Tief im Schwarzwald ist Mountainbike-Saison - Notizen aus Kirchzarten Das Rad, der Berg, das Glück

Von Ulrich Stelter

Kgleitet den Mountainbiker in der Stille des Waldes und macht ihn glücklich. Der Berg ruft. Klick klack. Die Antwort des Kettenwerfers auf die Krümmung des Daumens am Schalthebel. Der Berg fordert. Die Kette gleitet sanft auf den nächsten Kranz, kein Rasseln, kein Nachjustieren. Die Technik stimmt. Nur der Mensch ist jetzt der begrenzende Faktor.

Das Mountainbike: 21 Gänge, stark profilierte Ballonreifen, wuchtiges Äußeres - nur ein überdrehtes Spielzeug einiger Extremsportler und geltungssüchtiger Jugendlicher? Das mag im Flachland so sein.

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Doch hier im Schwarzwald, nicht weit von Deutschlands Ökohauptstadt Freiburg, in einem Ort namens Kirchzarten, einer MountainbikeHochburg, läßt sich das Fahrradfahren neu entdecken. Berge, die Norddeutschen unbezwingbar erscheinen, werden von Bikern locker genommen. Niemand steigt dabei aus dem Sattel. Ein völlig neues Fahrradgefühl. Euphorie. Die Bergwelt öffnet sich. Der Berg ruft.

Besuch im Fahrradgeschäft: „Guten Tag, ich möchte ein Rad kaufen Der Verkäufer blickt ratlos. Wo fahren Sie denn? Und wann? Wie oft? Wie weit? Wie schnell? Bei welchem Wetter? Auf welchen Wegen? Die Berge hoch? Wie steil? Und sich zu trainieren? Einfach so?

„Ja, äh, von jedem etwas Unterbrechung der Inquisition, Rundgang durch die Kammern mit den Folterinstrumenten, zu den oversized double Grundkurs in Rahmenphilosophie: erstens Geometrie (sehr wichtig), zweitens Material (sehr teuer) „Ab einem gewissen Punkt kosten hundert Gramm weniger richtig viel Geld Von „Komponenten" und „Gruppen" ist die Rede, von „DX", „XT" und „LX" - das sind Schalt- und Bremssysteme, wie jedes Kind weiß, aber kaum ein Erwachsener. Und dann die Lenker: Sie erinnern an Stier, Kuh- oder Ziegenhörner.

„Jedes Teil erfordert eine Entscheidung", singt der Verkäufer „Und wer sich nicht entscheiden kann, muß vier Räder kaufen: ein Mountainbike für den Berg, ein Trekkingbike für längere Touren, ein Rennrad für die Straße und ein Rad, das geklaut werden kann "

Ein Rad für 2500 Mark? Man taumelt aus dem Laden, halt, Prospekte nicht vergessen! Zum Beispiel der japanischen Firma Shimano. Schöne Bilder: Autofahrer lassen ihren Tankwart stehen und treffen statt seiner nun langmähnige Frauen auf Rädern, mit denen sie in Sonne und Wind den Straßenverkehr vergessen. Die Saison bringt ride sich breit und zeigt den Weg zu neuen, leichten Lebensqualitäten" - soweit Shimano.

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