Manager und Märkte
Der Vorstandsvor sitzende des Automobilzulieferers Benteler im westfälischen Paderborn, Hubertus Benteler, hat keine Angst vor Jose Ignacio Lopez, dem in der Branche als Preisdrücker verschrienen Einkaufschef des VolkswagenKonzerns „Wir kennen Herrn Lopez schon lange", sagt Benteler, „und wir sind der Meinung, daß das Branchengerede über ihn ein bißchen überzogen ist "
Benteler, der zu mehr als der Hälfte des Gesamtumsatzes von fast 2 7 Milliarden Mark mit der Autoindustrie im Geschäft ist, verdient in diesem Bereich gutes Geld, obwohl das Unternehmen schon lange mit Lopez zu tun hat. Der war schließlich vor seinem Eintritt in den VW Vorstand Chefeinkäufer bei, dem ebenfalls von Benteler belieferten Autohersteller Opel und verschwand nicht aus dem Gesichtskreis des Paderborner Unternehmens, als er zur Opel Mutter General Motors in den Vereinigten Staaten wechselte - Benteler ist auch auf dem amerikanischen Markt präsent.
Hubertus Benteler hält nicht einmal die Forderung von Lopez, die Zulieferer müßten ihre Preise drastisch senken, für überzogen: „Wir können alle unsere Kosten noch um zwanzig Prozent reduzieren "
Doch ein Haar in der Suppe findet auch er: „Zu dieser Kostensenkung brauchen wir Zeit, aber Lopez will es immer gleich haben "
Honda machts möglich. Der drittgrößte Pkw Produzent Japans ist der erste Hersteller des Landes, der Autos einer ausländischen Marke auf dem heimischen Markt mit dem eigenen Emblem verkaufen wird. Ausgesucht haben sich die Absatzstrategen von Honda dafür ein sehr europäisches Fahrzeug - den teuren Geländewagen Land Rover Discovery. Damit wollen sich 400 japanische HondaHändler, die wie fast alle ihre Kollegen unter Absatzverlusten zu leiden haben, von November an ein Zubrot verdienen.
Die Rover Fabrik im englischen Solihull muß deshalb die Discovery Produktion von 700 auf 900 pro Woche hochfahren, wodurch 300 neue Arbeitsplätze entstehen.
Damit zahlt sich die enge Kooperation mit Honda für das Automobilunternehmen Rover, das 1988 privatisiert und an den Raumfahrtkonzern British Aerospace verkauft wurde, einmal mehr aus. Die Japaner sind mit zwanzig Prozent an Rover beteiligt, haben alle neuen Personenwagentypen der Engländer federführend entwickelt und liefern auch das Gros der Motoren und Getriebe.
- Datum 02.07.1993 - 08:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 2.7.1993 Nr. 27
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