Wie leicht doch das Diskriminieren fällt. Das Pädagogische Seminar der Universität Münster hatte, als „Arbeitskreis Deutscher Studenten“ verkappt, die Kommilitonen aufgefordert, in der Mensa-Cafeteria zwei Warteschlangen zu bilden: eine für Deutsche, die andere für Ausländer. Damit solle, so hieß es, herausgefunden werden, wieweit ausländische Studenten von der billigen Essensmöglichkeit Gebrauch machen.

Und siehe da: Wie Lämmlein reihten sie sich alle ein, die Deutschen hüben, die anderen drüben. Keiner begehrte auf, als da selektiert wurde, keiner stolperte über die verschrobene Begründung. Und keinem kam die makabre Parallele zu jener schlimmsten aller Selektionen auch nur entfernt in den Sinn.

Die Fachleute sagen, solches Verhalten sei durchaus menschlich, nicht nur deutsch. Ein Trost ist das kaum. Denn die Geschichte und ihre Übermittler haben es offenbar nicht geschafft, unsere Sinne dauerhaft zu schärfen. Wir müssen immer wieder aufgeschreckt werden. Danke, ihr Pädagogen zu Münster, daß ihr dies mit eurem Streich getan habt! -cb-