• DIE ZEIT: Jahrgang 1993

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1993/01

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    • Vertuschung

      George Bush hat sich mit der Begnadigung des ehemaligen Verteidigungsministers Weinberger am Heiligen Abend selber das schönste Geschenk bereitet.

    • Unehrlich

      Jürgen Möllemann sollte sich und uns einen Dienst erweisen und zurücktreten. Der Wirtschaftsminister wollte nachweislich den Geschäftsumsatz eines Vetters fördern, von Amts wegen und gleich mit Siegel und Signatur.

  • Ausgabe 1993/02

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    • Genfer Illusionen

      Am Sonntag wollen die Kriegsparteien und Friedensvermittler die Genfer Verhandlungen über Bosnien-Herzegowina fortführen. Die beiden Vorsitzenden David Owen und Cyrus Vance werden sich weiter an dem Kunststück versuchen, als machtlose Diplomaten im heißen Krieg zu schlichten.

    • Pervers

      Das Gesetz des US-Bundesstaates Washington ließ dem dreifachen Kindesmörder die Wahl: Tod durch Giftspritze oder durch Strick.

  • Ausgabe 1993/03

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    • Erbärmlich

      In letzter Minute ist das Scheitern der Genfer Jugoslawienkonferenz abgewendet worden. Fürs erste blieb der Völkergemeinschaft damit die Entscheidung erspart, militärisch in Bosnien einzugreifen – und der Bundesregierung eine jämmerliche Blamage.

    • Nadelstiche

      Es wäre ja so angenehm, wenn es Saddam Hussein nicht mehr gäbe. Es wäre angenehm, aber dem ist nicht so. Der alliierte Sieg im Golfkrieg blieb unvollkommen.

  • Ausgabe 1993/04

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    • Auf der Flucht

      Die Umbildung einer Regierung zur Hälfte ihrer Amtszeit – an sich ein reizvoller Gedanke. Personelle Veränderungen können neue Bewegung ins Spiel bringen, wo Müdigkeit sich breitgemacht hat.

    • Im Spiegel

      Neugierig war unsereins schon. Denn die liberale Medienöffentlichkeit ist nicht so selbstbewußt und befindet sich nicht allseits in bester Verfassung.

  • Ausgabe 1993/05

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    • Aus dem Widerstand

      Nun ist in dieser Woche auch der letzte der Freunde vom 20. Juli von uns gegangen. Axel von dem Bussche, von jeher ein ritterlich denkender Mensch, dem Ehre und Vaterland mehr bedeutete als das eigene Leben, hat diese schnöde Welt verlassen.

    • Alles oder nichts

      Europa paradox: Die zwölf EG-Länder sind uneins, ohnmächtig sehen sie dem Jugoslawien-Debakel zu, ihre gemeinsame Zukunft steht in den Sternen – und dennoch stehen die Kandidaten vor den Toren der Gemeinschaft Schlange.

  • Ausgabe 1993/06

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    • Klimawechsel

      Das Volksbegehren gegen Ausländer bescherte dem österreichischen Stammtischtribun Jörg Haider die erste politische Niederlage seiner Karriere.

    • Gute Nacht

      Pacta sunt servanda, sagte sich Polizei-Einsatzleiter Deckert in der Pogromnacht zu Rostock-Lichtenhagen. Auf polizeideutsch: „Wir haben ein Abkommen mit den Störern und dürfen uns nicht sehen lassen.

  • Ausgabe 1993/07

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    • Kohls Stunde

      Wieder einmal zeigt es sich, daß Helmut Kohl seinen Finger durchaus am Puls des Volkes hat – oder sein Ohr am Bauch desselben.

    • Rückblick

      Der Weg zum Frieden ist weiter als der Marsch in den Krieg. Sieben Jahrzehnte mußten verstreichen, ehe sich ein französischer Präsident und ein deutscher Kanzler über den Gräben von Verdun die Hand reichen konnten.

  • Ausgabe 1993/08

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    • Politik, die in die Sintflut führt

      Nach uns die Sintflut! Dieser gleichgültige Zynismus müßte uns Gegenwärtigen eigentlich längst im Halse steckenbleiben. Denn wer sich in seiner Umwelt wachsam umsieht, muß erkennen: Der biblische Mythos kann ernstlich zur Wirklichkeit werden.

    • Gefällig

      olitiker, die sich Gefälligkeiten gefallen lassen, sind doch noch lange nicht bestochen worden. Edmund Stoiber, der bayerische Innenminister, bekam für Urlaubsreisen kostenlos Autos der Firmen BMW, Audi und Daimler-Benz geliehen.

  • Ausgabe 1993/09

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    • Aufgebracht

      Zwei Kinder sind des Kindsmordes angeklagt. Ein johlender Mob fordert Blutrache. Steine fliegen, die Menschenmenge drängt vor.

    • Weg vom Stahl heißt die Devise

      Kaum eine andere Nachricht aus der westdeutschen Wirtschaft hat die Bevölkerung so alarmiert wie die Ankündigung, daß die deutsche Stahlindustrie Hochöfen stillegen, Walzwerke schließen und in den nächsten Jahren bis zu 40 000 Arbeitsplätze abbauen muß.

  • Ausgabe 1993/10

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    • Gift fürs Vertrauen

      Zivilcourage, die altmodische Tugend, hat in einer Gesellschaft, die Schuldzuweisungen als Lebensprinzip praktiziert, keine Chance.

    • Helfer in Not

      Über fünf Jahre liegt die Barschel-Affäre zurück – das schlimmste politische Bubenstück der westdeutschen Nachkriegsgeschichte.

  • Ausgabe 1993/11

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    • Der Blinde führt den Lahmen

      Für die Innenpolitik ist dies die wichtigste Woche der ersten gesamtdeutschen Legislaturperiode. Jetzt nämlich soll es endlich ernst werden mit den Verhandlungen über den Solidarpakt.

    • Den Bürgern wieder Ziele setzen

      So kann es nicht bleiben. Aber wie soll es weitergehen? Die Brutalisierung unserer Zeit hat ein unerträgliches Maß erreicht: Das gilt für die rücksichtslose Anwendung von Gewalt wie die gleichgültige Hinnahme von Brutalität und auch den Voyeurismus, wie Reality-TV ihn praktiziert.

  • Ausgabe 1993/12

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    • Endlich gleich!

      So sein wie ein Mann? Bitte nicht. So denken, so arbeiten, so Politik machen wie er, um gleiche Chancen im Leben zu haben? Kommt nicht in Frage.

    • Lauter Pannen

      Alles war umsonst. Erst suchte die Branche unter dem Motto „Chemie im Dialog“ ihr Image aufzupolieren. Jetzt steht die ganze Zunft am Pranger.

  • Ausgabe 1993/13

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    • Ein deutscher Gegen-Vater

      Ein Schriftsteller, von dessen Werken kaum eines im Bewußtsein der Öffentlichkeit gegenwärtig ist – und der doch zur deutschen Republik nach 1945 gehört wie Heinrich Böll.

    • Ist Jelzin noch zu helfen?

      In Moskau tobt ein Machtkampf mit ungewissem Ausgang. Der russische Präsident Jelzin, durch freie Wahl legitimiert, und das Parlament, ein Überbleibsel aus der Endzeit des Kommunismus, liegen in einem erbitterten Verfassungsstreit.

  • Ausgabe 1993/14

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    • Befreiung

      Borma Major galt bislang als Muster einer konservativen Politikerfrau: ganz den beruflichen Interessen des Mannes untergeordnet, aktiv um Wohltätigkeit bemüht, selbstlos im Dienst der Familie.

    • Besorgte Blicke über den Rhein

      Was nicht klar ist, das ist nicht französisch: Das geflügelte Wort trifft die französische Politik dieser Tage ganz und gar nicht.

  • Ausgabe 1993/15

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    • Namen-Los

      Endlich hat das neue Ehenamensrecht den Rechtsausschuß passiert. Es wird auch Zeit. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts gegen den Vorrang des Mannesnamens in der Ehe ist mehr als zwei Jahre alt.

    • Die Krise holt den Westen ein

      An der Außenmauer der Leipziger Universität prangt unübersehbar die Sprühdosen-Weisheit: „Der Kapitalismus hat nicht gesiegt, er ist bloß übriggeblieben“.

  • Ausgabe 1993/16

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    • Letzte Chance

      Deutschlands Politiker müssen wohl oder übel wieder Politik betreiben. Denn was immer die Prozeßparteien erwartet haben mögen, als sie wegen des fliegerischen Einsatzes über Bosnien vors höchste Gericht zogen – eines hat keine bekommen: Recht.

    • Vom Auftrag der Bundeswehr

      Alle Welt redet nur über Bosnien und die deutsche Beteiligung am Einsatz der Awacs-Flugzeuge. Aber dies sind nicht die Kernprobleme unserer Sicherheitspolitik und unserer Streitkräfte.

  • Ausgabe 1993/17

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    • Ende der Spiele?

      So jäh und dramatisch eine Epoche untergeht, ihr Ende garantiert nicht den sicheren Weg zum Neuanfang. Die Italiener ahnen kaum, daß nun auch sie – wie andere europäische Völker – diese Erfahrung machen werden.

    • Kurs 2000

      So Zeus will, wird Berlin im Jahr 2000 Olympische Spiele veranstalten. In diesen Tagen stellte sich die Stadt der Musterungskommission.

  • Ausgabe 1993/18

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    • Das Volk pfeift auf die Rattenfänger

      Rußland 1993 ist nicht Deutschland 1933. Seine Bürger haben trotz Elend, Wirtschaftschaos und Weimarer Zustände den roten und braunen Rattenfängern nicht zur Macht verholfen.

    • Hoffnung für den Nahen Osten

      Die gute Nachricht zuerst: Die Aussichten für einen Frieden im Nahen Osten waren selten so günstig wie jetzt. Die schlechte Nachricht: Daraus folgt noch lange nicht, daß sich die Widersacher am Verhandlungstisch in Washington, an dem sie diese Woche endlich wieder sitzen, schon bald versöhnlich die Hände reichen.

  • Ausgabe 1993/19

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    • Der Enkel, der ein Engel sein wollte

      Alles ist klar – und doch wissen wir nichts. Björn Engholms Fall war so unvermeidlich wie undurchschaubar, sein Aufstieg so verständlich wie rätselhaft.

    • Streiks oder Bettelei?

      Ein Arbeitskampf ist kein nationales Unglück, obwohl die härteste Form der Tarifauseinandersetzung immer volkswirtschaftlichen Schaden verursacht.

  • Ausgabe 1993/20

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    • Walkampf

      Wie sollen Mensch, Krönung der Schöpfung, und Wal, mächtigste Kreatur der Schöpfung, miteinander auskommen: Kampf oder friedliche Koexistenz? Als guter Mensch gilt, wer die Wale in Frieden läßt, als Frevler, wer sie jagt, als seien sie Heringe oder Sprotten.

    • Der Stimmen-Test

      Für einen Augenblick sah es so aus, als wolle die SPD nach dem Engholm-Schock in sich gehen – und aus sich heraus. Über die Nachfolge des zurückgetretenen Kanzlerkandidaten und Parteivorsitzenden solle per Urwahl entschieden werden.

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