Ab Anfang März gibt es in Deutschland eine neue Institution in Sachen Ferienforschung, den Studienkreis für Tourismus und Entwicklung. Er wird sich vor allem mit dem Dritte-Welt-Tourismus und Konzepten einer umwelt- und sozialverträglichen Urlaubsgestaltung befassen.

Der Studienkreis ist tot, es lebe der Studienkreis. Im oberbayerischen Sachsenkam ist der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung gegründet worden – sozusagen als Nachfolger seines im Herbst vergangenen Jahres in Konkurs gegangenen Vorgängers.

Das Starnberger Institut hatte das Wachstum der deutschen Reisebranche mehr als dreißig Jahre kritisch, neutral und unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Interessen begleitet. Wegen finanzieller und personeller Querelen hatten sich die großen Reiseveranstalter aus dem Mitgliederkreis verabschiedet und dem Verein damit das wirtschaftliche Fundament entzogen.

Das ehemalige Referat „Ferntourismus – Dritte Welt“ bildet nun die Keimzelle für die Neugründung. Geschäftsführer wird Armin Vielhaber, der vormalige Leiter dieses Bereichs im Starnberger Studienkreis. Schwerpunktmäßig will sich der gemeinnützige Verein mit den Chancen und Gefahren touristischer Entwicklung, vor allem in der sogenannten Dritten Welt, beschäftigen und Konzepte für einen umwelt- und sozial verträglichen Tourismus erarbeiten.

Das Institut wird auch die Sympathie-Magazine herausgeben. Die mittlerweile in einer Auflage von über vier Millionen Exemplaren erschienenen Broschüren vermitteln eine Länderkunde mit politischem, sozialem und wirtschaftlichem Hintergrund, wie ihn nicht alle der herkömmlichen Reiseführer bieten. Deshalb werden sie von zahlreichen Veranstaltern an ihre Kunden verteilt. Bundesregierung, Kirchen und entwicklungspolitische Organisationen fördern die Hefte seit Jahren finanziell.

Zu den Gründungsmitgliedern des neuen Studienkreises gehören unter anderem das Bildungswerk des DGB, die Arbeitsgemeinschaft für politische Bildung, das Hilfswerk Missio, aber auch Veranstalter wie Studiosus Reisen und Hetzel. Zum Vereinsvorsitzenden wurde der Leiter der Fachstelle Ferntourismus des kirchlichen Entwicklungsdienstes, Pfarrer Martin Stäbler, gewählt. Studiosus-Inhaber Mario Kubsch, einer der größten Abnehmer der Sympathie-Magazine: „Weil der renommierte Starnberger Studienkreis eine gute, wertvolle Arbeit für unsere Branche geleistet hat, sind wir froh, daß, uns dieses Know-how erhalten bleibt.“

In diesem Jahr, sollen die Magazine „Mexiko“ (Neuauflage), „Simbabwe“ und das Themenheft „Fremdes verstehen“ erscheinen. Die bisher veröffentlichten 27 Magazine können unter Voreinsendung eines Verrechnungsschecks beim Studienkreis für Tourismus und Entwicklung, Kapellenweg 3, 82541 Sachsenkam bestellt werden. Sie kosten sechs Mark.