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Ausgabe 44/1993

Artikelübersicht
Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.
- Politik
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Seit fast siebzehn Wochen ist Wolfgang Grams nun schon tot, und noch immer kann niemand mit letzter Gewißheit sagen, wie der mutmaßliche Terrorist bei der Schießerei auf dem Bahnhof von Bad Kleinen zu Tode kam. [weiter…]
Von Thomas Kleine-Brockhoff
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Die Explosion der Gewalt bestätigt ein düsteres Gesetz nordirischer Politik: Wann immer am Horizont ein Hoffnungsschimmer aufzutauchen scheint, eskaliert der Terror, zementieren die Scharfmacher auf beiden Seiten den Status quo des Schreckens. [weiter…]
Von Jürgen Krönig
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Burundi, der Kleinstaat in Afrika, wieder einmal das „Herz der Finsternis“? Aus der Hauptstadt Bujumbura wird gemeldet: coup d’état, grausige Gemetzel, Massenflucht. [weiter…]
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Pflichtschuldig schickten Deutschlands höchste Richter in der vergangenen Woche eine Liste mit drei Namen nach Bonn: Der SPD-Bundestagsabgeordnete und frühere Staatsanwalt Wilfried Penner, die SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Familienrichterin Margot von Renesse und die Richterin am Bundessozialgericht in Kassel, Renate Jaeger – sie alle seien würdige Nachfolger für den Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts Ernst Gottfried Mahrenholz. [weiter…]
Von Martin Klingst
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Die Vereinigten Staaten, heißt es gemeinhin, hätten nach dem Ende des Kalten Krieges Gelegenheit, ihre Rolle in der internationalen Politik gründlich zu überdenken. [weiter…]
Von Christopher Layne
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Von Bundespräsident
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Die Hüllen fallen. Und was einem dann vor die Augen kommt, ist ja nicht immer schön. Das gilt auch für die Politik nach der deutsch-deutschen Vereinigung. [weiter…]
Von Margrit Gerste
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Die Antwort ist einfach. Es wird nichts beschlossen. Geredet wird über alles, was der Runde auf den Nägeln brennt. Zuvörderst: Rezession, Arbeitslosigkeit, Umbau des Sozialstaates, Probleme des Wirtschaftsstandorts Europa. [weiter…]
Von Theo Sommer
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Die einen haben schon genug gehört, der andere will Steffen Heitmann „trotz allem einmal zuhören“. Die einen appellieren in einem offenen Brief an den Bundeskanzler, seine „Nominierungsentscheidung zugunsten einer für das Amt des Staatsoberhaupts geeigneteren Person zu revidieren“ – gezeichnet Gesine Schwan, Politikwissenschaftlerin in Berlin, in ihrem Mißtrauen unterstützt von Kollegen wie dem Historiker Hagen Schulze oder dem Politologen Thomas Ellwein. [weiter…]
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Der Taxifahrer brauste mit hundert Kilometer Geschwindigkeit vom Flugplatz Warschau in die Stadt. Auf die erschrockene Frage: „Gibt es hier keine Geschwindigkeitsbegrenzung?“ antwortete er: „Doch, im Stadtgebiet sind neunzig Kilometer erlaubt. [weiter…]
Von Marion Gräfin Dönhoff
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Jerusalem Wutentbrannt stürmte Teddy Kollek aus der letzten Stadtratssitzung vor der Bürgermeisterwahl am kommenden Dienstag. [weiter…]
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Unter den Marschrhythmen der Blaskapelle flüsterte man sich zu: „Morgen werden wir das Potsdamer Rathaus besetzen.“ Das war am Montag. [weiter…]
Von Klaus Härtung
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Kim Campbell hat tapfer gekämpft. Aber vielleicht zu ehrlich. Vor vier Monaten erst von der konservativen Partei als Nachfolgerin von Brian Mulroney zur Premierministerin gekürt, erlitt sie nun ein beispielloses Wahldebakel. [weiter…]
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Der Zurückkehrende, schrieb der Emigrant Theodor W. Adorno zu der Frage, was deutsch sei, habe nun einmal die „Naivität zum Eigenen“ verloren. [weiter…]
Von Gunter Hofmann
- Wirtschaft
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Trotz Verfassungsgerichtsurteil, trotz politischer Willensbekundungen – die Abgesänge auf das Projekt der europäischen Währungsunion häufen sich. [weiter…]
Von Ulrich Cartellieri
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Die Sommer-Rallye an der deutschen Aktienbörse macht es möglich. Obwohl Experten angesichts der wirtschaftlichen Talfahrt eigentlich zumindest mit einer flauen Börse gerechnet hatten, konnten sich die Kurse von Sitzung zu Sitzung erholen. [weiter…]
Von Peter Freyberg
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Haben die deutschen Unternehmen die größte Wachstumsregion der Welt verschlafen? „Ja“, antwortet Ekkehard Goetting trocken. Seit vier Jahren leitet er die Vertretung des Deutschen Industrie- und Handelstages in Hongkong. [weiter…]
Von Thomas Hanke
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Ein Jahr lang war der Sessel des Präsidenten der Norddeutschen Landeszentralbank vakant. Jetzt endlich haben sich Hamburg und Schleswig-Holstein auf Hans-Jürgen Krupp (SPD) als Kandidaten für das hohe Amt verständigt, den bisherigen Wirtschaftssenator der Hansestadt. [weiter…]
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Den deutschen und französischen Unternehmern, die sich in Evian zu ihrem zweiten Rendezvous trafen, lag eine Umfrage von Sofres und Emnid unter Arbeitnehmern auf beiden Seiten des Rheines vor. [weiter…]
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Die Löhne seien niedrig, die Mieten hoch. „Viele Leute sind arbeitslos, und die Familien leiden natürlich: Zum Beispiel haben sie kein Geld, um ihren Kindern Schulbücher zu kaufen“, sagt Valerie Philip, Leiterin einer Autowerkstatt. [weiter…]
Von Sheila Mysorekar
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Eigentlich wollte sich Edzard Reuter in zwei Jahren als allseits bewunderter Architekt eines ertragstarken Technologiekonzerns feiern lassen. [weiter…]
Von Hans Otto Eglau
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Wer im Glaushaus sitzt, sollte bekanntlich nicht mit Steinen werfen, auch Bundeskanzler Helmut Kohl nicht. Ausgerechnet unter seiner Ägide hat der Regierungsapparat nämlich mittlerweile einen personellen Umfang erreicht, der dem von Kohl so beklagten „kollektiven Freizeitpark“ zur Ehre gereichte. [weiter…]
Von Wolfgang Hoffmann
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Wohl selten ist der Präsident eines französischen Staatsunternehmens so gedemütigt worden: Schon in der vergangenen Streikwoche hatte Air-France-Chef Bernard Attali im eigenen Hause nichts mehr zu sagen. [weiter…]
Von Ludwig Siegele
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Name und Werk Emil Lederers sind auch innerhalb der Wirtschaftswissenschaften nur noch Spezialisten bekannt – vielleicht, weil er sich einer der gängigen Strömungen kaum zuordnen ließ. [weiter…]
Von Hans Ulrich Eßlinger
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Michael Frese, Landwirt aus dem 500-Seelen-Dorf Werder im Kreis Altentreptow in Mecklenburg-Vorpommern, zieht nach zwei Jahren Selbständigkeit positive Bilanz: „Warum soll ich einen Hehl daraus machen, daß es gut läuft. [weiter…]
Von Ralf Neubauer
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Der Vorgang ist selbst für die an Konflikten nicht arme EG höchst ungewöhnlich: Bundesagrarminister Jochen Borchert empfiehlt seinen Amtskollegen aus den neuen Bundesländern unverhohlen, Beschlüsse der Brüsseler Kommission einfach zu ignorieren. [weiter…]
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Ein Paradox: Deutschland und Frankreich sind wie kaum zwei Länder in der Europäischen Gemeinschaft aufeinander angewiesen – aus historischen, politischen und wirtschaftlichen Gründen. [weiter…]
Von Robert Leicht
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Seit er die Frankfurter Stadtkasse verwaltet, wird Thomas Koenigs gelegentlich auf offener Straße angepumpt. „Hast du mal ’ne Mark, Tom?“ ruft eine Bekannte im Vorbeigehen dem Kämmerer scherzhaft zu. [weiter…]
Von Mario Müller
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Die Kneipenwirte, Kinobesitzer und Diskobetreiber von Wolfsburg reiben sich schon vergnügt die Hände – im kommenden Jahr winken ihnen satte Umsatzsprünge. [weiter…]
Von Heinz Blüthmann
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Die wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute zeichnen ein hoffnungsvolles Bild der deutschen Wirtschaft. Die Konjunktur hat die Talsohle bereits im vergangenen Frühjahr erreicht, verkündet die Mehrheit der institutionellen Auguren. [weiter…]
Von Wolfgang Köhler
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In Deutschland ist er reich geworden, aber im Herzen stets daheim geblieben. Als die Heimat frei wurde von serbischer Tyrannei, hat er sein Geld genommen und ist zurückgekehrt in das Nest in Slawonien, das er vor so vielen Jahren verlassen mußte. [weiter…]
Von Norbert Mappes-Niediek
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Von seinen Anfängen an hat der Sozialstaat in Deutschland dazu beigetragen, den Kapitalismus zu zähmen und ihn dadurch erträglich zu machen. [weiter…]
Von Warnfried Dettling
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Nach der für viele Börsianer überraschenden Leitzinssenkung hatte der Deutsche Aktienindex (Dax) zu neuen Höhenflügen angesetzt. [weiter…]
- Wissen
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Ellwein: Ich war relativ bekannt, hatte mich zu Bildungsfragen geäußert und war in den sechziger Jahren einmal als Staatssekretär im Gerede. [weiter…]
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Soll der Mediziner Jerry Hall aus Washington zimperlicher sein als viele seiner Kollegen, die vom Boom der Reproduktionsbiologie beim Menschen profitieren? Für die Verlegung der Zeugung vom Mutterschoß in das Reagenzglas braucht es gute Nerven und ein dickes Fell, weil die Ethik störend, verstörend ins Spiel kommt. [weiter…]
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In der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte ist das soziale Klima rauh geworden. Die gefährdeten Arbeitsplätze werden von ihren Besitzern um so härter verteidigt, je knapper die Mangelware Arbeit wird. [weiter…]
Von Wilfried Herz
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Es ist nicht leicht, ein Fan des toughsten Sportes der Welt zu sein. Besonders für die, die sich daneben auch zu den sogenannten Intellektuellen zählen wollen. [weiter…]
Von Gregor Kurseil
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Am Anfang war die Tat. Bundesgesundheitsminister Seehofer schickte Beamte unter Schmährufen in die Wüste, er rüttelte die Presse auf, er zerschlug im Handstreich das Bundesgesundheitsamt. [weiter…]
Von Kuno Kruse
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Zum zweiten Mal nach 1984 widerfährt dem Storch die zweifelhafte Ehre, vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) zum Vogel des Jahres 1994 gekürt zu werden; zweifelhaft deshalb, weil diese Wahl signalisiert, daß es um Ciconia ciconia, wie Ornithologen den Weißstorch nennen, nicht sonderlich gut bestellt ist. [weiter…]
Von Roland Knauer
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Während Politiker vollmundig die europäische Einheit beschwören, tobt unter Bahnmanagern ein erbitterter Konkurrenzkampf. Überall, wo prestigeträchtige und milliardenschwere Aufträge winken, muß der deutsche InterCityExpress (ICE) gegen den französischen Train à Grande Vitesse (TGV) antreten. [weiter…]
- DIE ZEIT
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Gangster planten am letzten Wochenende des vergangenen Monats angeblich, harmlose Autofahrer abzuknallen. Die Meldung stand in der Washington Post. [weiter…]
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Nein, ich liebe meinen Job ganz und gar nicht“, beteuerte Olaf Axtimwalde, in der Branche „der Henker“ genannt. Ist es doch, als Rationalisierungspersonalberater, sein Job, Firmen zu helfen, sich ihrer überflüssigen Mitarbeiter zu entledigen, damit sie dann als Arbeitslose im Kohlschen „kollektiven Freizeitpark“ Daumen drehen. [weiter…]
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Bürgermeister David Dinkins gibt sich überzeugt, daß sein New York eine pulsierende Metropole voller Optimismus ist. Sein republikanischer Herausforderer Rudi Giuliani sieht das ganz anders. [weiter…]
Von Christian Tenbrock
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Die Briten waren früher einmal hier und auch die Sowjets, man sieht es: koloniale Bungalows unter alten Kiefern und türkisblaue Plattenbauten – die Einheitsfarbe des Ostblocks schmückt selbst diese gottverlassene Gegend. [weiter…]
Von Gabriele Venzky
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Neben Brillen und Kontaktlinsen gibt es einen dritten Weg, die Sehschwäche zu korrigieren, auf den viele Betroffene große Hoffnung setzen: die Operation. [weiter…]
Von Claus Schwing
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Die Mienen der Verteidigungsminister, die sich vergangene Woche nach Abschluß ihres Treffen in Travemünde vor den Pressephotographen aufbauten, wirkten so zuversichtlich, als stünde alles zum besten im besten aller Bündnisse. [weiter…]
Von Christoph Bertram
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Farbige Rotoren und Geräusche aus den Turbinen sollen Greifvögel von den Windkraftanlagen auf dem Altamont-Paß in Kalifornien fernhalten. [weiter…]
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Europa paradox. Endlich ist das Projekt der Europäischen Union unter Dach und Fach, schon keimen neue Zweifel. Zwar ist der Weg der Gemeinschaft für die nächsten Jahre jetzt vorgezeichnet, doch deutliche Orientierungsprobleme bleiben. [weiter…]
Von Klaus-Peter Schmid
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Die Suche nach Planet X, einem zehnten Planeten jenseits des Pluto, scheint endgültig beendet. Der Astrophysiker Myles Standish vom Jet Propulsion Laboratory in Kalifornien veröffentlichte kürzlich im Astrophysical Journal eine neue Analyse der Plutobahn, in der er keinerlei Störungen durch weiter entfernte Planeten findet. [weiter…]
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Paradoxie Nummer eins: Erich Mielke, über dreißig Jahre lang der führende Gefängniswärter der DDR, war nicht wegen seiner Stasi-Taten angeklagt, sondern wegen Mordes an zwei Polizisten, begangen am 9. [weiter…]
Von Rainer Frenkel
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Name: Nikodem Skotarczak Anklage: Autoverschiebung nach Polen Verdacht: Er ist der Pate von Hamburg und Danzig [weiter…]
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Die Koalition verfuhr im Bundestag nach dem bewährten Motto „Augen zu und durch“. Unter massivem Zeitdruck, ohne intensive Beratung und ohne die übliche Expertenanhörung wurde vergangene Woche eine spektakuläre Änderung des Bundessozialhilfegesetzes durchgepaukt nachträglich eingefügt in das Sparpaket der Bundesregierung. [weiter…]
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Zeche um Zeche wird abgewickelt. Der britische Kohlebergbau schrumpft weiter. Und die Reste der einst stolzen Industrie will die Regierung verkaufen. [weiter…]
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Du mußt das Zuckerrohr direkt über dem Boden abschneiden“, erklärt mir Ascho, indem er sein Kreolisch mit ein paar englischen Brocken anreichert, „unten im Stamm ist der Zuckergehalt am höchsten. [weiter…]
Von Olaf Krohn
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Manche Mumien kommen niemals zur Ruhe: Der große Pharao zum Beispiel wird im Westflügel des Ägyptischen Nationalmuseums in einer unscheinbaren Holztruhe zwischengelagert. [weiter…]
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Alle Jahre wieder veröffentlicht die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Daten, die eindrucksvoll das Desinteresse der Studenten an ihren eigenen Angelegenheiten belegen. [weiter…]
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In Oslo ist das sündhaft teure „Bagatelle“ das einzige skandinavische Feinschmeckerlokal, über dem gleich zwei Michelin-Sterne leuchten; und Helsinki hat jetzt ebenfalls einen Gourmettreff, der den französischen Testern einen Stern und diese Erklärung wert ist: „A very good restaurant in its category“. [weiter…]
Von Werner Hornung
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Es ließ sich gar nicht vermeiden: Der Wahlsieg der Postkommunisten setzte die Debatte über den Umgang mit der Vergangenheit in Polen noch einmal auf die Tagesordnung. [weiter…]
Von Helga Hirsch
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Wer gehört heute, zehn Jahre nach der Parteigründung, zur Prominenz der Republikaner – außer Franz Schönhuber? „Eine gute Frage“, bemerkt der Bundesgeschäftsführer am Telephon. [weiter…]
Von Gisela Dachs
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Sicherheit wird großgeschrieben im Hauptquartier von Bell Atlantic – ganz besonders im achten Stock der Zentrale in Arlington, einer Nachbargemeinde der amerikanischen Hauptstadt Washington. [weiter…]
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Was wäre Hollywood geworden ohne seine europäischen Emigranten? Zwischen 1933 und 1952 arbeiteten rund 1500 vor den Nazis geflüchtete Österreicher und Deutsche – als Juden oder als politische Gegner Verfolgte – in den Studios der Traumfabrik. [weiter…]
Von Tobias Gohlis
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Zwölf unterschiedliche Landschaften stellt Karin Lücke in ihrem Franken-Wanderführer Richtig Wandern: Franken (DuMont Buchverlag, Köln 1992, 280 S. [weiter…]
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Bitte lesen Sie diesen Artikel vorsichtig. Machen Sie das quasselnde Radio aus, sperren Sie Ihren kläffenden Hund in ein anderes Zimmer, und schielen Sie nicht nach den anderen spannenden Überschriften auf dieser Seite. [weiter…]
Von Jochen Paulus
- Gesellschaft
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Greenpeace: Druck auf Großverlage Italien: Angst vor den Milliarden der Mafia Lufthansa: Kurzstrecken in Gefahr [weiter…]
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Manchmal fällt Freundlichkeit schwer. Auch uns, das muß hier zugegeben werden, sind schon des öfteren Unhöflichkeiten herausgerutscht, wenn uns dreimal am Tag verschiedene Touristen nach dem Weg zum Rathausmarkt fragten. [weiter…]
Von Brigitte Wolter
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Der Erfolg der Revolte verblüffte selbst die Revolutionäre. Am vergangenen Wochenende forderte die baden-württembergische Landesbezirkskonferenz der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) den Rücktritt des Bundesvorsitzenden, und prompt warf Lorenz Schwegler am Montag das Handtuch. [weiter…]
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Mit Beginn des Winterflugplans am 31. Oktober fliegt die Lufthansa (LH) zu mehreren neuen Zielen in Afrika und Brasilien. Das Abkommen mit United Airlines wird die Zahl der Lufthansa-Ziele in den USA durch das sogenannte Code-sharing schon bald verdoppeln. [weiter…]
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Der Bundesgesundheitsminister hat gewarnt – und die Deutschen gründlich verschreckt: 71 Prozent der Bevölkerung fürchten sich nun vor Aids aus dem Transfusionsbeutel, stellte das Wickert-Institut bei einer Umfrage fest. [weiter…]
Von Hans Harald Bräutigam und Kuno Kruse
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Frank Leupolt war nie geisteskrank, aber seine besten Jahre hat er in der Psychiatrie verlebt. Wie der 48jährige Sachse verschwanden auch andere DDR-Bürger hinter Gittern, weil sie nicht ins System paßten. [weiter…]
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Skifahrer, die sich vor Weihnachten auf die Bretter stellen, genießen zahlreiche Vorteile: Sie sparen Geld, die Pisten sind wenig bevölkert, und das Personal ist noch nicht vom Gästeansturm der Hochsaison genervt. [weiter…]
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Ich war Direktor und Mitbesitzer der Firma Matkok. Das Unternehmen beschäftigte sich mit dem Import von Keramikkacheln aus Portugal. [weiter…]
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Die Elfen gehen vornehmlich des Nachts ans Werk. Ihre Abneigung gilt jenen Maschinen, die die Menschen entwickelt haben, um die englische Countryside aufzuwühlen, Hecken zu zerstören, Hügel abzutragen und tiefe Wunden in die Landschaft zu schlagen. [weiter…]
Von Jürgen Krönig
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Dem Superbeschleuniger SSC, dem größten Forschungsinstrument der Menschheitsgeschichte und einem nationalen Prestigeobjekt der Vereinigten Staaten, wurde nach jahrelangem Gezänk in der vergangenen Woche endgültig der Garaus gemacht. [weiter…]
- Kultur
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Ganz am Anfang gab es den Loewenberg. Aber dieser frühe Klassiker über den Parlamentarismus in der Bundesrepublik ist weithin überholt. [weiter…]
Von Carl-Christian Kaiser
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Das wichtigste war für den Komponisten Hanns Eisler, die „Dummheit in der Musik zu bekämpfen“ – nur: Was ist (dort) Dummheit? „Wenn das menschliche Denken hinter seiner Zeit, hinter seiner gesellschaftlichen Entwicklung zurückgeblieben ist“, zum Beispiel. [weiter…]
Von Heinz Josef Herbort
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Es war einmal ein Autor, der ein interessantes Buch zu den Gauck-Recherchen über Manfred Stolpe veröffentlichte. Er stellte vor allem Fragen, denen nachzuspüren, nicht gerade die Zahl der politischen Freunde vermehrt. [weiter…]
Von Lutz Rathenow
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Was, Sie kennen Dieter Schröder nicht? Sollten Sie aber schon, liebe Leserin, lieber Leser. Dieter Schröder ist nämlich nicht zu beneiden. [weiter…]
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Die Geschichte beginnt mit einer Bagatelle. Die menschliche und politische Tragödie, die so harmlos ihren Anfang nimmt, sieht niemand voraus, als sich Mitte Januar 1930 ein Untermieter in der Berliner Dragonerstraße weigert, seine Miete zu zahlen. [weiter…]
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Nikolai Suetin, einer der engen Mitarbeiter Kasimir Malewitschs, bemalt 1935 den Sarg seines Meisters mit einem schwarzen Kreuz. [weiter…]
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Der von Pierre Bourdieu, Jacques Derrida, Umberto Eco und anderen Intellektuellen unterzeichnete und am 13. Juli 1993 in Le Monde veröffentlichte „Aufruf zur Wachsamkeit“ (ZEIT, Nr. [weiter…]
Von Lothar Baier
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Es begab sich aber in jener „düsteren Zeit“ (Volksmund), da der Führer rief und ihm alle, alle Deutschen folgten, daß auch die österreichische Schriftstellerin Gertrud Fussenegger diesen Ruf vernahm. [weiter…]
Von Willi Winkler
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Ein Gutteil des Unterhaltungsfernsehens ist Recycling. Entertainer laden Entertainer sin, parlieren mit Popsängerinnen und scherzen mit Fußballspielern: Die Prominenz, die in Schlagerparaden und Sportsendungen eh den Schirm beherrscht, wird am bunten Abend nochmal querbest kombiniert und wieder aufbereitet. [weiter…]
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... Peter F. Drucken Die postkapitalistische Gesellschaft (Aus dem Amerikanischen von Ursel Reineke und Christiane Ferdinand-Gonzalez; Econ Verlag, Düsseldorf 1993; 320 S. [weiter…]
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Endlich eine gute Nachricht. Die Bonner sparen nicht mehr nur auf Kosten der kleinen Leute und der Kultur, sondern kehren mit dem Rotstift gleichsam vor der eigenen Tür. [weiter…]
Von Rolf Michaelis
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Andererseits, selbstverständlich: Wer Brand riecht, der schlage Alarm (auch auf die Gefahr hin, als „Alarmist“ angezeigt zu werden) Dieter E. [weiter…]
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Sie wolle, hat die Dramatikerin Elfriede Jelinek gesagt, wenn sie überhaupt noch für das Theater schreibe, ein anderes Theater: „Ich will von dem Theater, das mich bisher zurückgestoßen hat, fortkommen und sehen, ob es mir nachkommt. [weiter…]
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Eine radiophone Sensation sorgt dafür, daß der Streit um Günter Eich und seine Rolle während des Nationalsozialismus (vgl. ZEIT Nr. [weiter…]
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Der Begriff „Republikaner“ – einst ein demokratischer Ehrentitel – ist heute in Deutschland in Verruf geraten, weil er von einer politischen Gruppe besetzt wurde, die in allem das genaue Gegenteil dessen predigt, was Republikaner immer angestrebt haben: statt Toleranz Haß, statt Völkerfreundschaft Fremdenfeindlichkeit, statt Widerborstigkeit gegen Obrigkeiten die Sehnsucht nach dem „starken Staat“. [weiter…]
Von deutschen Republikanern
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75 Jahre alt, gilt vielen als die Stimme Rußlands, manchen als falscher Tolstoj und einigen als gefährlicher russischer Nationalist religiöser Tönung; „Adieu Solschenizyn“, überschrieb schon 1990 Bernard-Henri Levy seine Polemik gegen „Rußlands Weg aus der Krise“ in Liberation. [weiter…]
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Man stelle sich vor, in Italien behaupte ein Fachjournalist, die Geschichte des neorealistischen Films sei um einen wichtigen Aspekt zu erweitern. [weiter…]
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Max Ernst Siebzehn Jahre lang, von 1922 bis 1939, kämpfte James Joyce mit Setzern, Redakteuren und vor allem mit kiebichten Zensur-Häuptlingen, die den „Ulysses“ nicht etwa zu modern, sondern schlicht pornographisch fanden. [weiter…]
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An diesem Sonntag erhält Joachim Kaiser den Börne-Preis. Der neu gestiftete Preis soll nicht bloß noch ein weiterer Preis sein. [weiter…]
Von Ulrich Greiner
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Alle Herrlichkeiten eines deutschen Fernsehabends, aber immer doppelt, immer gleichzeitig! Wie soll man wählen zwischen der ZDF-Live-Show aus Emden und dem „Etappenhasen“ mit Willy Millowitsch (beides um 20. [weiter…]
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Es gab einmal ein „rotes Königreich“, das hieß Sachsen; es gab einmal eine „rote Hochburg“, die wurde Thüringen genannt – es klingt wie der Anfang eines Märchens. [weiter…]
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Für den Philologen Jan Philipp Reemtsma ist Lektüre die Voraussetzung kritischen Denkens. Ihre Geltung sollte nicht verkannt werden, wenn man wie Reemtsma der „altmodischen Auffassung ist, daß es gut ist, über Dinge etwas zu wissen, und daß das oft nicht ganz einfach ist“. [weiter…]
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Vorbei an weißen, von der Decke hängenden Laken, in deren Falten bald feenhaftes Licht aufleuchten wird, hockt man sich auf eine spitz in eine Ecke steigende Treppe. [weiter…]
Von Manfred Sack
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Man muß sich bloß die Liste der momentan erfolgreichsten Filme anschauen, nicht nur in den USA oder hierzulande: Überall auf der Welt ist in der Millionen-Liga einiges ganz nett und lustig, einiges auch ganz gut und spannend, das Läppische jedoch überwiegt. [weiter…]
Von Norbert Grob
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Raddatz: Herr Solschenizyn, Ihr Gesamtwerk ist einerseits Historie, andererseits Erzählung, und das ist das Komplizierte daran. [weiter…]
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Sprung, Schnitt, Fausthieb, Schnitt, Schlag auf Schlag. Auf dem Bildschirm ein Actionfilm. Müller: „Wie spät isses eigentlich?“ So steht es nicht im Script, der Synchronregisseur fackelt nicht lange und entläßt Sprecher Müller. [weiter…]
Von Christiane Peitz
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Raffael Rheinsbergs Nürnberger Ausstellung hätte auch „Felder“ heißen können, wenn der Künstler diesen Namen nicht schon an eine Sommerausstellung in Karlsruhe vergeben hätte. [weiter…]
- Länderspiegel
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Das auffallendste an Denkmälern ist nämlich, daß man sie nicht bemerkt“, schrieb Robert Musil. Als markante Anstrengungen gegen das Schicksal des Vergessens demonstrieren sie gerade dessen Unentrinnbarkeit. [weiter…]
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TÜBINGEN. – Das Ministerium wollte den Mann unbedingt im Richteramt. Das sei doch eine interessante Sache, ein Praktiker des Asylrechts als Verwaltungsrichter, sagte ein Ministerialbeamter des baden-württembergischen Justizministeriums zu dem Tübinger Rechtsanwalt Manfred Weidmann, der sich als Asylrichter beim Verwaltungsgericht Sigmaringen beworben hatte. [weiter…]
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BERLIN. – Kürzlich sang sie wieder, vor knapp 3000 Fans: Mercedes Sosa, „La Voz de America Latina“. In einem ihrer Lieder heißt es: „Wenn ich gehe, wird alles, was ich bin, mit mir gehen. [weiter…]
Von Joachim Nawrocki
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KÖLN. – In Bonn wird in dieser Woche der neue Haushalt beraten. Für den Bundesverband Information und Beratung für NS-Verfolgte geht es dabei ums Ganze. [weiter…]
Von Viola Roggenkamp
- Lebensart
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wie oft bin ich hier vorbeigegangen: Dunkelgetöntes Schaufensterglas, das an die Seitenfenster der Prominentenautos erinnert, dahinter dezente Trauerdekoration, von einem schwarzen Samtvorhang hinterfangen, der den Innenraum zur Straße hin abschirmt. [weiter…]
Von Susanne Friedmann
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Gesucht: ein Musikinstrument, das handlich ist und robust, von mächtigem Klang und drängendem Rhythmus. Ein Instrument, das auch im Freien das Brausen des Windes übertönt und bei den Festlichkeiten auf den Tanzböden der Wirtshäuser das Klirren der Gläser und die anschließende Randale. [weiter…]
Von Stefan Hentz
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Er hat den Privatpilotenschein mit Nachtfluglizenz, sechzehn Jahresjagdscheine, Bootsführerschein, segelte 2000 Meilen auf offener See. [weiter…]
Von Ulf Grüner
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In Klein Borstel geschieht Unerhörtes: „Bei reger Anteilnahme der Bevölkerung“, wie es im KleinBorsteler hieß, dem Mitteilungsblatt des Heimatvereins Klein Borstel e. [weiter…]
Von Frank Drieschner
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Es ist noch nicht lange her, höchstens einige Wochen, daß den Publizisten K. die Erkenntnis traf. Es scheint hoch gegriffen, sie als Saulus-Erlebnis zu bezeichnen; doch so wie den Saulus die göttliche Wahrheit auf dem Weg nach Damaskus überfiel, so mußte K. [weiter…]
Von Klemens Polatschek
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Scheibe zerbrochen, eine Vase zu Boden gefallen? Kein Problem, das Mißgeschick eines Freundes nimmt man gern auf seine Kappe, wenn man nur versichert ist. [weiter…]
Von Gernot Kramper
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Am Abend geht die Geschichtenerzählerin los und guckt sich kleine Stücke Leben aus den Fenstern der Häuser. Guckt in eine Küche und tut die alte Frau im Tanzkleid, die da gerade Kartoffeln schält, in das Netz ihrer Phantasie. [weiter…]
Von Carmen Korn
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Seit der Wende hat die wiedervereinigte Stadt zwei Zoos, deren Unterhaltung jährlich mit dreißig Millionen Mark bezuschußt wird. Der ältere liegt im Westteil mitten in der City. Auf 34 Hektar sind hier 14000 Tiere zu sehen. [weiter…]
Von Helmut Höge
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Ich bin keine Frühaufsteherin, aber das darf ich ja gar nicht laut sagen. Ich schlafe gerne bis zehn, elf, manchmal auch bis zwölf. [weiter…]
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Wo die Baustahlstadt Brescia mit Kleinindustrien bis zu den Tälern der herben, dünnbesiedelten Berge im Norden ausfranst, liegt der als „alt“ kaum noch kenntliche Ort Nave. [weiter…]
Von Rino Sanders
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Jeder muß irgendwann einmal zur Inspektion, wenn er ein Auto hat. Eine Inspektion ist wichtig. Aus verschiedenen Gründen. Zum einen für die Werkstatt, die diese Inspektionen – es gibt die „große“ und die „kleine“ – aus Menschenfreundlichkeit durchführt, damit der Kunde sich sicher fühlt hinter dem Lenkrad. [weiter…]
Von Gerhard Seehase
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Der Alltag bietet immer neue Wunder. Die Produktinformation des Pinguin Park Recording Studio „Computer mit Mund und Ohren“ zum Beispiel. [weiter…]
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Es fügte sich irgendwie so, daß wir den Neffen unseres Präsidenten bei uns anstellten. Der Junge sah sogar sehr gut aus, nur hatte er eine etwas niedrige Stirn. [weiter…]
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Ich habe das Glück, in einem Dorf von etwa 6000 Einwohnern zu sein. Das Leben ist noch ländlich geprägt, auch wenn die sozialen Kontrollen schwächer geworden sind und städtischer Hedonismus an deren Stelle tritt. [weiter…]
Von Beate Szillis-Kappelhoff
- Tribüne
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Die Freiheit ist ganz schön unübersichtlich. Sieben Bände, siebentausend Seiten benötigt das neue „Handbuch des Staats-Rechts“, um das freiheitliche Staatsrecht der Bundesrepublik darzustellen. [weiter…]
Von Joachim Fritz-Vannähme
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BONN. – Polizei und Politiker beklagen die Tatsache, daß Straftäter erbeutetes Geld nicht im Sparstrumpf unterm Kopfkissen verstecken, sondern es nach Möglichkeit gewinnbringend, sozusagen gutbürgerlich, anlegen. [weiter…]
Von Burkhard Hirsch
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BERLIN. – Wer in Deutschland von „Weimarer Verhältnissen“ spricht, will meist politisches Chaos beschreiben. Mich – ich stamme aus einem mitteleuropäischen Nachbarland, das dem Tag, an dem die demokratische Verfassung installiert wurde, bis heute höchsten Respekt und Ehrerbietung zollt – hat der schlechte Ruf der am 9. [weiter…]
Von Peter Ambros
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AALBORG. – Ich bin schottisch-englischer Herkunft, gehöre also zu einem Menschenschlag, der ungefähr so verbreitet ist wie Spatzen. [weiter…]
Von Garrison Keillor
- unzugeordnet
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Geht eine schier unendliche Geschichte nun ganz unerwartet ihrem Happy-End entgegen? Das Thema Ladenschluß, über viele Jahre hinweg lediglich dazu verdammt, im Sommerloch Politikern und Journalisten zur Profilierung zu verhelfen, ist unvermittelt Gegenstand einer seriösen Debatte geworden. [weiter…]
- Zeitläufe
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Ihr bittet, daß wir unsere Erlebnisse beschreiben. Wenn ich davon erzählen wollte, bräuchte ich viele Bände. Und Ihr könnt mir glauben, daß kein Leser, der nicht selbst diese Greuel erlebt hat, in der Lage ist, daran zu glauben, daß dies tatsächlich geschah und daß der Mensch einen anderen Menschen so entwürdigen und mit Füßen treten kann. [weiter…]