Regierungssitz Notopfer

Wer die lauten Klagen des Berliner Bürgermeisters Eberhard Diepgen hört, sieht die Hauptstadt unmittelbar vor dem Bankrott. Rettung verspricht allein der rasche Umzug von Parlament und Regierung. Nur dann werden Investoren die Stadt mit Milliarden überschütten, der Osten wird zur blühenden Landschaft und zum hoffnungsvollen Symbol für die Einheit der Nation. Glaubt man Diepgen, würde der jetzt diskutierte Aufschub der großen Rochade die glänzenden Aussichten zunichte machen.

Die Stadt braucht fraglos Hilfe beim Aufbau zur Metropole der Republik. Aber wenn zur Überwindung der schwersten Wirtschaftskrise nach dem Krieg jetzt alle Opfer bringen müssen, stünde das auch den Berlinern wohl an. Sie könnten sich für jenes „Notopfer Berlin" erkenntlich zeigen, das die alte Republik erbracht hat. Berlins Opfer wäre zumal bescheiden, bestünde es doch nur aus etwas Geduld hff

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