So funktioniert Schattenboxen: Der Bund gewährt den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, gelten sollte er von 1996 an. Rund 600 000 Plätze müßten deshalb in Deutschland neu geschaffen werden, um zumindest die Dreijährigen zu versorgen. Zahlen wollte Bonn allerdings nicht dafür, das sollten Städte und Gemeinden besorgen. Bürgermeister und Stadtkämmerer hatten daraufhin leichtes Spiel: Voller Empörung konnten sie mit dem Hinweis auf die knappen Kassen den Rechtsanspruch ablehnen. Ihr Glück, daß Bonn ihnen nicht entgegenkam, so konnten sich die Gemeinden in ihre Ecke des Schattenboxrings zurückziehen – und nichts tun.

Nun haben die Länderminister den Kampf entschieden. Der Rechtsanspruch bleibt, aber nur „im Prinzip“. Er wird einfach um zweieinhalb Jahre verschoben, wenn es an Kindergartenplätzen mangelt. Wie praktisch für Bund, Länder und Kommunen. Und die Kinder? Kinder haben beim Schattenboxen nichts zu suchen. th