Der Skirennsport ist ein halsbrecherisches Geschäft. Man weiß es, und die es betreiben, wissen es selber am besten. Eine Schrecksekunde lang, immerhin, hält man den Atem an: Eine junge Frau aus Österreich, Ulrike Maier, eine Weltmeisterin, eine Olympiafavoritin, Mutter einer vierjährigen Tochter, hat sich beim Rennen auf der Kandahar-Piste in Garmisch das Genick gebrochen. Es ist der sechzehnte Fall auf der Totenliste dieses eisigen Gewerbes.

Entsetzen, Fassungslosigkeit, Ratlosigkeit – auf dem Sarg der jungen Frau bündeln sich, wie üblich, die Medienklischees der Trauer. Konsequenzen? Papperlapapp. Wissen doch alle, die da jetzt schlechten Gewissens diskutieren über die vielleicht überzogene „Taillierung“ der Bretter, auf denen man „wie auf Schienen“ fährt, mit 100 bis 140 Stundenkilometern zu Tal: Halb so halsbrecherisch ist auch nur halb so fernsehtauglich.

Österreichs Läuferinnen haben, um geschlossen am Begräbnis der verunglückten Kollegin teilnehmen zu können, ein ganzes Weltcup-Wochenende fahrenlassen. Wen wundert es unter den gegebenen Umständen noch, dies allen Ernstes annonciert zu finden als „eine erste Konsequenz“? Es ist kalt auf den Pisten, verdammt kalt. A.B.