Bonner Bühne Umzug in Gefahr

Was bewog Wolfgang Schäuble, in der Umzugsfrage politisch ein überraschendes Machtkämpfchen mit Theo Waigel zu probieren und der eigenen Fraktion noch diese Woche die Terminfixierung 1998 abzuverlangen? In letzter Minute hat er gemerkt, daß er unterliegen könnte, und den Punkt auf den Herbst vertagt. Die Frage aber bleibt: Wie kams?

„Wir rätseln auch herum", sagt man im Kanzleramt.

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Helmut Kohl, der nur öffentlich auf den Umzug nach Berlin drängt, stecke nicht dahinter. Schäuble wollte die CSU disziplinieren, schreibt ein Kommentator, der sich in dieser Sache auskennt. Und die Sozialdemokraten denken natürlich das Schlimmste, sogar „Berliner" wie Peter Conradi: „Schäuble soll sich andere Themen suchen, wenn er von der Misere seiner Regierung ablenken will "

„Er wollte einen Anker werfen", erläutert indes ein Sprecher die Motive des Fraktionschefs, „weil das sonst in eine Richtung treibt, von der man nicht weiß, wo es endet Wolfgang Schäuble, heißt das, sieht den Umzug insgesamt in Gefahr.

Nicht ohne Grund. Wo beinahe täglich neue Sparund Verzichtsprogramme bekannt werden, schmeckt das Berlin Projekt zumindest im Westen nach Luxus. Waigel, Finanzminister mit wenig Geld und verringertem Einfluß, hat eine Streckung der Umzugsfristen um drei bis vier Jahre vorgeschlagen.

Das würde Kosten von etwa zehn Milliarden Mark in eine Zeit verlagern, rechnet oder schätzt er, in der man sich das wieder leisten könne.

Kann gut sein, daß Schäuble diese besseren Zeiten am Horizont nicht sieht.

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