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Ausgabe 20/1993

Artikelübersicht
Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.
- Politik
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Serbien leidet unter den Sanktionen. Unter der Drohung einer westlichen Militärintervention hat Präsident Slobodan Milošević seine großserbischen Pläne vorerst aufgegeben
Der Wolf muß Kreide fressen
Miodrag Kostadinović weiß eine Lösung für die Probleme Serbiens im Krieg: „Der König soll wieder auf den Thron.“ Für den Monarchen an der Staatsspitze kämpfte Kostadinović schon als Tschetnik im Zweiten Weltkrieg.
Von Michael Thumann
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Unmut in Montenegro
Geisel des Krieges
Der Anblick der verkommenen Moschee auf der Spasa-Nikolića-Straße täuscht. Niemand hat sie zerstört, sie ist schlicht baufällig.
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Das große Tabu
Die Möglichkeit, daß die Mehrzahl der Dänen am 18. Mai erneut gegen die Maastrichter Verträge stimmt, kommt in amtlichen Überlegungen nicht vor.
Von Klaus-Peter Schmid
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Am 18. Mai stimmen die Dänen zum zweiten Mal über die Maastricht-Verträge ab. Welche Folgen hätte ein erneutes Nein? Ein ZEIT-Gespräch mit Ministerpräsident Poul Nyrup Rasmussen
„Europa kann sich nicht drücken“
Rasmussen: Ich bleibe optimistisch. Denn die Grundlage ist anders als vor einem Jahr. Zudem wissen die Dänen: Große Unsicherheit prägt die Lage in Europa.
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Der Handelstourismus aus dem Osten blüht. Aber die Polen fühlen sich davon weit weniger bedroht als ihre deutschen Nachbarn diesseits der Oder und Neiße
Mal ein Auge zudrücken
Auf Gleis 4 im ostpolnischen Przemysl endet das alte Sowjetreich. Dort ist Endstation für die gewaltige dunkelgrüne Lokomotive mit der endlosen Zahl von Waggons aus Odessa, Kiew und Czernowitz.
Von Helga Hirsch
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Wolfgang Ebert
Kummer-Therapie
Ich bin Dr. Aldo Herzblatt und heiße Sie im Namen unseres Rehabilitationszentrums ‚Sonnenwinkel‘ auf unserer Pressekonferenz willkommen.
- Wirtschaft
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Wirtschaftsstandort: Deutschland bleibt im Industriezeitalter stecken.
Fortschritt fängt im Kopf an
Wenn Berthold Leibinger, Chef von Trumpf, einem Unternehmen des deutschen Werkzeugmaschinenbaus, über den Standort Deutschland redet, gerät er ins Klagen: „Für eine Arbeitsstunde in unserer Fabrik in der Schweiz zahlen wir knapp 78 Prozent dessen, was wir in Stuttgart bezahlen, an unserem Standort Frankreich sind es 68 Prozent, an unserem Standort USA 66 Prozent.
Von Konrad Seitz
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Michal Kalecki war Autodidakt. Der Sozialist nahm Keynes vorweg
Wohlstand durch Nachfrage
Michal Kalecki stammte aus der polnischen Industriestadt Lodz. Im Jahre 1899 als Kind einer verarmten jüdischen Familie geboren, studierte er in Warschau und Danzig Zivilingenieurswesen, mußte die Hochschule aber 1923 kurz vor dem Abschluß wegen Geldmangels verlassen.
Von Amit Bhaduri und Kazimierz Laski
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Frankreich: Der neue Premier greift durch
Kassensturz
Steuerlügen sind offenbar die große Mode der neunziger Jahre. Im Frühjahr 1991 hielt Bundeskanzler Helmut Kohl entgegen allen Versprechen die Hand auf, weil die Einheit teurer kam als geplant.
Von Ludwig Siegele
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China
Ausstieg
Textilfirmen und Sportschuhproduzenten nutzen das Lohngefälle, Pepsi prägt den Geschmack der jungen Generation. Nestlé will jedes Jahr eine neue Fabrik im Wirtschaftswunderland bauen, Konkurrent Unilever weckt die Nachfrage nach Eiscreme und Waschmitteln.
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Telephon-Monopol
Vorstoß
Jetzt wird es ernst. Die EG-Kommission ließ zu Beginn der Woche die nationalen Postminister während ihrer gemeinsamen Sitzung unmißverständlich wissen, daß sie die traditionellen Fernmeldemonopole nun endgültig knacken will.
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Insidergeschäfte: Bonn will die Aufsicht über den Wertpapierhandel verschärfen
Polizei für die Börse
Wer zweifelt, ob es an der Börse immer mit rechten Dingen zugeht, durfte sich in seinem Verdacht bestätigt sehen. Im vergangenen Monat beschloß der Aufsichtsrat der Daimler-Benz AG, den Stuttgarter Konzern mit der Mercedes AG Holding (MAH), die rund ein Viertel seines Kapitals besitzt, zu verschmelzen und jede MAH-Aktie gegen einen Daimler-Anteilschein einzutauschen.
Von Mario Müller
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Bonner Kulisse
Als „kleines Tier in der hohen Politik“ hat der FDP-Bundestagsabgeordnete Carl-Ludwig Thiele einen Erfolg erreicht, über den sich das Niederwild freuen dürfte.
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Wirtschaftsbuch: John Kenneth Galbraith rechnet mit den achtziger Jahren ab
Bittere Bilanz
In seinem nunmehr achtundzwanzigsten Buch charakterisiert John Kenneth Galbraith die wirtschaftspolitische Mentalität in den Vereinigten Staaten und Großbritannien während der achtziger Jahre mit dem von dem Ökonomen John Maynard Keynes stammenden Ausspruch „Langfristig sind wir alle tot“.
Von Klaus Larres
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Straßenverkehr: Der Infarkt rückt näher
Guter Ausweg
Da haben sich einige wohl zu früh gefreut: Die Autobahnvignette, beliebtes Stammtischthema unter deutschen Wagenlenkern, ist noch nicht auf der Müllhalde gelandet.
Von Heinz Blüthmann
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Markt-Report
Kritische Phase
In den Börsensälen wächst wieder einmal die Spannung. Seit Tagen bewegt sich der Deutsche Aktienindex (Dax) leicht oberhalb von 1600, nachdem, er vorher einige Widerstandslinien nach unten durchbrochen hatte.
Von K. W.
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Spekulation: Eine amüsante Lektüre für Einsteiger und Profis
Über Eitelkeit und Gier
Haben Sie sich nicht auch schon oft gefragt, warum Sie gewinnen oder verlieren, sei es beim Kartenspiel oder Pferderennen, bei einer politischen Wette oder an der Börse? Dieser Frage ging der amerikanische Amateurpsychologe und Schriftsteller Fred C.
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Kroatien: Das Land tut sich schwer, seine Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen
Zwischen Lähmung und Chaos
Wirtschaftspolitik auf kroatisch: Die Einführung einer konvertiblen Währung ist beschlossene Sache, schon wird mit einer Münchner Firma über den Druckauftrag verhandelt.
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Rudolf Engen
Die Stunde der Clowns
Immer wenn jemand das Treiben der Politiker in Bonn „Posse“ oder „Zirkus“ oder „Affentheater“ nennt, strahlt Direktionsassistent Dr.
- Wissen
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Keiner weiß, was er kann und wozu er gut ist
Geheimnisvoller Geograph
Was aber, wenn die Partybekanntschaft kein Quantenphysiker ist, sondern Geograph? Das wäre weniger problematisch, schließlich hatte jeder mal Erdkunde in der Schule, mußte drei Nebenflüsse der Weser aufsagen und den höchsten Berg von Frankreich und hatte zu lernen, wo die Apfelsinen wachsen.
Von Walter Schmidt
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Ein Plastikfaß soll die Eiche vor den Winzern retten
Wein oder Wald
Das schlägt dem Faß den Boden aus: Umweltbewußten Winzern will die französische Firma TCBMB jetzt Plastikbehälter verkaufen, in denen Holzstücke für Eichenaroma sorgen.
Von Gero von Randow
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Walkampf
Wie sollen Mensch, Krönung der Schöpfung, und Wal, mächtigste Kreatur der Schöpfung, miteinander auskommen: Kampf oder friedliche Koexistenz? Als guter Mensch gilt, wer die Wale in Frieden läßt, als Frevler, wer sie jagt, als seien sie Heringe oder Sprotten.
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Die SPD zögert: Soll das Parteivolk entscheiden?
Der Stimmen-Test
Für einen Augenblick sah es so aus, als wolle die SPD nach dem Engholm-Schock in sich gehen – und aus sich heraus. Über die Nachfolge des zurückgetretenen Kanzlerkandidaten und Parteivorsitzenden solle per Urwahl entschieden werden.
Von Robert Leicht
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Partner?
Denn unten in der Luxusherberge starren deutsche Besucher leicht gruselnd hinan zur kargen Klause, wo seit vier Jahren ihr Landsmann Helmut Szimkus einsitzt, als Spion beschuldigt, zum Tode verurteilt.
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Energie und Umwelt
Eines der größten Solarenergieprojekte der Welt wird wiederbelebt. Das amerikanische Sonnenkraftwerk in Barstow (Kalifornien), das seit 1988 außer Betrieb ist, erhält vom US-Energieministerium 39 Millionen Dollar und soll damit auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.
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Nichts ändert sich schwerer als Eßgewohnheiten. Besonders, wenn sie schlecht sind
Freudloser Fraß
Wer seinen Blick zur Mittagszeit durch Imbißbuden und Kantinen schweifen läßt, der kann nicht lange zweifeln: Wir sind ein Volk von Schnellessern geworden.
Von Annelies Furtmayr-Schuh
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Die Münsteraner Rieselfelder sind ein Vogelparadies geworden – und damit ein Fall für den Naturschutz
Eine Kloake wird behütet
Wer mit Johannes Melter und Christoph Sudfeldt zwei Stunden lang in den Rieselfeldern nördlich von Münster unterwegs gewesen ist, der träumt in der folgenden Nacht von Bläßrallen, Bruchwasserläufern, Uferschnepfen und Grünschenkeln.
Von Walter Schmidt
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Adios, Amigo
Das wird die Union dem Björn Engholm nie verzeihen. Nicht nur, daß er durch seinen Rücktritt als angreifbarer Gegner ausfällt – zugleich setzte er durch seinen Abschied auch die Rücktrittskandidaten der CDU und der CSU unter moralischen Druck.
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Erforscht und erfunden
Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wer alles Ihre Faxbotschaften lesen kann? Für Datenschutz-Puristen tun sich da wahre Abgründe auf, stehen doch viele Faxgeräte meist an allgemein zugänglichen Orten, zum Beispiel neben einem gemeinsamen Kopiergerät.
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Der Hochschulzugang sei in Deutschland wie in einer Planwirtschaft geregelt – zum Schaden von Leistung und Wettbewerb, schreibt Sachsens Wissenschaftsminister
Das Abitur ist kein Rechtstitel
Wer sich in der gegenwärtigen Hochschuldebatte zu Wort meldet, tut gut daran klarzustellen, daß er nicht meint, jenen archimedischen Punkt gefunden zu haben, von dem aus die Hochschulwelt aus den Angeln gehoben beziehungsweise in ihre Angeln wieder eingehängt werden könnte.
Von Hans Joachim Meyer
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Hellmut Becker, der „Bildungsbecker“, wird 80 Jahre alt. Sein Grundmotiv ist die Aufklärung
Bildung für alle
Für seine Freunde und einen weiten Kreis von Bekannten hat der Name Hellmut Becker einen Klang, als handele es sich um einen Firmen-Begriff: „Hellmutbecker“ – ein Gütezeichen, ein Sammelbegriff wie Universitätsbibliothek oder Naturschutzpark.
Von Marion Gräfin Dönhoff
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Deutschland droht der Niedergang. Doch im Osten wie im Westen will es keiner begreifen:
Die Lage war noch nie so ernst
Wissen eigentlich die Verantwortlichen in der Wirtschaft, in den Gewerkschaften und in der Politik, wie ernst es um dieses Land steht? Im Osten drohen die Folgen eines Arbeitskampfes die Ansätze der mühseligen Erneuerung zunichte zu machen.
Von Wilfried Herz
- DIE ZEIT
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Vor dem Machtwechsel in München: In der CSU tobt der Kampf um das Erbe von Franz Josef Strauß
Sanfte Gewalt, harte Bandagen
Die zögerliche Entschlossenheit, mit der Björn Engholm sich zum politischen Rückzug entschloß, macht Schule. Langes Hin und Her, dann plötzliches Handeln – nach diesem Kieler Muster verfuhr auch der Kanzler, nachdem ihm die Sache mit Günther Krause zu bunt geworden war.
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Stell dir vor, es ist Generationskrieg, und keiner geht hin!
Ein Kampf um Pop
Der Autor dieser Glosse ist (verhältnismäßig) jung, und Jugend verpflichtet. Sie verpflichtet zur Anwaltschaft für alles Junge.
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Wie der Kanzler ein Zukunftsministerium ruiniert
Der nächste, bitte
Es ist gut drei Monate her, daß Heinz Riesenhuber seinen Stuhl räumen mußte, um Matthias Wissmann Platz zu machen. Dem erfahrenen Forschungsminister folgte ein routinierter Berufspolitiker ohne fachliches Profil.
Von Nina Grunenberg
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Wärmepumpen sind nur dann ökologisch sinnvoll, wenn sie Industriewärme veredeln
Umgekehrter Kühlschrank
Anfang der achtziger Jahre waren Wärmepumpen ein begehrter Artikel. Ihre Hersteller erlebten einen regelrechten Boom. Doch in jüngerer Zeit ist der Markt für die Heizanlagen fast völlig zusammengebrochen.
Von Wolfgang Blum
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Im Aspe-Tal in den französischen Pyrenäen streiten Umweltschützer und die Auto-Lobby um ein gewaltiges Straßenbauprojekt
Der Tunnel
Der gigantische Bahnhof im spanischen Canfránc-Estación scheint von einem größenwahnsinnigen Eisenbahn-Fitzcarraldo ersonnen.
Von Rob Kieffer
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Nordatlantikflugverkehr: Kampf um die Vollzahler
Betten und Butler
Die Nordatlantikrouten gehören zu den meistgeflogenen Strecken der Welt. Mehr als zwanzig Airlines werben hier um die Gunst der Reisenden.
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Metallkonflikt: Die Ungereimtheiten im Arbeitgeberlager haben den Kompromiß in der Auseinandersetzung um den Stufenplan im Osten erschwert
Pleiten, Pech und Pannen
Louis R. Hughes, bis vor kurzem Chef der Opel-Werke, versuchte im Mai vorigen Jahres, seine Unternehmerkollegen im hessischen Metall-Arbeitgeberverband mit einem Gleichnis zu überzeugen: „Eva fragte Adam: Liebst du mich? Adam antwortete: Ja.
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Washingtons Pläne für ein gewaltsames Eingreifen in Bosnien scheiterten am Widerstand der Europäer – und an der ungewissen Haltung der Russen
Retter, die keiner ruft
Mit quietschenden Bremsen kam Bill Clintons Bosnien-Expreß am vergangenen Wochenende zum Stillstand. Die Europäer haben ihn gestoppt, wenn nicht – was viele glauben – sogar zum Entgleisen gebracht.
Von Ulrich Schiller
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Worte der Woche
„Wir brauchen jetzt einen neuen Bürgersinn, gelebten Patriotismus, bei dem wir uns auf Tugenden besinnen wie Mut und Verläßlichkeit, Fleiß und Eigenverantwortung, Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft.
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Die deutsche Berufsausbildung wird nur noch im Ausland hochgeschätzt. Sie steckt in einer Krise. Ein Ausweg ist noch nicht in Sicht
Lieber Student als Lehrling?
Nachahmen möchten es nicht nur die Länder Osteuropas. Auch die chinesische Regierung entsandte Experten, um es vor Ort zu studieren, und den neuen US-Präsidenten Bill Clinton inspirierte es zu einer großangelegten Qualifizierungsoffensive.
Von Hans Otto Eglau
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Die Politiker fühlen sich von den Medien verfolgt. Verlieren Journalisten im Jagdfieber ihre Maßstäbe?
Steine aus dem Glashaus
Zurückschlagen möchte das Imperium schon. Aber wie? Darauf hat die kleine Runde der Politiker, die sich bei Helmut Kohl im Kanzleramt versammelte und aus der Wagenburgperspektive über die Medien klagte, noch keine richtige Antwort gefunden.
Von Gunter Hofmann
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Zu Füßen des Wendelstein: Kuren in Bad Feilnbach, bummeln durchs bayerische Voralpenland
Moorschlamm und Buttercremetorte
Hilfreich ist das Sonnenlicht, heilsam die Wärme aus dem Moor! Wen die Hüfte drückt oder der große Zeh schikaniert, dem wird Hilfe und Heilung von den Strahlen der Sonne und dem Glutstrom des Moors beschieden.
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Lehrzeit
Die Wiedervereinigung beschert dem Osten Deutschlands zwar mehr Galerien und Museen, kostet ihn aber Bibliotheken, kommunale Kinos und Kulturhäuser.
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Charmante Stadthotels
Mehr als ein dreiviertel Jahrhundert lang beherbergte die „Villa Victoria“ ein Kinder- und Säuglingsheim. Nach umfangreichen Umbauarbeiten zum Hotel stehen den Gästen zwischen 40 und 110 Quadratmeter große Suiten zur Wahl.
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Zeitspiegel
Die Symptome mehren sich, und zwar europaweit: Zuerst ein deutscher Minister, der seine Stadtwohnung im teuren Berlin aufgab, um sich in Börgerende niederzulassen.
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Die Altbaulust der Bürokraten: In Berlin ließ sich das Abgeordnetenhaus den Preußischen Landtag herrichten – in München zog es die Bayerische Staatskanzlei neben die Armeemuseumskuppel
Ruhmeshalle und Luxushotel
Erhitzt vom Feuer in der Wiener Hofburg und im Schlosse Windsor, hat die kesse Pseudonyme „Dorothea Parker“ in der Zeitschrift Baumeister die Münchner Staatskanzlei schon brennen sehen, lichterloh.
Von Manfred Sack
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Rußlands Außenminister Andrej Kosyrew wendet sich gegen die Kriegspartei – in Serbien wie zu Hause
„Sie hassen meine Außenpolitik“
Es kann einer der geborene Diplomat sein und muß das doch nicht zu seiner größten Tugend machen. Andrej Wladimirowitsch Kosyrew, zur Welt gekommen 1951 in Brüssel, wo der Vater einen diplomatischen Auftrag versah, ist so einer.
Von Christian Schmidt-Häuer
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Nord und Süd streiten über die Menschenrechte: Die einen reden über Folter, die anderen über soziale Not
Reiche Engel und arme Teufel?
Welche Illusion! Als 1989 in Europa die Freiheit ausbrach, da wähnte in Genf ein einsamer UN-Beamter die Welt reif für seinen Traum: Nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes beginne nun das Zeitalter der Menschenrechte; ein großes Konklave – das empfahl er der Generalversammlung der Vereinten Nationen – solle alle Staaten auf einen Feldzug gegen Folter und Tyrannei einschwören.
Von Christian Wernicke
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Asphaltgebet
Eigentlich hatte ich mir den Anfang meiner Radtour nach Santiago de Compostela auch ganz anders gedacht: über schmale, ruhige Straßen und Wege, auf denen es nach Grün, gepflügter Erde, nach Pilzen duftet.
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Im Kanu durch den kanadischen Algonquin Nationalpark
Zu neuen Ufern
Im Märchenbuch hocken sie mit vier breiten Füßen auf Seerosenblättern. Man sagt, Märchen lügen nicht – doch der Algonquin-Park im kanadischen Ontario offenbart: Froschkönigs Illustratoren müssen Stadtpflanzen gewesen sein.
Von Kerstin Hendess
- Gesellschaft
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Windelweich
Die Angebote der Reiseindustrie scheinen schier unerschöpflich: Hobby-Abenteurer können pauschal den letzten unbekannten Indianerstamm aufstöbern, Bildungshungrige in ausgetüftelten Studienreisen ihr Allgemeinwissen auf Humboldtsches Niveau hieven.
Von Bernd Loppow
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Neues Dach für Sir Soane
Auch Karl Friedrich Schinkel, der sich im Sommer 1826 an der Themse aufhielt, hat diese Londoner Sehenswürdigkeit nicht versäumt: das Wohnhaus von John Soane, einem der bedeutendsten Architekten Englands.
Von Peter Betthausen
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Manager und Märkte
Zeitungsmarkt: Spektakel in Großbritannien AMB: Vorstoß der Deutschen Reklame: Überraschender Boom in der Werbewirtschaft
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Die Blockpartei
Am 13. September 1990 geschieht das Ungeheuerliche. Die einfachen Mitglieder der Christlich Demokratischen Union Deutschlands, Kreisverband Hamburg-Altona, dürfen ihren Kandidaten für den Bundestag selbst bestimmen.
Von Thomas Kleine-Brockhoff und Dirk Kurbjuweit
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Hamburger Neuwahlen kosten Millionen. Die CDU ist schuld. Der Bürger zahlt
Rathaus kieloben
Im Ortsverein der CDU Hamburg-Ochsenzoll herrscht tiefer Friede. Neun Menschen, sitzen gutgelaunt im Hufeisen und lauschen zwei Stunden einem Vortrag über den EG-Binnenmarkt.
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Richtig versichert ist gut gereist
Ob Pauschalreise oder Individualurlaub – in fast allen Reisebüros werden Reisegepäckversicherungen angeboten, die Im Falle eines Falles das Risiko von Raub, Diebstahl und ähnlichem Ungeschick zu mildern versprechen.
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Oligarchien beherrschen die Willensbildung in den Parteien
Mitglieder stören
Die großen politischen Parteien in Deutschland entstanden als eine besondere Variante der Vereine. Das Vereinswesen war in der ersten Hälfte des 19.
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Über die Verfassungswidrigkeit unserer Autos
Von einem Grundrecht auf Mobilität steht im Grundgesetz nichts. Es gibt aber das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Auf den Straßen kommt es täglich unter die Räder
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Rezension
Erst Schulden, dann Drogen
Vom Ende der Schuldenkrise zu sprechen, solange Entwicklungsländer mehr für Zins und Tilgung aufwenden müssen als für Schulen und Krankenhäuser, ist zynisch.
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Pfingstspaziergänge
Eine Pfingstwoche mit Pfiff“ wird im bayerischen Wiesenfelden angeboten. In der Pauschale, die von 159 Mark an zu buchen ist, sind sieben Übernachtungen plus Frühstück und eine „früh morgendliche Vogelstimmenwanderung“ mit anschließender Brotzeitpause enthalten.
- Kultur
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Geboren in Berlin, gestorben in Auschwitz: die jüdische Dichterin Gertrud Kolmar
Die Frau der Tiere
Nur ganz wenige Photographien sind uns von ihr überliefert; auf der bekanntesten – 1928 aufgenommen, als sie 34 Jahre alt war – glaubt man Franz Kafkas leibliche Schwester vor sich zu sehen – „mit diesen Augen, deren jedes finster und ein Stern ist“ (wie es in ihrem Gedicht „Die Verlassene“ heißt).
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Zeitmosaik
Moses Mendelssohn war berühmter, Friedrich Nicolai mächtiger, die Karschin populärer – aber er allein lebt noch heute. Er ist uns nah geblieben von all den tüchtigen Berliner Aufklärern, er ist uns lieb geworden.
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Julij A. Kwizinskijs Erinnerungen erlauben einen Blick hinter die Kulissen der sowjetischen Diplomatie
Ein blutendes Herz
Aus der jüngsten Memoirenliteratur ragt ein Werk heraus: „Vor dem Sturm“ von Julij Kwizinskij. Es ist aufschlußreich. Es ist fesselnd geschrieben.
Von Theo Sommer
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Zwei Violin-Werke von Wolfgang Rihm uraufgeführt
Ein anderes Geheimnis
Der Pianist drückt zunächst neun Tasten in der tiefsten Region seines Instruments nieder, ohne freilich dabei einen Ton zu erzeugen; bedient dann das mittlere der drei Pedale, das sogenannte Sostenuto, und befreit damit die Dampfer der betreffenden Tasten; hält schließlich diese Dämpferposition für die Dauer des ganzen Stücks.
Von Heinz Josef Herbort
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Die Ossietzky-Ausgabe gerät in Gefahr. „Plus-Auflagen“ und Lizenzen: Die zweite Verfolgung des politischen Schriftstellers
Ost-West-Faustrecht
Verleger sind feine Menschen; jedenfalls geben sie sich gewöhnlich so. Doch der Streit um die sogenannten „Plus-Auflagen“, die ministeriell verordneten, unberechtigten und unbezahlten Nachdrucke westlicher Bücher in DDR-Verlagen, scheidet die Geister.
Von Joachim Kersten
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ICH LESE GERADE...
Von den drei Büchern auf meiner „Reserveliste“, will sagen auf meinem Schreibtisch für baldige Lektüre aufgereiht, nahm ich mir Patricia Hewitts: „About Time“ zuerst vor (Rivers Oram, London 1993; 200 S.
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Fernseh-Vorschau
Der Menschen Hörigkeit
Sie sagt: „Man muß lernen, spielen lernen, das Leben lernen. Das hört nicht auf, auch wenn man alt ist. Lernen, daß man nicht so wichtig ist, wie man vielleicht gedacht hat.
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Noch eine Shakespearefälschung im Hamburger Thalia Theater
Othello al dente
Siebzehn Jahre ist es her, da kam ein Ungeheuer in die Stadt. Sein Name war William Shakespeare. Seine skrupellosen Handlanger hießen Peter Zadek, Ulrich Wildgruber, Eva Mattes, Christa Berndl.
Von Benjamin Henrichs
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Neues von Gottfried Benn: Briefwechsel mit Elinor Büller und Egmont Seyerlen
Flugversuche eines Strandvogels
Ein fast fünfzigjähriger Mann schreibt der gleichaltrigen Freundin einen Schmollbrief, wie ihn getrennte Liebesleute gern formulieren, in der Hoffnung auf zärtliche Worte mit der Retourkutsche.
Von Rolf Michaelis
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Kino: Harvey Keitel als „Bad Lieutenant“
Gewalt und Gnade
Ein Mann steht nackt im Raum. Seine Augen sind geschlossen, die Arme ausgebreitet. Er heult, er wankt, er wartet. Er steht unter Drogen und weiß nicht mehr, was er tut.
Von Michael Althen
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Fernseh-Kritik
Schon gut
So etwas wie volkstümlicher Witz, der schlicht, aber nicht peinlich ist, überlebt wohl nur da, wo sich das Volk noch nicht ganz in ein standardisiertes Wohlstandskleinbürgertum aufgelöst hat, wo es noch mit Härten kämpft und ab und an ein bißchen tümelt – also zum Beispiel in Ostfriesland, in Schleswig-Holstein oder in den neuen Bundesländern.
Von Barbara Sichtermann
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Das neue Berliner Abgeordnetenhaus im alten Landtag
Glas, Geschichte und Symbolik
Ja, dem „gestirnten Himmel über uns“ sind die Berliner Abgeordneten jetzt nahe gerückt, insbesondere wenn Haushaltsdebatten bis in die Nacht gehen müssen.
Von Klaus Härtung
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DAS LETZTE
Es kam ja vor, daß er abends in der Kneipe (weshalb denn geht man abends in die Kneipe?) ein bißchen schwer wurde, und wenn er dann mal eben rausging, um sich zu erleichtern, fand er zwei Türen mit Symbolen drauf, .
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Maastricht ja oder nein – ist Europa nur noch ein Ort der Zweckmäßigkeiten? Kein geistiger Ort, keine Vision? Der amerikanische Germanist Egon Schwarz, aus Europa 1938 vertrieben, befragt seine Erfahrungen mit dem alten Kontinent und sagt:
Europa, das gibt es nicht
Der altgriechischen Sage nach war Europa der Name eines geraubten, vergewaltigten und schließlich gottverlassenen Mädchens. Wenn diese Mythe symbolisch ist für die europäischen Anfänge und wenn der Geschichtsmorphologe Arnold Toynbee recht hat mit der Behauptung, eine Gesellschaft schleppe die mißlichen Umstände ihrer Entstehung durch die Jahrhunderte fort, dann würde das so manche der europäischen Kalamitäten erklären.
Von Egon Schwarz
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BUCH IM GESPRÄCH
Dürfen Politiker lügen?
Ein Band mit neunzehn kontroversen Beiträgen zu einem aktuellen Thema. Mehrere Autoren zitieren Hannah Arendts Essay „Wahrheit und Lüge und Politik“: „Wahrhaftigkeit zählte niemals zu den politischen Tugenden, und die Lüge galt immer als erlaubtes Mittel der Politik.
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Zum Tod des amerikanischen Kritikers Irving Howe
Das Vorbild
Mit dem am 6. Mai verstorbenen Irving Howe haben die Vereinigten Staaten ihren letzten großen Literaturkritiker und sozial engagierten Denker verloren.
Von Norman Birnbaum
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Vor hundert Jahren wurde Friedrich Sieburg geboren: der einflußreichste Literaturkritiker der fünfziger Jahre
Ein Mann ohne Vergangenheit
Damals war ich ein junger Mensch, mit 36 Jahren Feuilleton-Chef und damit auch für den literarischen Teil der ZEIT verantwortlich geworden.
Von Rudolf Walter Leonhardt
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Ein großer Kontinent mit ein paar Leerstellen: Im Berliner Gropius-Bau wurde die Ausstellung „Amerikanische Kunst im 20. Jahrhundert“ eröffnet
Als Amerika es besser hatte
Im November 1989 war in Berlin eine wunderschöne Ausstellung zu sehen. Sie hieß „Bilder aus der Neuen Welt“, war von Thomas W.
- Länderspiegel
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Im Wahlfälschungsprozeß gegen Hans Modrow versagt häufig die Erinnerung
Fragen von heute an Leute von gestern
DRESDEN. – Fritz Oehring beginnt seine Vernehmung mit einem Geständnis. Der bekennende Wahlfälscher: „Ich bin angestiftet worden.
Von Rainer Frenkel
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Die Kolossin von Konstanz
So ein Schlitz im Kleid soll in diesem Sommer der Hit werden – insofern zeigt sich die Beton-Mamsell (neun Meter!), die seit kurzem die Hafeneinfahrt von Konstanz am Bodensee beschwert, nahezu topaktuell.
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Der Mundartdichter und Heimatforscher Poldl Schuhwerk sammelt für die Ewigkeit
Ein Leben mit dem Handwagen
TÜRKHEIM. – Der Heimatforscher und Mundartdichter Luitpold Schuhwerk, im Ort nur „der Poldl“ genannt, ist eine echte Ludwig-Thoma-Figur: blitzende Silberknöpfe an der schwarz-blau gemusterten Weste, dunkelgrüne Bundhosen, noch dunklere Kniestrümpfe und grundsolides Schuhwerk.
Von Dietmar Bruckner
- Lebensart
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Nach fünf Jahren Zwangspause laufen auf den Lofoten wieder die Walfänger aus – an Bord die Harpune
Wale im Visier
Breitbeinig steht der 56jährige Henrik Sedeniussen, ein stämmiger, grauhaariger Mann, hinter der Harpune. Sein Schiff, die sechzehn Meter lange Draugen, ist bereit.
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Keiner hat zur „aujenblicklischen Sittewazion“ hierzulande mehr mitzteilen als die Kabarettisten Rainer Pause und
Zwei Männer wie ein Mann
Sie sind ein Paar: Hermann und Fritz. Zwei Männer zwischen sechzig und fünfundsiebzig. Im Stresemann der eine, im Frack der andere.
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Im Münchner Georgianum üben 34 junge Männer das Predigen und den Verzicht – für ein Leben als Priester
Zur Ehre Gottes
Jesus blickt lächelnd auf seine jungen Männer herab. Es ist sieben Uhr morgens, das Holzkreuz mit dem leidenden Gottessohn erscheint im Zwielicht.
Von Stefan Sauerzapf und Wolfgang Uchatius
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Ein Gericht prüft, ob in zwei westfälischen Kindergärten Mädchen und Jungen sexuell mißbraucht worden sind – in mehr als sechzig Fällen
O kleine heile Welt
Die Sprache der Juristen ist karg, was einen gelegentlich mit Dankbarkeit erfüllt. „Dem 33jährigen Rainer M. aus Gescher ist mit der Anklage der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt worden, als Erzieher in den Montessori-Kindergärten in Borken und Coesfeld – tätig in Borken ab Sommer 1983 bis August/September 1989, in Coesfeld ab Oktober 1989 bis März 1991 – in der Zeit bis zum März 1991 62 Kinder sexuell mißbraucht zu haben.
Von Susanne Mayer
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GUTER RAT
Spielt der Nachbar zur Mittagszeit gern seine Elvis-Presley-Platten? Lärmen Betrunkene nachts von der Straße her? Stört ein Preßlufthammer morgens den unverzichtbaren Schlaf? Kerzenstummel wirken oft Wunder! Rasch in die Abseite, wo der Schuhkarton mit den Wachsresten steht: in einem Milchtopf einschmelzen, durch ein Teesieb abgießen (Dochte!) und mit etwas Vaseline verquirlen.
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Über 200 „Reuige“ haben in Italien ihre Mafia-Sünden gestanden – und stellen die Justiz vor große Probleme
Herr Richter, man wird Sie zerstören!
Der alte Herr, der nur in großer Not seine Sonnenbrille abnimmt, wollte Diskretion. Doch als der legendäre sizilianische Exmafioso mit unbekanntem Wohnsitz in den USA im vergangenen November Italien besuchte, wurde er umlagert, bewacht und hofiert wie ein Staatsgast.
Von Swantje Strieder
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Ben Witter:
NEBBICH
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Herr Klein, Zeichner in Wien und als Hersteller aktueller Statistik gefragt, feilt an einem Witz, der sich selbst zerstört
Destruktion im Klein-Format
Herr Klein hat viele Fans und trotzdem nichts zu lachen. Eben ist in seiner Heimat Wien der erste Sammelband seiner Karikaturen erschienen, schon stellt eine Vorab-Rezension des Werks sinngemäß fest: Klein sei zwar ein großer Witzkönig, aber zeichnen könne er nun wirklich nicht.
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Endlich Bio-Fleisch! Ein Besuch beim neuen Schlachter
Geschmack: wie damals
Manche Kunden bekamen den Wechsel erst gar nicht mit, andere verließen schimpfend über diesen Humbug den Laden, viele aber hatten nur in den Startlöchern gestanden – endlich Biofleisch in erreichbarer Nähe.
Von Christine Brasch
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Das gab’s doch mal
Hemd mit Brust
Das Original, das stets auf seine Exklusivität Wert gelegt hat, existiert unverändert. Das Imitat aber, das einige Generationen lang, nämlich noch bis in die dreißiger Jahre hinein, massenweise getragen wurde, ist verschwunden.
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Wir waren von allen guten Geistern verlassen – bis jetzt
Ja, die Engel
Ganz verschwunden waren sie nie, die Engel. Sie fristeten ihr Dasein steinern über Gräbern, hübsch in der Werbung, erschienen einstweilen bei Chagall, auf LSD-Trips und ausnahmsweise auch am Himmel über Berlin.
Von Martin Merz
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Zeitlese
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Der heute 53 Jahre alte Jungfilmer Ulrich Schamoni will den Berlinern und Brandenburgern Heimat ins Haus senden. Mit dem ersten deutschen Heimatsender
Bären tanzen für das Wir-Gefühl
Überall dort, wo plötzliche Modernisierungsschübe soziale Umwälzungen und grobe Entmietungen zur Folge haben, wächst das Bedürfnis nach regionaler Verwurzelung.
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Drohbriefe, Telephonterror und jede Menge juristischer Knüppel: Die Sekte der Scientologen scheut keine Mittel, ihre Kritiker mundtot zu machen
Einschüchtern, zermürben, zerstören
Scientology – das ist eine Methode, Leuten Geld aus der Tasche zu hexen, eben auf die scientolabimsische Art. Gnadenlos beutet dieser „Psychokult“ eine Schwachstelle des Menschen aus: Wenn ihn das Bedürfnis nach metaphysischem Halt, nach dem letzten Sinn der Welt überkommt, ist er bereit, außer Kraft zu setzen, was auch immer an Verstand ihm gegeben ist.
Von Dieter E. Zimmer
- Tribüne
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Bonner Bühne
Ein hoher Preis
Au weia. Der Wurm sitzt überall im SPD-Gebälk. Eigentlich hätte Hans-Ulrich Klose seine Wiederwahl an die Spitze der sozialdemokratischen Bundestagsfraktion nicht annehmen dürfen – bei nur 136 Ja-Stimmen, aber 66 Neins und 17 Enthaltungen.
Von Carl-Christian Kaiser
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Der „Kanzlerkandidat“ ist eine politische Kunstfigur
Zum Scheitern verurteilt?
HAMBURG. – Seitdem die SPD erstmals im Wahlkampf 1960 die politische Kunstfigur des Kanzlerkandidaten erfand, hat noch kein einziger im Namen der Opposition auftretender Herausforderer des Bundeskanzlers dessen Amt erringen können.
Von Bernhard Wördehoff
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Günther Krauses Sturz zeigt, wie schwer den Ostdeutschen der Wandel fällt
Götterliebling und Sündenbock
BERLIN. – Auch beim Sturz Günther Krauses zeigt sich die gespaltene deutsche Mentalität. Für den Westen gehört er eher ins normale Spektrum des Konfliktes zwischen Politik und Öffentlichkeit.
Von Jens Reich
- unzugeordnet
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Der Ärztetag will Raucher und Trinker zur Kasse bitten – ein untauglicher Vorstoß
Therapie mit der Peitsche
Es soll vorkommen, daß ratlose Ärzte in kniffligen Situationen zu zweifelhaften Wundermitteln greifen. So mag es auch den Delegierten des Deutschen Ärztetages gegangen sein.
Von Udo Perina
- Zeitläufe
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In England singt man noch heute das Lied von den tollkühnen „Dam Busters“, die 1943 die Mauern von Möhne- und Edertalsperre mit raffiniert ausgetüftelten Rollbomben knackten. Mehr als 1400 Menschen starben in jener Mainacht
Die Sintflut
In Fröndenberg im Ruhrtal, etwa zwanzig Kilometer südöstlich von Dortmund, lebte man 1943 in relativer Sicherheit vor Luftangriffen.
Von Klaus Schulte