Krankenversicherung: Zusatz für die Ferien
Wer im Urlaub krank wird und nicht ausreichend versichert ist, muß die oft hohen Behandlungskosten selber zahlen. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sollten Reisende daher vorher ihre Krankenversicherung überprüfen.
Jährlich erkranken mehrere hunderttausend Bundesbürger im Urlaub. Viele von ihnen haben dabei nicht nur mit der Krankheit, sondern auch mit den finanziellen Folgen zu kämpfen. Denn je nach der Art ihrer Krankenversicherung erhalten sie oft nur einen Bruchteil der Kosten für Arztbesuche, Medikamente und Operationen erstattet, im Extremfall sogar überhaupt nichts.
Vor allem die Angehörigen der gesetzlichen Krankenkassen haben bei Urlaubsreisen im Ausland nur einen sehr begrenzten Versicherungsschutz. Er erstreckt sich ledig lieh auf die Länder der Europäischen Gemeinschaft sowie jene Staaten, die mit Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen haben. Dies sind außerhalb der EG zur Zeit Finnland, Österreich, Rumänien, Schweden, die Türkei und Tunesien. Allerdings müssen auch hier Einschränkungen beachtet werden: Zum einen wird der Versicherungsschutz nicht automatisch wirksam. Der Reisende muß sich vielmehr vor Urlaubsbeginn von seiner Krankenkasse einen sogenannten Internationalen Krankenschein ausstellen lassen. Zum anderen wird auch dieser Krankenschein trotz der bestehenden Vereinbarungen nicht überall anerkannt. In Teilen Österreichs etwa und zunehmend auch in Frankreich verlangen Ärzte vom Patienten Barzahlung, die jedoch später von den deutschen Krankenkassen nicht erstattet wird.
In jedem Fall alleine tragen müssen Mitglieder der gesetzlichen Kassen die Kosten für Rücktransporte mit dem Flugzeug in Notfällen. Ein Rettungsflug aus Südeuropa etwa kostet rund 20000 Mark, aus den USA sogar zwischen 60000 und 80 000 Mark.
Dennoch können sich die gesetzlich Versicherten gegen diese Eventualfälle wappnen. Dazu müssen sie bei einer privaten Krankenkasse eine Auslandspolice abschließen, die alle Behandlungen bis hin zum Rückholflug abdeckt. Je nach Unternehmen sind dafür zwischen acht und dreißig Mark zu zahlen. Allerdings bestehen zwischen den einzelnen Angeboten teilweise beträchtliche Unterschiede, etwa hinsichtlich des Aufnahmehöchstalters oder bereits vor Vertragsabschluß aufgetretener Krankheiten. Die genauen Tarife und Leistungen sollten Reisende daher direkt mit den jeweiligen Versicherungsvertretern abklären.
Urlauber, die bereits privat krankenversichert sind, genießen dagegen von vornherein einen weitaus umfangreicheren Schutz. In nahezu allen Fällen sind sie bei Reisen innerhalb Europas automatisch weiterversichert. Bei einigen Versicherungen gilt der Schutz auch für Reisen außerhalb Europas, die bis zu einem Monat dauern. Für längere Aufenthalte wird ein Beitragszuschlag fällig.
Unter Umständen empfiehlt sich jedoch auch für Privatversicherte eine zusätzliche Auslandsp9lice.
- Datum 02.07.1993 - 08:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 2.7.1993 Nr. 27
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