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  • Ausgabe 02/1994

    Ausgabe 02/1994

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Worte der Woche

    „Wer eine Grundrente will, muß entweder die ältere Generation enteignen oder die jüngere betrügen "

    Von Bundesarbeitsminister

  • Vor dem Nato-Gipfel: Viele Länder drängen in die Allianz. Über ihre Eingliederung streitet sich der Westen

    Soll das westliche Bündnis die Staaten Osteuropas aufnehmen?

    Der Streit um die Osterweiterung des westlichen Bündnisses geht in Wahrheit nicht darum, ob die Nato dazu beitragen kann und muß, die Sicherheit in Ost- und Mitteleuropa abzustützen – das ist längst allenthalben anerkannt.

  • Manche Mieter werden betrunken gemacht, andere gleich ermordet: Wie man in Moskau Wohnungen privatisiert

    Die „Haie“ fraßen auch Nikolaj

    Es war im Frühherbst, als drei junge Männer bei Nikolaj Dmitriewitsch Artjomow klingelten. „Wir wollen mit dir reden“, sagten sie und drängten an dem schmächtigen Hausherrn vorbei, ohne dessen Antwort abzuwarten.

    Von Maria Huber

  • Zeitspiegel

    „Was habe ich getan, daß ich derartige Fragen verdiene konterte die Sprecherin des Weißen Hauses auf die Anfrage, ob Präsident Bill Clinton seine gebrauchten Unterhosen an die Heilsarmee spende und die milde Gabe von der Steuer absetze.

  • Von der berüchtigten FPÖ zum „Liberalen Forum“: Heide Schmidt will Österreich auf Reformkurs bringen

    Eine Liberale mit Spätzünder

    Für viele ihrer Landsleute war sie 1993 die „Frau des Jahres“, Ihr Liberales Forum, das sie als „Partei des Diskurses“ gegründet hat, könnte in diesem Jahr den Ausgang der österreichischen Nationalratswahl entscheiden.

    Von Werner A. Perger

  • Warum Polen, Ungarn, Tschechen und Slowaken in den Nordatlantikpakt wollen

    Kalter Wind aus Osteuropa

    Gerade ist das Schiff vor Anker gegangen, weil auf See kein Feind mehr auszumachen war. Beschäftigungslos gewordene Teile der Mannschaft sind nach Hause geschickt, unnützer Munitionsballast über Bord geworfen.

    Von Helga Hirsch

  • Wolfgang Ebert

    Gut gemeint

    Zum Jahresanfang besuchte ich wieder den Meinungsmacher Standbein in seiner Werkstatt, um mich über die Meinungslage zu informieren.

  • Fidel Castros Scheitern wirft Kuba zurück in die Vergangenheit

    Prostitution statt Revolution

    Das Orchester spielt „Guantanamera“, den alten, sentimentalen Gassenhauer. Havanna liegt in bleiernem Schlaf, dort draußen hinter den Kulissen.

    Von Carl D. Goerdeler

  • Wirtschaft
  • Renten: Der Pillenknick zwingt noch lange nicht zum Kahlschlag in der Alterssicherung

    Kein Grund zur Panik

    Der christdemokratische Querdenker Kurt Biedenkopf hatte die Sache geschickt eingefädelt Als er kurz nach Weihnachten wieder einmal die große Krise des Rentensystems beschwor, konnte er sicher sein, in der Öffentlichkeit auf breite Resonanz zu stoßen.

    Von Udo Perina

  • Bonner Kulisse

    Das vorwurfsvolle Geraune in den Brüsseler Kulissen, hinter dem verbalen Engagement Bonns für Europa stehe leider kein persönlicher Einsatz, ist mittlerweile bis nach Bonn gedrungen, Kern des Unmuts: Finanzminister Theo Waigel lasse sich beim Rat der Finanz- und Wirtschaftsminister zu oft von seinen Staatssekretären Gert Haller und Franz-Christoph Zeitler vertreten.

  • Bonn läßt die Treuhand nicht aus dem Griff

    Begehrlichkeiten

    Am 1. Januar hat, nach dem offiziellen Fahrplan, das letzte Jahr der Treuhandanstalt begonnen. Ende 1994 soll sie ihr Hauptgeschäft – den Verkauf der ehemals volkseigenen Betriebe – weitgehend erledigt haben.

    Von Ralf Neubauer

  • Flugsicherung: Vor einem Jahr wurde die Behörde in ein Unternehmen um gewandelt – bisher mit Erfolg

    Mehr Geld, mehr Leistung

    Angestellte arbeiten besser als Beamte – diesen Eindruck müssen jedenfalls Geschäftsleute und Touristen gewinnen, die mit dem Flugzeug reisen.

  • Umweltgifte: Marktführer Degussa stoppt die Amalgamproduktion in Deutschland

    Signal von den Richtern

    Nach mehr als zehnjähriger klinischer Erprobung stellt Degussa eine Innovation vor: Artalloy, das duktile Amalgam.“ Stolz feierte der Frankfurter Metall- und Chemiekonzern noch im März 1992 in einem Werbeprospekt die jüngste Kreation des Hauses für die Löcher in den Zähnen der Bundesbürger.

    Von Herbert Stelz

  • Dollar: Anleger und Analysten setzen verstärkt; wieder auf die amerikanische Währung

    Comeback für den Greenback

    Gerade zwölf Jahre ist es her, daß der amerikanische Dollar dem Anleger nahezu beispiellose Kursgewinne bescherte. Von 1,80 Mark kletterte der Kurs des „Greenback“ – so genannt wegen seiner einheitlichen grünen Rückseite – innerhalb von knapp fünf Jahren auf 3,57 Mark, mithin um runde 90 Prozent.

    Von Peter Freyberg

  • Grundeinkommen:

    Teurer Übergang

    Auf den ersten Blick ist es ein faszinierender Gedanke: Jeder Bürger und jede Bürgerin erhalten von ihrem 65. Lebensjahr an eine Grundrente in Höhe von vierzig Prozent des durchschnittlichen Nettolohns.

  • Beamte

    Kurzsichtig

    Auf den ersten Blick sieht gut aus, worüber im Bonner Innenministerium für rund eine Million Beamte nachgedacht wird: Leistungszulagen und bevorzugte Beförderung für besonders fleißige Beamte.

  • Neue Bundesländer: Der ehemals größte DDR-Kosmetikhersteller ist wieder wer

    Creme für den Osten

    Das Umfeld könnte für ein mittelständisches Industrieunternehmen kaum schwieriger sein: ringsum zusammengebrochene Betriebe und eine offizielle Arbeitslosenquote von über zwanzig Prozent in der Region.

  • Das Hoch hält an

    Von Ermüdungserscheinungen konnte auf dem deutschen Aktienmarkt zu Beginn des neuen Jahres keine Rede sein. Zwar blieben Turbulenzen, wie sie die letzte Börsenwoche des vergangenen Jahres geprägt hatten, aus.

  • Staatsdiener: Um Rationalisierungsreserven zu nutzen, müssen unwirtschaftliche Normen im öffentlichen Dienst getilgt werden

    Radikale Fiktion

    Soweit sich die aktuelle Diskussion um die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte nicht an den Subventionen und an den Sozialausgaben festbeißt, konzentriert sie sich auf die Personalkosten.

  • Schweden: Der Wohlfahrtsstaat war solide finanziert. Dennoch ist er in Verruf geraten

    Gefährlicher Systemwechsel

    Der Jahresrückblick fiel für die Schweden dieses Mal mehr als ernüchternd aus. 230 000 Menschen verloren 1993 ihre Arbeit, drei Jahre nacheinander sank die Wirtschaftsleistung.

    Von Wolfgang Zank

  • Wissen
  • Das Berliner Naturkundemuseum ist selbst ein Fossil Ein sehenswertes zumal

    Im Nest des Urvogels

    Eine Art Hobby brachte es mit sich, daß ich in den letzten Jahren gelegentlich ausgefallene Fragen zu diversen Insekten klaren mußte, etwa was für ein Tagfalter es war, den ein Herr Baron Ende des vorigen Jahrhunderts in Mexiko entdeckt hat, wie er aussieht, wo er im System der Natur angesiedelt ist, wo die Erstbeschreibung steht, wer jener Baron war .

    Von Dieter E. Zimmer

  • in der Geschichte

    Rückblick auf das kurze Jahrhundert

    Guter Rat ist teuer in diesen turbulenten Zeiten. Selbst die Historiker, die doch die Menschen aufklären und Sinn stiften sollen und in der Regel ganze Jahrhunderte wissenschaftlich und ideologisch fest im Griff haben, sind seit der Epochenwende 1989/90 in Gefahr, ihre Orientierung zu verlieren.

    Von Karl-Heinz Janßen

  • Berserker

    Bulgarien hat ihn hinausgeworfen, Deutschland und Österreich haben ihn ausgesperrt, wird er demnächst in Frankreich willkommen sein? Der fliegende Berserker Wladimir Schirinowski sorgt allenthalben für Ärger und Angst.

  • Energie und Umwelt

    Perlmutterfalter, zu denen in Europa der Kaisermantel gehört, passen sich durch Veränderungen im Erbgut an neue Futterpflanzen an (Nature, Band 366.

  • Computer brauchen Bücher

    Users Rache

    Das Handbuch soll helfen. In ihm steckt gleichfalls viel geistige Arbeit: Computerkonzerne beschäftigen ganze Abteilungen mit Informatikern, Psychologen, Pädagogen und Graphikern, die sich über lesbare Handbücher („Manuals“) den Kopf zerbrechen.

  • Wir fahren schneller, als wir sehen können. Augenärzte fordern das Tempolimit

    Fataler Augenblick

    Da war doch was, registriert das aufmerksame Auge. Es schaut noch einmal hin und fixiert das Objekt: ein Fußgänger, ein Kind.

    Von Helga Keßler

  • „Das Jahr der Familie“ ist angebrochen

    Gefährdete Art

    Wer in einer Familie lebt, hat ein hartes Jahr vor sich: In aller Welt wird eine Leier ertönen, die die Meriten dieser Institution beschwört, die Kinderaufzucht lobt, die Altersfürsorge anerkennt, den Streß ausmalt – und von familiärer Gefühligkeit schwärmt.

    Von Susanne Mayer

  • Ein Fremder namens Forster

    Natürlich konnten sich die Stadtväter von Göttingen noch immer nicht entschließen, ihm eine dieser Gedenktafeln zu stiften, die den Blick der Passanten.

  • Deutschland vor der Wahl: Kanzlerwechsel und große Koalition – oder keines von beiden?

    Höchste Zeit für eine Wende

    Die Deutschen ziehen in ein Superwahljahr voller Widersprüche: Noch nie gab es so viele Wahltermine auf einmal – und nie war die Partei der Nichtwähler im Vorfeld so stark wie dieses Mal.

    Von Robert Leicht

  • Nicht die Psychologen, sondern die Dichter haben recht, behauptet die statistische Liebes-Forschung

    Nicht gesucht und doch gefunden

    Die Liebe ist wie das Fieber“, seufzte der Romancier Stendhal. „Sie entsteht und erlischt, ohne daß der Wille daran den geringsten Anteil hat.

  • Alter Adam

    Als das Hochwasser die Zehn-Meter-Marke überstieg und die Kölner Altstadt überflutete, johlten die Zuschauer auf den Rheinbrücken.

  • Schockiert

    Diese Meldung regt noch auf: Eine 59 Jahre alte, vermögende Britin wurde zu Weihnachten von Zwillingen entbunden. Biologische Mutter ist eine 25jährige Italienerin, deren Eizellen im Reagenzglas mit dem Samen des 45 Jahre alten Ehemannes der Britin befruchtet worden waren.

  • Reisen
  • Keine Wohnungen, keine Arbeit, keine Zukunft? Immer mehr Venezianer verlassen ihre geliebte Stadt. Nur auf dem Friedhof ist es eng geworden

    Andrang auf San Michele

    Alle Paläste sind schwarz. Die Glamourpassage wird zur Parade der Schatten. Spot an! Über Prachtfassaden und halbverschimmelte Wände zittert der Scheinwerfer des Vaporetto.

    Von Andreas Lueg

  • DIE ZEIT
  • Die Jury von ZEIT und Radio Bremen stellt LUCHS 88 vor

    LUCHS 88

    Lisbeth Zwerger, 1954 in Wien geboren, illustriert seit 1977 – zwanzig Bücher sind es inzwischen geworden, ausnahmslos im Michael Neugebauer Verlag erschienen.

  • Geysire, Vulkane und warme Quellen – in der chilenischen Atacamawüste arbeitet die Erde noch an ihrer Gestalt

    Wo alles Leben endet

    Salzplatten knirschen wie zugefrorene Pfützen unter den Schritten. Trockenheit beherrscht diese Landschaft. Kein Grashalm ist in den Ritzen des Gesteins zu sehen, kein Strauch.

    Von Barbara Schaefer

  • Manager und Märkte

    Auf- und Absteiger aus Ostdeutschland: Um die einstigen Hoffnungsträger ist es ruhig geworden

  • Deutsche Finnen machen, in Teheran gute Geschäfte. Dem Iranischen Geheimdienst stehen in Bonn alle Türen offen. Obwohl die Ayatollahs Hunderte von Oppositionellen foltern und töten,gedeihen die deutsch-iranischen Beziehungen. Geht Gewinn, vor Menschenrecht?

    Handel mit den Henkern

    Natürlich geht das Leben weiter. Und sei es im Konjunktiv. Hätte Shoreh Baddi in den Tagen vor jenem 17. September 1992 nur beschwörender auf ihren Mann Nun Dehkurdi eingeredet, das Treffen im Berliner Lokal „Mykonos“ wäre geplatzt.

    Von Michael Stoessinger

  • Vollbeschäftigung eine Illusion? Dritter und letzter Teil des ZEIT-Symposiums zu Ehren von Helmut Schmidt

    Viel Arbeit, wenig Arbeitsplätze

    Tieo Sommer: Die Zukunft der Arbeit: Ist Arbeitslosigkeit unser Schicksal? In der Europäischen Union haben wir heute schon knapp zwanzig Millionen Arbeitslose, davon jeweils über drei Millionen in Frankreich, England und Deutschland.

  • Je lauter die Mittelosteuropäer Schutz fordern, um so mehr geht der Westen auf Distanz

    Kalter Wind aus Osteuropa

    Gerade ist das Schiff vor Anker gegangen, weil auf See kein Feind mehr auszumachen war. Beschäftigungslos gewordene Teile der Mannschaft sind nach Hause geschickt, unnützer Munitionsballast über Bord geworfen.

    Von Christoph Dieckmann

  • Deutschland zwischen allen Zügen

    Schwer, stinkend und irgendwie bedrohlich, genauso haben sich viele im Westen immer den Osten vorgestellt. Und genau so steht die Taigatrommel der ehemaligen Reichsbahn am frühen Morgen im Bahnhof Hamburg-Altona auf Gleis 10.

    Von Nikolaus Piper

  • Gesellschaft
  • „Schuld und Sühne“ oder „Verbrechen und Strafe“? Zur Neuübersetzung von Dostojewskis Roman

    Übertretung und Zurechtweisung

    Kein Zweifel: Der russische Originaltitel bedeutet wörtlich „Verbrechen und Strafe“ und nicht „Schuld und Sühne“. Peter Urban, der den deutschen Freunden russischer Literatur als meisterhafter Übersetzer bekannt ist, beglückwünscht – in der ZEIT Nr.

  • Fundamentalkritik mit Zwischentönen

    Acht Ökonomieprofessoren, zwei Wirtschaftsrechtler, ein ehemaliger EG-Direktor und ein Technologieexperte: Das Freiburger Walter Eucken Institut hatte im vergangenen April Wirtschaftsexperten zu einer Tagung geladen, Das Thema: die europäische Perspektive nach Maastricht.

  • Vaterfreuden

    Ach, das wäre ja so schön: Sich einmal nicht mit dem altersschwachen Wohnwagen über die Alpen zu quälen; sich einmal nicht auf dem Campingplatz von mitgebrachten Konservendosen ernähren.

    Von Hanns-Stefan Grosch

  • Ägypten: Zerbombte Urlaubsträume

    Der neueste Terroranschlag islamischer Fundamentalisten gegen einen mit Urlaubern aus Österreich besetzten Touristenbus läßt die letzten Äußerungen der ägyptischen Tourismuslenker wie Hohn erscheinen.

    Von Klaus J. Scheidler

  • Mit Kindern in den Skiurlaub

    Vom 8. Januar bis zum 6. Februar bietet der Ort Walchsee im Tiroler Kaiserwinkl ein „Schneemann Hit" Programm an.

  • Baukonzern in dem afrikanischen Staat gute Geschäfte

    Erfolg mit Brücken und Beziehungen

    Erst lähmte ein Generalstreik das Land, dann putschte sich im November, einmal mehr, mit General Sinti Abacha ein Militär an die Macht.

    Von Wolf Schmidt

  • Kinder- und Jugendbücher
  • Ambjörnsens neuer Krimi

    Schnodderig

    Vernissage – vorsichtig probiert Peter das Fremdwort aus. Mit einem „kleinen Zischlaut zwischen den Zähnen“ strömt es heraus: Wärnißasch.

  • DAS LETZTE

    Ein Feuilleton gibt es nicht mehr – heute, am ersten Sonntag des noch strahlend jungen Jahres. Die Redaktionsväter liegen schlafend unterm trostlos nadelnden Weihnachtsbaum.

  • Stier im Zwielicht

    Suada vom Töten

    Stolz macht den Stierkampf, und wahrer Genuß am Töten macht den großen Matador.“ Worte eines berühmten Autors, der enthusiastischer aficionado der „Corrida de muerte“ war.

  • Schlingensiefs Silvesterspiel: „Kühnen ’94“

    Was ist das schon, ein neues Jahr: die Fortsetzung des alten. Und so kündigte Frank Castorfs Berliner Volksbühne für den Silvesterabend und den Neujahrstag einen Blick zurück in die Zukunft an.

  • Kultur
  • Kino: „The Snapper“ von Stephen Frears

    Groß und klein

    Familie, das ist etwas, das zu eng ist. Zu viele Menschen, die sich in überheizten Räumen um jeden Zentimeter Sofa streiten, egal, was im Fernseher läuft.

  • Zeitmosaik

    Seine Sottisen und Aperçus sind Markenzeichen im deutschen Journalismus. Ob als Spiegel-Autor. Mitstreiter Marcel Reich-Ranickis im „Literarischen Quartett“ (ZDF) oder gar als Verfasser frivol-hintersinniger Gesellschaftskomödien – Hellmuth Karasek gilt vielen als Synonym für Kurzweiligkeit.

  • Ob Stasi oder Realität der DDR; Die Vergangenheit soll vergangen sein

    Vorwärts und gut vergessen

    Als die Trampelpfade zwischen den Schutthaufen deutscher Städte zu Hauptverkehrswegen wurden, als der Schütze Asch nach Hause kam und die Frage hörte „Wo warst du, Adam?“, da war wenig Zeit und Lust zum Nachdenken, da wollte das Wiederaufbauwerk der Trümmerfrauen vollendet sein, und da wurde, wie es viel später die Gruppe Geier Sturzflug sang, wieder in die Hände gespuckt, denn „wir steigern das Bruttosozialprodukt“.

    Von Ulrich Greiner

  • BUCH IM GESPRÄCH

    Nachbarn nun auch füreinander

    Ist der Nationalstaat wirklich nur ein zählebiges Überbleibsel der Geschichte, das sich im Wohlgefallen eines europäischen Überstaates auflösen wird? Oder gehört er – im guten wie im bösen Sinne – zur europäischen Erblast, die sich nicht einfach abtragen läßt? Eben dafür gibt es heute verwirrende Symptome.

    Von Hansiakob Stehle

  • Der schweizerischste Autor dieses Jahrhunderts: Friedrich Glauser

    Entweder ich bin ein Dichter

    In einer frühen Geschichte des 21jährigen Friedrich, Glauser, „Der Käfer“, steht der Satz: „So kann es nicht weitergehn, entweder bin ich ein Dichter und muss infolgedessen jede Minute meines Lebens mit Erlebnissen tiefinnerster seelischer Art ausfüllen, oder ich bin ein ganz niederträchtiger Spiesser, ein Bourgeois.

    Von Peter Bichsel

  • Ausstellung in Amsterdam: „Morgenröte des Goldenen Zeitalters – die Kunst der nördlichen Niederlande 1580-1620“

    Vom Himmel auf die Erde

    In den letzten Jahren wurden den Freunden der holländischen Kunst des 17. Jahrhunderts immer neue Theorien über deren Wesen und Voraussetzungen angeboten.

    Von Martin Warake

  • Fernseh-Vorschau

    Über die Technik hinaus

    Augenfälliger kann der Gegensatz nicht sein: hier Frühgeborene in sirrenden Brutkästen, von Monitoren überwacht, mit Medikamenten ruhiggestellt, künstlich beatmet – Wesen wie von einem anderen Stern.

  • Maos Spucknapf

    Jesus war er in seiner besten Zeit, konnte Wunder wirken vor den Augen der Jünger und zum Besten seines geliebten Volkes: Berge wurden abgetragen, Täler aufgefüllt, krumme Wege begradigt, Flüsse überbrückt, Kanäle durch Wüsten geführt.

    Von Willi Winkler

  • Gelegenheitsdichter

    Reim dich, oder...

    Wenn unsere Dichter heutzutage dichten, reimen sich meist ihre Verse mitnichten, im Gegenteil, man sie geradezu haßt, falls Endsilbe klanglich zu Endsilbe paßt.

  • Fernsch-Kritik

    Selber schief

    Das Vorbild für die einstündige Comedy-Show „Samstag Nacht“ in RTLplus ist die amerikanische „Saturday Night Live“, derzeit auf MTV in Wiederholung zu sehen.

    Von Barbara Sichtermann

  • Kino: „Die Sonnengöttin“ von Rudolf Thome

    Liebe 94

    Seit den späten sechziger Jahren macht Rudolf Thome hierzulande seine Filme, insgesamt 15 in 25 Jahren, und immer aufs neue verwundert seine ästhetische Unbeirrbarkeit.

    Von Norbert Grob

  • Kino: Robert Altmans amerikanisches Epos „Short Cuts“

    Das Leben und nichts anderes

    Auf dem Schild steht „End“, weil hier oben, hinter der Linkskurve, an der das Haus der Wymans liegt, die Straße zu Ende ist.

    Von Andreas Kilb

  • Neues vom alten Achternbusch: „Ab nach Tibet!“, ein Film „Der Stiefel und sein Socken“, ein Theaterstück

    Nix ist besser als gar nix

    Manche Deutsche sind Bayern. Sie leben in Deutschland ganz unten und gelten als bäuerliche Vorstufe des eigentlichen Deutschen, dessen Hauptstadt Berlin ist.

  • Deutsche Philosophen äußern sich zur Frage nach der nationalen Identität

    Eine schaurige Debatte

    Das größte Unglück im gegenwärtigen Deutschland ist die von seinen Intellektuellen ohne Not vom Zaun gebrochene Debatte über nationale Identität.

    Von Hauke Brunkhorst

  • Länderspiegel
  • Steuern: Die Lasten, aber auch die Schulden steigen in diesem Jahr auf beispiellose Höhen

    Von Rekord zu Rekord

    Finanzminister Theo Waigel hat das neue Jahr mit guten Vorsätzen begonnen: 1994 werde es keine weitere Erhöhung von Steuern und Abgaben geben, verkündete der CSU-Politiker den Bürgern.

  • KLAUS HARTUNG

    Communitarismus

    BERLIN, – Die Bedrückung ist groß am Beginn des Schicksalsjahres. Kleinlaut schweigen die Prognostiker. Oder sie flüchten sich in die Unverbindlichkeit düsterer Ausblicke, Tatsächlich ist die Vorstellung, es bleibe am Ende bei den bestehenden politischen Machtverhältnissen, ebenso entmutigend wie der Gedanke an ihre Änderung, Die Berliner Gegenwart jedenfalls erlaubt in keinerlei Hinsicht tröstliche Erwartungen für die Zukunft.

    Von Französische Straße

  • Robert Havemann ist offiziell rehabilitiert. Doch eine Entschädigungwil die Humboldt-Universität nicht zahlen

    Ohrfeigen im Namen des Rechts

    BERLIN. – „Das Unrecht, das Herrn Professor Dr. Robert Havemann angetan wurde, kann mit diesem Schritt nicht ungeschehen gemacht werden.

  • Minister Klaus Töpfer will die Verpackungsverordnung lockern – zur Freude großer Entsorger

    Punkte gegen die Umwelt

    Als gäbe es kein Waldsterben, keine Klimakatastrophe und keine Meeresverschmutzung – für Skandale in Serie war im vergangenen Jahr nur ein Umweltthema gut: der Grüne Punkt, der mehr als einhundert Milliarden Verpackungen ziert und die Verbraucher drei Milliarden Mark kostet.

  • Lebensart
  • Senf auf die sanfte Tour

    Vom Weißen Senf (Sinapis alba, auch Gelbsenf) sollte immer reichlich Saatgut im Hause sein: Im Sommer können wir es überall dort aussäen, wo eine interimistische Bodenbedeckung erwünscht ist, die zugleich pikante Blätter für den Salat liefert und auch eine gute Mulchschicht bildet: im Winter lassen wir die gelben Körner in einer Schale mit Wasser auf einer Watteschicht wie Kresse keimen und streuen die jungen Pflänzchen aufs Butterbrot.

    Von Jürgen Dahl

  • Bettina Wegner und ihre Freunde wollten singen, und zwar vor Asylbewerbern. Doch man ließ sie nicht

    Sperrzone Schildow

    Weihnachten wird das Fest der Liebe genannt. Auf einen Tag im Jahr aber wollten wir Liebe und Solidarität nicht beschränken.

  • Seit fünfzehn Jahren verweigert Andreas Graf Bernstorff sein Land der Atomindustrie

    Nicht jeder ist käuflich

    Das anwaltliche Schreiben verrät Gereiztheit. Zum wiederholten Male schon teilt man der Gegenpartei mit: „Meinem Mandanten, sind 1978 mehrfach Angebote unterbreitet worden, die fraglichen Grundstücke zu verkaufen.

    Von Vera Gaserow

  • Durchregieren

    BUNDESDEUTSCH

    Durch regieren, das: Bonner Verlegenheitswort...............................................................................

  • Als fast gewöhnlicher Mensch bezeichnet sich Mailands neuer Bürgermeister von der Lega Nord. Vielen verspricht er vieles, doch was er wirklich will, weiß keiner

    Die Stadt, der Müll und die Not

    Hoch oben in der prachtvollen Galleria Vittorio Emanuele II, der guten Stube Mailands, hängen sie zwischen Stuck und Skulpturen: zwei Fahnen, eine weiße mit rotem Kreuz und eine rote mit Hammer und Sichel die weiße für die Lega Nord, die bei den Wahlen im vergangenen Juni vierzig Prozent der Stimmen gewann, und seither über die absolute Mehrheit im Stadtrat verfügt, die rote für die zweitstärkste Partei der Stadt, II Partita della Rifondazione Comunista‚ die Partei der kommunistischen Neugründung, die jeder zehnte Mailänder gewählt hat.

    Von Antonella Romeo

  • Pakrac in Westslawonien ist eine geteilte Stadt. Kroaten und Serben haben gekämpft und die Häuser zu Ruinen geschossen. Seit einem halben Jahr aber sind internationale Freiwillige da und arbeiten an Wiederaufbau – auch der zerstörten Seelen

    Das Trümmerkorps von Pakrac

    Das Haus Nummer 30 in der ehemaligen „Straße des Marschalls Tito“ in Pakrac ist ausgebrannt. Hinter den verrosteten Streben, die einst Schaufenstergläser fixierten, stehen vertrocknete Brennnesseln und Gestrüpp.

    Von Bernhard Knoll und Michael Weiner

  • Zeitlese

    So ist das mit dem Dinosaurierfieber. Am Anfang war es dünn, dann kam es dick, und nun, am Ende, ist es wieder dünn. Genaugenommen: Dünner geht’s nicht mehr.

  • Vor Gericht: Ein günstiger Einkauf

    „Mutti, laß mal durch“

    Gerade um die Weihnachtszeit mag so mancher davon träumen, alles, was sein Herz begehrt, in einen großen Einkaufswagen zu packen und am Ende doch nichts zu bezahlen.

    Von Gernot Kramper

  • Der Wettbewerb um den Loeboer Prize findet jedes Jahr in den USA statt. Es gewinnt jenes Computerprogramm, das so schön plaudern kann, als wäre es ein Mensch

    Die elektronische Schwatzkiste

    Eine Forderung nach mehr Wettbewerb in der Forschung würde gerade in der Rezession wohl auf viel Beifall stoßen.............

    Von Thomas J. Schult

  • Brief aus Los Angeles: Über einen ungewöhnlichen Brückenschlag zwischen Musik, Architektur und Geschichte in der Stadt der Engel

    Haydns Reiter auf der Rennbahn

    Das erste Mal hörte ich Leos Janáčeks Streichquartett im Schloßhof von Hohenems; zwischen Mauern aus dem 14. Jahrhundert wurde mir die leidenschaftliche Musik des 20.

  • Leserbriefe
  • Anmerkungen zum „Molekül des Jahres“

    Tödliches Wachstum

    In der Kurzgeschichte „Nacht und Schimmel“ des Science-fiction-Autors Stanislaw Lem taucht in einem Haus zur Verblüffung seines Bewohners unvermittelt eine kleine, harmlos erscheinende Kugel auf.

    Von Christian Weymayr

  • Eine neue Halbautomatik für den Golf übernimmt das Kuppeln und spart Sprit, vor allem, im Stadtverkehr

    Er rollt und rollt und rollt

    Voilà, hier ist sie, eine pfiffige, Mensch und Umwelt entlastende Technik, exklusiv aus Sachsen. Seit kurzem bietet Volkswagen seinen in Mosel/Sachsen hergestellten Golf mit einer „Ecomatic“ an, die alle Kupplungsvorgänge übernimmt und den Motor sofort abschaltet, wenn er nicht benötigt wird.

  • Während in anderen Ländern der Schmerz gut betäubt wird, müssen Patienten in Deutschland sinnlos leiden

    Nicht zum Aushalten

    Spätestens seit 1974 ist es um die Behandlung von Schmerzpatienten in Deutschland schlecht bestellt. Damals wurde mit der neuen „Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung“ (BtmVV) die Gesetzgebung, die den Mißbrauch von Schmerzmitteln und anderen Medikamenten mit Suchtpotential vermeiden soll, gründlich reformiert und damit eine nun schon zwei Jahrzehnte andauernde Katastrophe in Gang gesetzt.

    Von Tilman Hassenstein

  • Studium
  • Lehrzeit

    Wo ist die Bildung am meisten wert? Eine jetzt veröffentlichte Studie der OECD (Organization for Economic Cooperation and Development) vergleicht anhand statistischer Daten von 1991 die Bildungssysteme der 24 Mitgliedsstaaten.

  • Tribüne
  • Der amerikanische Präsident Clinton beginnt mit seinem Besuch „ein Jahr für Europa“

    Großes Interesse – geringes Engagement

    WASHINGTON. – In diesem Monat besucht der amerikanische Präsident zum ersten Mal seit seiner Amtsübernahme vor einem Jahr Europa.

    Von Robert G. Livingston

  • Das Festhalten am Regierungssitz Bonn ist die Fortsetzung der westdeutschen Lebenslügen

    Die ewig Gestrigen

    HAMBURG. – Kommt der ratlose Bürger draußen im Lande nach Bonn, erfährt er zumindest, was nicht not tut: „Umzug? Deutschland hat andere Sorgen Die Bonner CDU.

    Von Bernhard Wördehoff

  • Interview mit Seyed HosseinMousavian,iranischer Botschafter in Bonn

    „Wir sind die bösen Buben“

    ZEIT: Was sagen Sie zu den Berichten, wonach im Iran Hinrichtungen und Folter an der Tagesordnung sind? Amnesty international spricht von 140 politisch motivierten Hinrichtungen allein 1992.

  • Bonner Bühne

    Rheinische Depression

    Einen bemerkenswerten Doppeltenor hatten diesmal die Neujahrsbotschaften jeglicher politischer Façon. Einerseits ganz generell: Zeiten schlecht.

    Von Carl-Christian Kaiser

  • Die Medienberichte über die bosnische Tragödie hen an den wesentlichen Fragen vorbei

    Keiner hört hin

    MÜNCHEN – Der österreichische Fernsehkommentator Paul Lendvai sprach jüngst vom „vergessenen Krieg“ im ehemaligen Jugoslawien.

    Von Yvonne Badal

  • Zeitläufe
  • Bekenntnisse eines politischen Reporters

    Me and Bobby I.

    Er war ganz rein, dieser Maienmorgen kurz vor dem ersten großen Krieg. Die Amsel schlug, die Sonne überglänzte Buchengrün. Vier Maiden, ganz in Weiß, spazierten durch den Park derer von Arnim zu Boitzenburg.

    Von Christoph Dieckmann

  • Ein ganz besonderes Blatt!

    Heinrich Börnstein, der Gründer des Pariser Vorwärts! von 1844, wäre ohne sein merkwürdiges Blatt der Nachwelt kaum bekannt.

    Von Wolfgang Büttner

  • 1993 starben in Deutschland weniger Menschen am Rauschgift als in den Jahren zuvor. Dies ist nur scheinbar ein Indiz für Entspannung an der Drogenfront

    Weniger Tote – weniger Drogen?

    Die amtliche Bestätigung liegt zwar noch nicht vor, aber die Bundesregierung läßt schon ein bißchen frohlocken: Nach Jahren des stetigen Anstiegs ist die Zahl der Drogentoten in der Bundesrepublik 1993 zum erstenmal gesunken, vermutlich um mehr als zwanzig Prozent Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, der CSU-Abgeordnete und parlamentarische Staatssekretär Eduard Lintner, wird also, darf man annehmen, in diesem sogenannten Superwahljahr den Erfolg einer Politik feiern, die unbeirrbar auf Verbot und Strafe setzt.

    Von Günter Amendt

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