Unternehmen beseitigen einen gefährlichen Konkurrenten, indem sie ihn aufkaufen. Und Parteien? Die CDU hat Susanne Tiemann, Präsidentin des Bundes der Steuerzahler, als Bundestagskandidatin aufgestellt. Sie war zwar schon Mitglied der Partei, gehörte in der Vergangenheit aber nicht gerade zu den Bewunderern der Bonner Finanzpolitik.

Deren Konsequenzen hat sie bereits vor anderthalb Jahren so charakterisiert: steigende Abgaben, sinkende Einnahmen, zusätzliche Schulden, Wachstumseinbußen, Arbeitsplatzverluste, Beschleunigung der Geldentwertung, Flucht in die Schattenwirtschaft, Steuer- und Staatsverdrossenheit. Wahrlich ein finanzwirtschaftliches Flächenbombardement. Theo Waigel entging ihm nur durch die Punktlandung in einem Haushaltsloch, das auf Frau Tiemanns Karten der Defizitlandschaft nicht mehr eingezeichnet war.

Nun zeitigt das harte Vorgehen der Präsidentin späte Wirkung: Frau Tiemann darf ins Parlament. Soll sie auf diese Weise mundtot gemacht werden? Will Theo Waigel sich auf perfide Weise an seiner Kritikerin rächen, indem er sie mit in den Schuldensumpf zieht? Die Beweggründe der Christdemokraten sind viel einfacher. Bundeskanzler Helmut Kohl hat sie ausgeplaudert: „Da haben wir ja endlich jemanden, der was von Finanzpolitik versteht.“ th