Es klingt eigentlich ganz vernünftig, was Finanzminister Theo Waigel da zur Debatte stellt. Der deutsche Beitrag in die Kasse der Europäischen Union sei zu hoch, sagt er. Zudem sei nicht einzusehen, warum die Briten einen gewaltigen Rabatt bekommen, die Deutschen aber mit Abstand größte Nettozahler sind. Darüber, so Waigel, sollte man ernsthaft diskutieren.

Im Prinzip ja, aber... Als das Thema aktuell war, da kniff Bonn. Das war beim Gipfel in Edinburgh, im Dezember 1992, in dessen Vorfeld Bundeskanzler Helmut Kohl vehement gegen den Briten-Rabatt polemisiert hatte. Beim Gipfel selbst blieb der Kanzler stumm und stimmte dem Finanzplan bis 1999 zu, womit die Beiträge der Mitgliedsländer praktisch zementiert wurden.

Natürlich weiß Waigel, daß er nicht den Hauch einer Chance hat, daran in absehbarer Zeit etwas zu ändern. Doch das zählt offensichtlich nicht. Die CSU hat beschlossen, sich bei den Euroskeptikern anzubiedern, um bei den anstehenden Wahlen nicht unter die Räder zu kommen. Und der CSU-Chef meint wohl, er dürfe da nicht abseits stehen. In Wahrheit steht er im Abseits. smi