Bare Münze

TVJ och vor zehn Jahren war als l l Urlaubsmitbringsel aus dem Vereinigten Königreich nichts so begehrt wie eine etwa pfundschwere Rolle mit Fivepence Münzen. Manche gar hatten sich einen üppigen Vorrat davon angelegt. Und nur Naive glaubten, daß es sich bei diesen Leuten um eine besonders genügsame Sorte von Numismatikern handele.

Tatsächlich nutzten die Sammler jenes kleine, manchmal silbrig glänzende, bisweilen auch stumpf schimmernde Kleingeld für ihren, ja, sagen wir es beherzt und offen, betrügerischen Sport:

Anzeige

Jene Münzen, nach damaligem Umrechnungskurs etwa sechzehn Pfennig wert, registrierten Telephonzellen und Fahrkartenautomaten als eine (l!) Deutschmark.

Ein zehnminütiges Ferngespräch nach Brighton beispielsweise kostete somit kaum mehr als ein nachbarlicher Plausch von Hamburg nach Kiel, eine U Bahnfahrt nur noch knapp ein Fünftel des Wucherpreises.

Manche behaupteten damals, grüne Motive für ihr Tun im Schilde zu führen, etwa im Sinne einer subversiv inspirierten Tarifsenkung öffentlicher Dienste.

Irgendwann waren die Kleingeldzähler das Antlitz von Elisabeth II auf den Pseudomarkstücken leid. Seitdem unterscheiden feinste Sensoren in den Automaten zwischen britischer und deutscher Währung und spucken das Falschgeld wieder aus.

Es muß sich dabei um Kontrollgeräte handeln, die in Finnland noch unbekannt sind. Denn die Gelddesigner (es gibt diesen Beruf tatsächlich) sehen sich momentan mit den Trümmern ihres von langer Hand geplanten Werks konfrontiert.

Service