeugt, Hitler habe sich mit einem U-Boot nach Argentinien abgesetzt. Er irrte sich, doch die Richtung stimmte: Deutsche Nazis und Kollaborateure aus ganz Europa reisten in den ersten Nachkriegsjahren zu Tausenden von Italien nach Südamerika, versehen mit einem Ausweis des Internationalen Roten Kreuzes und versehen mit dem Segen hilfreicher Priester, zuweilen auch alliierter Geheimdienste.

    • Auf kalter Flamme

      Die Schneisen sind geschlagen, die Kameras sind justiert, das Feuer ist angeblasen. Für sechzehn tolle Tage, vom 8. bis zum 23.

  • Ausgabe 1992/08

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    • Das Loch über unseren Häuptern

      Bisher schien das Glück den Ignoranten hold zu sein. Das Ozonloch war weit weg, über Australien, Neuseeland und Südchile – eine abstrakte Bedrohung, ans andere Ende der Welt verdrängt.

    • Auf dem Boden bleiben

      Der amerikanische Vizepräsident Quayle hat am vergangenen Wochenende in München die bis vor wenigen Jahren auch in der Bundesrepublik aktive, seither flügellahm gewordene Schar von SDI-Anhängern neu ermuntert.

  • Ausgabe 1992/09

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    • Schlag für Bush

      Die erste Runde im Kampf um die amerikanische Präsidentschaft endete mit einem Paukenschlag. Wenn auch fast alle Kandidaten die Arme zur Siegergeste streckten, Anlaß zum Triumph hatte nur einer, der republikanische Herausforderer des Präsidenten, der George Bush einen schweren Dämpfer verpaßte.

    • Aus dem Regen in die Traufe?

      Unsere Wirtschaft schrumpft, die Politik lahmt: Der Abschwung führt zur Rezession

  • Ausgabe 1992/10

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    • Im Aktengestrüpp

      Gerade acht Wochen ist das Gesetz alt – und schon möchten es einige Politiker am liebsten in der Luft zerreißen. Erst seit dem Jahresanfang sind die Stasi-Akten in geregelter Weise zugänglich – und schon heißt es da und dort: Weg damit! Unterdessen wird in den Kanzleien bereits an einem schalldichten Maulkorb für Jochen Gauck, den allgegenwärtigen Sonderbeauftragten, gebastelt.

    • Qual der Wahl

      Keine Woche vergeht, in der Israels Ministerpräsident Jitzchak Schamir nicht betont, er werde keinen Fußbreit vom „ewigen jüdischen Vaterland“ weichen.

  • Ausgabe 1992/11

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    • Hasch – und dann?

      Erst Haschisch, dann Heroin? Ginge es nur um die „weichen“ Drogen, so hätten die Lübecker Richter kein allzu großes Aufsehen erregt.

    • Was aufs Dach

      Hat der Münchner Oberbürgermeister Georg Kronawitter nur „bayerisch-barock übertrieben“, oder ist er gar norddeutsch „ausgebüxt“, als er seiner sozialdemokratischen Partei vorwarf, sie trage ihre hehren asylpolitischen Programmsätze wie eine Monstranz vor sich her, ohne Rücksicht auf die Realität? Im zweiten Falle müßte er, ginge es nach dem SPD-Bundesgeschäftsführer Karlheinz Blessing, einem – auf gut bayerisch gesagt – Lüfterl, mit ernsthaften Sanktionen rechnen, denn: „Wer ausbüxt, der kriegt auch was aufs Dach.

  • Ausgabe 1992/12

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    • Mut zum Test

      Da hat der „Weltgeist“ für den so entscheidenden Akt jenes Stückes, das zur Zeit in Südafrika aufgeführt wird, wirklich eine glanzvolle Inszenierung entworfen: Auf weißer und schwarzer Seite zwei gleichwertig souveräne Verhandlungsführer, und das Ganze zu einem Zeitpunkt, der gleich nach dem Zusammenbruch des Kommunismus einfach optimal ist.

    • Wende zum Tod

      Sterben für Deutschland? Das Leben aufgeben für ein anderes Heimatland – aus Protest also nicht nur gegen bestimmte Auswüchse, sondern gegen die Tendenz des Vereinigungsprozesses? Unheilbar gesunden Naturen kann der Selbstmord von Detlef Dalk, eines Reformpolitikers aus dem Kreistag von Bernau, nicht sinnhaft und kaum verständlich erscheinen.

  • Ausgabe 1992/13

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    • Die Uni für alle

      Sind die Bildungsexperten in Wirtschaft und Politik endgültig übergeschnappt? Da bersten die Hochschulen unter dem Druck des Studentenansturms – als Folge eines angeblich minderwertigen Abiturs, das die Massen nicht mehr zu filtern vermag und den Präsidenten des Deutschen Hochschulverbandes zu einer Art nostalgischer Wutattacke verleitete.

    • Saddam mauert weiter

      Der Nervenkrieg eskaliert wieder. Wie nach der Besetzung Kuwaits strapaziert das irakische Regime erneut die Geduld des Weltsicherheitsrates.

  • Ausgabe 1992/14

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    • Vernunft am Kap

      Nachdem der erste große Jubel über den Ausgang des Referendums in Südafrika verklungen ist, wird es Zeit, „Kasse zu machen“.

    • Frankreich ohne Karte und Kompaß

      Ist es nur eine Depression oder schon eine Regression, die Frankreich durchleidet? Die französischen Analytiker streiten sich noch um den Befund und waren sich doch bereits vor den katastrophalen Regionalwahlen vom vergangenen Sonntag einig: Frankreich ist aus den Fugen.

  • Ausgabe 1992/15

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    • Endet Europa am Bosporus?

      Ein „Sturm im Wasserglas“ ist es nicht, was da plötzlich die deutsch-türkischen Beziehungen verwirbelt. Nur im Vordergrund geht der Streit ja darum, ob deutsche Waffen in vertragswidriger Weise gegen die kurdische Bevölkerung in der Osttürkei eingesetzt worden sind.

    • Wichtigtuer

      Ab und an erfahren wir Neues, doch leider nie Genaues, über hochgestellte Wessis, die für die Hauptverwaltung Aufklärung der einstigen DDR gearbeitet haben sollen.

  • Ausgabe 1992/16

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    • Halbherzige Hilfe

      Die ersten Kampfabstimmungen beim neuntägigen Kongreß der russischen Volksdeputierten ließen ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen erwarten.

    • Die Bischöfin

      Die erste Wahl einer Frau in ein Bischofsamt der evangelisch-lutherischen Kirche war überfällig und dennoch überraschend. Bis zuletzt hielten konservative Pastoren dagegen.

  • Ausgabe 1992/17

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    • Ein Traum?

      Finster entschlossen, den Traum – respektive Alptraum – Berlin 2000 wahr zu machen, haben die Herren Diepgen, Daume & Co. von der olympischen Veranstaltungsgesellschaft nun also getan, was sie nicht lassen konnten, und Berlins Hut auch formell in den olympischen Ring geworfen.

    • Stolpe gegen Gauck

      Manfred Stolpe ist ein Mann mit starken Nerven. Abschalten zu können, zählt er zu seinen hervorstechenden Eigenschaften. Er schläft auch jetzt gut, da es von allen Seiten Rücktrittsforderungen hagelt.

  • Ausgabe 1992/18

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    • Kostenspiele

      Olympische Spiele und Weltausstellungen mögen ja manches für sich haben. Wenn der Sport-Lärm verklungen ist, bleibt vieles zurück: Stadien, Schwimmhallen, Untergrundbahnen und Hochstraßen.

    • Geschichte mit Ballast

      Es ist eigentlich ein ganz normaler Vorgang: Israel bittet die Bundesrepublik um finanzielle Unterstützung für die Eingliederung der vielen jüdischen Einwanderer, Bonn prüft das Begehren, hält allenfalls sehr viel niedrigere Beträge als die erbetenen zehn Milliarden Mark für realistisch und schiebt im übrigen die Entscheidung auf die lange Bank, möglichst auf die Zeit nach den israelischen Wahlen im Juni.

  • Ausgabe 1992/19

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    • Keiner kann gewinnen

      Der Weg zur Arbeit ist beschwerlich geworden: Kommt die Bahn? Findet der Stau auf der Einfallstraße kein Ende? Der Briefkasten am Hauseingang bleibt leer.

    • Der Lotse von Bord

      Achtzehn Jahre lang wird Hans-Dietrich Genscher Außenminister der Bundesrepublik gewesen sein, wenn er am 17. Mai das Auswärtige Amt abgibt.

  • Ausgabe 1992/20

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    • Deutschlands Bild verfinstert sich

      Vier Wochen ist es her, daß die Wähler in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg den großen Parteien eine schallende Ohrfeige versetzt haben.

    • Der Markt allein?

      Mit dem Ausbruch von lang aufgestautem Rassenhaß in Los Angeles machte sich der Zorn über die soziale Benachteiligung der Schwarzen Luft.

  • Ausgabe 1992/21

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    • Schande

      Die Politik verurteilt den Planeten. Was sich Regierungsexperten drei Wochen vor der Rio-Konferenz als Kompromisse abringen, läuft auf nichts anderes hinaus als auf einen Vertrag zu Lasten Dritter, zum Schaden der Natur, zur Schande der Spezies Mensch.

    • Sparen ohne Mut und Kraft

      Die Furcht des Auslands vor den übermächtigen vereinten Deutschen ist verflogen. Der ungeliebte Streber von einst, der gern seinen weniger erfolgreichen Partnern ins Gewissen redete, bekommt nun seinerseits Ermahnungen und Tadel zu hören.