Aufatmen in den deutschen Börsensälen: Die Gefahr, daß der Deutsche Aktienindex (Dax) unter die Marke von 2000 rutschen wird, scheint vorerst gebannt. Unter heftigen Schwankungen ist es wieder aufwärts gegangen. Dies im Gefolge der überwiegend festeren Weltbörsen, die sich durch das japanische Mammutkonjunkturprogramm animieren ließen. Für den deutschen Markt kam zusätzlich die wieder aufgelebte Hoffnung auf Zinssenkungen hinzu.

Ausländische Investoren waren an den deutschen Börsen zuletzt – anders als in den ersten Januarwochen – eher auf der Käuferseite zu finden. Und auch die inländischen Anlageprofis, vor allem die Fondsgesellschaften, die sich zu Beginn des Jahres durch Verkäufe Bewegungsspielraum verschafft hatten, füllen nun ihre Bestände wieder auf. Daß wegen der Zinshoffnungen auch diesmal wieder Bankaktien bevorzugt wurden, liegt auf der Hand. Die teilweise zweistelligen Aufwärtssprünge der Deutschen Bank lassen auf ausländische Käufer schließen. Sie deuten aber auch auf Aktivitäten an der Deutschen Termin-Börse (DTB) hin, von denen auch die Allianz-Aktien profitiert haben könnten.

Schwerer tat sich dagegen der Daimler-Kurs, der allerdings in der Vorwoche überdurchschnittlich gestiegen war. Damals wurde in den Börsensälen eine aktive Kurspflege durch die Deutsche Bank vermutet, die in den USA ein „Päckchen“ Daimler-Aktien (3,2 Prozent des Daimler-Kapitals) aus ihrem Besitz verkauft hat. Der Erlös soll bei rund eine Milliarde Mark liegen.

Den Vogel schoß in dieser Woche BMW ab. Die Kurse des Autobauers zogen am Beginn der Woche gleich um rund fünfzig Punkte an: Reaktion auf das Engagement bei dem englischen Autohersteller Rover.

Die Großchemie-Werte, die jetzt alle drei die Marke von 300 Mark übersprungen haben, profitieren weiterhin von dem allseits gelobten Tarifabschluß. Außerdem wurde bekannt, daß bei Bayer erwogen wird, an der vorjährigen Dividende von elf Mark festzuhalten. Das wäre zwar wegen des niedrigen Körperschaftsteuerguthabens eine geringere Kürzung der Gesamtausschüttung. Nach den letzten Quartalsberichten war aber eine Senkung der Bardividende befürchtet worden. Trotz der jüngsten Kurssteigerungen wird die Bayer-Aktie von einigen Banken als „Kauf“ eingestuft. K. W.