Zehn Lehren aus dem Krieg in Ex-Jugoslawien Her mit der Balkan-EG

Von Horst Grabert

BERLIN - Der Zusammenbrach der Staatenordnung des Kalten Krieges hat auch die Bindung von Nationalitäten in Vielvölkerstaaten aufgelöst. Das erschütterndste Beispiel ist das frühere Jugoslawien. Keine Hemmschwelle, etwa der Besitz von Atomwaffen, erzwang dort eine gewisse Zurückhaltung. Im Gegenteil:

Schon cas alte kommunistische System hatte die legalen Bedingungen für einen Zerfall geschaffen. Eine Ordnungsmacht in der Region war nicht vorhanden. Die Ausgleichspolitik Titos hatte ja gerade das Übergevicht Serbiens, zugunsten anderer Föderationsmitglieder vermindert Nach seinem Tod wünschten serbische Kommunisten mehrheitlich diese „Benachteiligung"

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auszugleichen - und lösten damit eine Renationalisierung der Politik im ganz;n Jugoslawien aus.

Als der Konflikt in brutale Gewalt mündete, begann der Eindämmungsversuch der Außenwelt. Eine geschlossene Strategie für die Bemühungen der EG kam nicht zustande. So scherte Deutschland schon in Sommer 1991 aus der EG Linie aus. Es forderte die Anerkennung für Kroatien und Slowenien und nötigte die Gemeinschaft zur Kurskorrektur.

Mit cer Akzeptierung der Abspaltung Kroatiens und Sloweniens und der Forderung nach Gültigkeit der Grenzen wurde das Problem erheblici größer. Kroaten sollte nicht lärger zugemutet werden, nur als konstitutives Staatsvolk eines multinationalen Staates zu leben.

Zugleich wurde aber den Serben verwehr, aus dem neuen kroatisehen Staat mit dem von ihnen seit langem besiedelten Gebiet auszuscheiden.

Aus den Erfahrungen dieses Konflikts ergeben sich schon jetzt eine Reihe von Erkenntnissen für eine bessere Politik:

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