AUGSBURG. – Der Finanzausschuß, hat harte Zeiten hinter sich. Wochenlang rechneten die Stadträte, um ein 75-Millionen-Loch im Haushalt zu stopfen – das größte in der Geschichte der Stadt. Heraus kam ein Sparpaket, das in Teilen auch kuriose Züge trägt. Wir zitieren aus der Augsburger Allgemeinen, die eine detaillierte Partitur des Streichkonzerts veröffentlichte:

Federgeld: Bisher bekamen die Lehrer von der Stadt im Jahr 20 Mark als Zuschuß für Kleinmaterial, das sie bei Arbeiten zu Hause verbrauchen. Dieser Zuschuß wird gestrichen, was den Etat um rund 50 000 Mark entlastet.

Vitamin C: Für rund 1000 Mark verteilte der Arbeitsmedizinische Dienst der Stadt jedes Jahr Vitamin-C-Tabletten. Dies fällt künftig weg, ebenso die Grippeschutzimpfung.

Finnen: Ebenfalls gestrichen wird eine 6000-Mark-Position „Ferienarbeit für junge Finnen“. Bisher wurden jedes Jahr junge Leute aus dem Land am Polarkreis im Grünordnungsamt beschäftigt.

Botendienst: Hier sollen für 335 000 Mark jährlich sechs Stellen wegfallen. Die Ämter bekommen dann nur noch einmal täglich die Dienstpost zugestellt, die Stadträte müssen sich ihre Sitzungsunterlagen aus Schließfächern selbst abholen.

Toiletten: Die Bedürfnisanstalt an der Wertachbrücke (9000 Mark) wird aufgegeben.

Naturmuseum: Die Räume werden weniger oft gereinigt. Das ist 44 000 Mark billiger.