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  • Ausgabe 13/1994

    Ausgabe 13/1994

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Mafia, P 2 und die Ritter

    In Italien hat mittlerweile der Kampf gegen Korruption einen Namen: Operation „Saubere Hände“. Mutige Mailänder Staatsanwälte ermitteln gegen prominente Politiker und mächtige Staatsdiener.

  • Am 27. März wählen die Ukrainer ein neues Parlament. Ihrem Land droht der Zerfall, die Reformen stocken, während die Wirtschaft verfällt

    Lohn: ein Kochtopf

    Das Land ist groß – noch. Aber die Wahlplakate sind schon so klein, als ob hier niemand mehr an die Zukunft des gerade 28 Monate alten Staates glauben würde.

  • In Moskau schwirren Gerüchte über einen Putsch gegen Jelzin

    Wer steckt dahinter?

    Am 14. März mußte Verteidigungsminister Pawel Gratschow in letzter Minute einen Besuch beim Petersburger Militärbezirk absagen.

  • Im Norden des Irak haben die Kurden zwar ihren eigenen Staat, doch es herrschen Armut und Kampf

    Was ist das – ein normales Leben?

    Wie ich hier lebe, fragst du?“ Ein Verkrüppelter erhebt die Stimme: „Wie wir leben? Nennst du das noch Leben? Seit sieben Tagen sitze ich hier auf meinem Sack Getreide, damit der gemahlen wird.

    Von Namo Aziz

  • Nachruf auf Günter Mittag

    Total gescheitert

    Er war, neben SED-Generalsekretär Erich Honecker und Staatssicherheitsminister Erich Mielke, der mächtigste Mann in der DDR: Günter Mittag, Sekretär für Wirtschaft, Mitglied des SED-Politbüros und des Staatsrates der DDR.

    Von Joachim Nawrocki

  • Zum Bundesgerichtsurteil in Sachen „Auschwitz-Lüge“

    Eine Perversion rechtlichen Denkens

    Unter aufgeklärten Leuten ist seit jeher unumstritten, daß ein Mensch weder vom Gesetz noch vom Richter allein deshalb sollte bestraft werden dürfen, weil er eine schlechte oder womöglich nur die „falsche“ Gesinnung hat.

    Von Hans Schueler

  • Der Prozeß gegen Paul Touvier beleuchtet die Verstrickung der französischen Kirche in die Kollaboration mit den Nazis

    Ein kleiner Gehilfe des Hitler-Regimes

    Mit den Mitteln des Rechtsstaates allein ist es unmöglich, das Erbe der Tyrannei zu bewältigen. Der Prozeß gegen den französischen Kollaborateur Paul Touvier, der vorige Woche vor dem Schöffengericht in Versailles begonnen hat, wird diese Feststellung wieder einmal erhärten.

    Von Joseph Rovan

  • Wirtschaft
  • Computer werden immer schneller. Ihre Benutzer kommen nicht mehr mit

    Nörgelei programmiert

    Der eigentliche Clou auf der diesjährigen Computermesse Cebit in Hannover ging im allgemeinen Trubel fast unter: der erste PC für den Einsatz im Wasser.

  • Steuern: Koalition und SPD streiten sich um Solidaritätszuschlag und Ergänzungsabgabe

    Wer sind die Besserverdienenden?

    Unter Steuerpolitikern gilt von altersher der Grundsatz „Alte Steuer – gute Steuer, neue Steuer – schlechte Steuer“. Diese Erkenntnis gilt offenbar selbst dann, wenn die alte Steuer vom Gesetzgeber schon beschlossen, aber noch gar nicht in Kraft getreten ist.

  • Peng, bum!

    Immer wenn die mangelhafte Vorbereitung von Jugendlichen auf die real existierende Wirtschaft eines hochentwickelten Industrielandes wie der Bundesrepublik Deutschland beklagt und eine bessere Anpassung auch der akademischen Ausbildung an diese Wirtschaft gefordert wird, verweist Kollege G.

  • Kakao: Die Blütezeiten im Geschäft mit der tropischen Frucht sind passé

    Bittere Bohnen

    Der Urwaldriese ist durch einen Mattenzaun abgeschirmt. Er ist der letzte, der im Bereich von Binaó noch steht, dem Dorf im Westen der Elfenbeinküste.

  • Satelliten: Die Welt soll vernetzt werden

    Pure Phantasie

    Die Projektbeschreibung liest sich wie aus einem besseren Science-fiction-Roman. Bis zum Jahr 2001 wollen zwei amerikanische Unternehmer 840 Satelliten im All plazieren, über die dann Menschen in aller Welt drahtlos kommunizieren können.

  • Privatisierung: Radikal splittet die britische Regierung die Eisenbahn in sechzig neue Firmen

    Sieg der Theorie

    Am 1. April wird alles anders bei British Rail – oder auch nicht. An diesem Tag beginnt die größte Reorganisation der britischen Eisenbahn seit ihrer Verstaatlichung im Jahr 1948.

  • Bonner Kulisse

    Kann Exinnenminister Rudolf Seiters (CDU), der nach einem umstrittenen Polizeieinsatz gegen Terroristen in Bad Kleinen zurücktrat, auf eine neue Karriere in Brüssel hoffen? Seine Partei sieht ihn – neben Treuhandchefin Birgit Breuel – als geeigneten Kandidaten für einen der beiden Brüsseler Kommissarsposten, die Bonn bis Ende des Jahres zu besetzen hat.

    Von Thomas Hanke

  • Deutsche Bank: Das mächtige Geldinstitut räumt Positionen in der Industrie – seinen Einfluß gibt es nicht preis

    Abschied von alten Schachteln

    Tröpfchen für Tröpfchen“, pflegte der Nestor der Deutschen Bank, Hermann Josef Abs, auf die Frage zu antworten, wie er in den fünfziger Jahren heimlich ein großes Paket Daimler-Benz-Aktien zusammengekauft habe.

    Von Hans Otto Eglau

  • Die Favoriten wechseln

    Irritierende Zinssignale aus den Vereinigten Staaten sorgten an den deutschen Börsen nicht nur für schwächere Rentenkurse, sondern obendrein auch für deutliche Kursschwankungen bei den Aktien.

  • Marketing: Bei der Werbung um junge Kunden werden die Banken vorsichtiger

    Ganz cool ins Minus

    Beim Stichwort Jugendmarketing halten sich die Experten der Kreditindustrie neuerdings zurück. Allesamt verweisen auf die gesetzlichen Vorschriften, die die Banken einhalten müßten.

  • Bundeswehr

    Eingebunkert

    Die neuerliche Posse des Verteidigungsministeriums gehört zum Besten, das je von der Hardthöhe geboten wurde. Da läßt der Verteidigungsminister, angesichts leerer Kassen, einen General als Sonderbeauftragten für Rationalisierungsmaßnahmen zusammen mit zwei renommierten Unternehmensberatern gut ein Jahr lang ermitteln, wie und wo die Bundeswehr kostspielige Schwachstellen beseitigen könnte, und kurz nach Übergabe seiner Studie bittet der Sonder-General um seine Demission.

  • Pflegeversicherung

    Quergelegt

    Wieviel Feiertage kostet eine Pflegeversicherung? Einen, anderthalb, zwei oder gar noch mehr? Die politischen Parteien sind ratlos, wie so oft.

  • Europäische Union: Ohne neue übernationale Machtträger in der Wirtschaftspolitik bleiben die Interessen der Bürger auf der Strecke

    Jenseits der Sachzwänge

    Daniel Bell, der Harvard-Soziologe, fand schon vor Jahren, daß der Nationalstaat „für die großen Probleme zu klein und für die kleinen zu groß“ sei.

  • Cocom: Das Gremium zur Kontrolle des Ost-West-Handels wird nun offiziell aufgelöst

    Neue Regeln für den Club

    Ende des Monats können die diskreten Wachen vor dem Hauseingang in der Rue La Boétie 58 abgezogen werden. Die Herren, die hier mitten im Herzen von Paris regelmäßig mehr oder weniger verstohlen ein- und ausgingen, werden nicht mehr kommen.

  • Österreich: Vor allem die Bauern fürchten Brüssel – noch ist die Mehrheit für den Beitritt zur Europäischen Union nicht gesichert

    Angst vor dicker Luft

    Preisfrage: Wo findet man den „Auspuff Europas“? Antwort: in Österreich, denn so nennen die Tiroler inzwischen ihr Bundesland im Herzen der Alpen.

    Von Klaus-Peter Schmid

  • Brüssel bewahrt die Autobranche vor mehr Wettbewerb

    Schutz ist Gift

    Eine Zahl spricht für sich – 0,4 Prozent. Um nicht mehr dürfen die japanischen Autoproduzenten ihre Exporte aus dem Heimatland in die Staaten der Europäischen Union 1994 erhöhen.

    Von Heinz Blüthmann

  • Wissen
  • Der Geist des Dr. Marangoni

    Ende dieser Woche werden erste wissenschaftliche Ergebnisse der D-2-Mission der Öffentlichkeit vorgestellt. Um ihre Experimente zu diskutieren, die während des zweiten deutschen Spacelab-Flugs vom 26.

    Von David Jones

  • Energie und Umwelt

    Am Abbau der Ozonschicht sind offenbar auch Waldbrände und andere Ursachen beteiligt. Das berichten Forscher vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz (Science, Bd.

  • Erforscht und erfunden

    Die schönsten Männchen sind auch die besten – jedenfalls bei den Turmfalken. Wie finnische Forscher berichten, läßt ein prachtvolles Äußeres auch auf innere Qualitäten schließen (Animal Behaviour, Bd.

  • Kriminell

    Das waren noch Zeiten! Da flogen jedem Grüppchen aus allen Richtungen Sympathien zu, wenn es sich nur als Befreiungsbewegung ausgab.

  • Lehrzeit

    Jeder zweite der 1,8 Millionen Studenten in Deutschland muß neben dem Studium jobben, um finanziell einigermaßen über die Runden zu kommen.

  • Glasnost für die Gentechnik

    Was das Geheimnis der Vererbung von Eigenschaften lebender Organismen von Generation zu Generation betrifft, da bin ich so sehr ein Kind des zwanzigsten Jahrhunderts und habe seine Begriffe so tief verinnerlicht, daß ich Schwierigkeiten habe, mir vorzustellen, wie frühere Generationen ohne diese Lehre überhaupt auskommen konnten.

  • Wenn heiße Tropfen wandern

    Man glaubt es nicht: Ausgerechnet die Deutschen sind dabei, sich einem Ziel zu nähern, das Amerikaner und Russen seit mehr als zwei Jahrzehnten im Weltraum anstreben – bisher allerdings erfolglos.

    Von Anatol Johansen

  • Vom Nationalsozialismus über die Sowjetdoktrin bis heute: Wie sich die Wissenschaft von der Vererbung wandelte

    Genetik und die Politik

    Als ich noch sehr jung war, da herrschte sie über unser aller Leben, war eine sozusagen staatstragende Wissenschaft. „Natürliche Zuchtwahl“, „Ausmerzung verkrüppelten oder lebensunwerten Lebens“ und „Rassenhygiene“ waren politische Begriffe, die jeden einzelnen berührten, in manchen Fällen über Tod und Leben entschieden haben.

  • Das letzte Abenteuer der Zivilisation: Eine geisteswissenschaftliche Promotion

    Is’ was, Doc?

    Eigentlich wollte ich gar nicht promovieren. Studieren ja, aber doch nicht „den Doktor machen“, wie meine Großmutter immer sagte, und von den Leuten hartnäckig für einen Arzt gehalten werden.

    Von Matthias Nöllke

  • Deutschlands Vergangenheit, Europas Zukunft und die Beziehungen zwischen Bonn und Paris

    Wenn Marianne mit Michel hadert

    Ein ehrlicher Mann, der in die Fremde geschickt wird, um für sein Land zu lügen – so wurde in robusteren Zeiten der Diplomat definiert.

    Von Theo Sommer

  • Ungenügend

    Vier Neulinge rangen lange mit sich und den alten Kameraden, um endlich in Europas erste Klasse, die Union, vorgelassen zu werden.

  • Rudolf Scharpings Steuerpläne – undurchdacht

    Schuß nach hinten

    Die größte Gefahr für einen sozialdemokratischen Wahlsieg im Oktober sind eigene Fehler, hatte Rudolf Scharping die SPD gewarnt.

    Von Thomas Hanke

  • Trendsetter

    Schleswig-Holstein hat seine Kommunalparlamente gewählt: Verluste für SPD, CDU und FDP, Gewinne für Grüne und bürgerliche Protestgruppierungen.

  • Auch wenn Kritiker es bestreiten: Geisteswissenschaftler sind der Zeit oft voraus

    Klarer Blick vom Elfenbeinturm

    Vor mehr als zwei Jahren erzählte mir ein israelischer Kollege von einem faszinierenden Projekt. Er wollte herausfinden, wie das Erbe der Aufklärung im Nahen Osten gewirkt hatte, warum der offene oder versteckte Rückbezug auf Europa das Selbstverständnis und die Fremdbilder von Israelis und Arabern bis in die heutige Zeit prägte.

  • DIE ZEIT
  • Mexikos Präsident Salinas hat eine einmalige Chance: die Verwirklichung der Demokratie

    Der Zündsatz von Chiapas

    Für die mexikanische Demokratie ist 1994 das entscheidende Jahr. Die Staatspartei, die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI), die Francos Falange und selbst die kommunistische Partei in der Sowjetunion überdauert hat, weiß keine überzeugende Antwort auf Mexikos Kernproblem: Die politischen Strukturen passen längst nicht mehr zur sozialen, ökonomischen und kulturellen Wirklichkeit des Landes.

    Von Carlos Fuentes

  • Berlin: Betriebe wandern ab, die Arbeitslosigkeit steigt – dem Senat fehlt ein Konzept für die wirtschaftliche Zukunft der deutschen Hauptstadt

    Warten auf den Urknall

    Berlin, deutsche Hauptstadt, viereinhalb Jahre nach dem Fall der Mauer. Von der Euphorie, die Politiker nach der Wende herbeiredeten, ist in der Stadt nicht mehr viel zu spüren.

  • Will Nordkorea zu einer Atommacht werden oder bloß Anerkennung und Wirtschaftshilfe erzwingen?

    Der Wahnsinn hat Methode

    Im Waffenstillstandsort Panmunjom packte am vergangenen Samstag Park Young Su seine Akten zusammen. „Seoul wird sich in ein Flammenmeer verwandeln“, schrie der Delegationschef aus Pjöngjang die Vertreter Südkoreas an.

    Von Matthias Naß

  • Deutsche Rechtsradikale schießen in Südafrika

    Kennzeichen D

    Touristen sind in Südafrika mitunter gefährdet – und manchmal gefährlich. Zum Beispiel jene drei Deutschen, die sich vorige Woche in der Nähe von Pretoria ein wildes Feuergefecht mit der Polizei lieferten.

  • Die gefräßigen Raupen des Schwammspinners haben 1993 riesige Waldgebiete kahlgefressen. Nun kommen sie wieder – in noch größerer Zahl

    Chemie für den Wald

    Die Natur hat versagt. Jetzt ist die Chemie gefragt. Zum Einsatz kommen soll sie gegen die gefräßigen Raupen des Schwammspinners.

    Von Helga Keßler

  • Immer und überall ist alles wieder anders. Was immer und überall gleich bleibt, sind die anderen Touristen. Eine Typologie

    Von Bewußtseins-Backpackern und Passionsreisenden

    Abflug Sydney, nächster Haltepunkt Singapur-Airport: wieder eine ganz andere Welt, eine fremde Kultur. Auf dem Plan steht noch ein Abstecher zum 400-Suiten-Palast des Chef-Sultans von Brunei, dem reichsten Menschen auf unserem Erdenrund.

    Von Bernd Müllender

  • Führer durch die Eßkultur Italiens

    In keinem Urlaubsland der Welt ist es leicht, Restaurants zu finden, in denen Preis und Qualität übereinstimmen. Allzuoft sind die Gastwirte in den touristischen Hochburgen darauf aus, das schnelle Geld zu verdienen.

  • Wie eine sachkundige Ärztin den jüngsten Medienrummel erlebt

    Mißbildungen durch Umweltgifte?

    Froster: Die bekanntgewordenen Fälle von Extremitätendefekten bedürfen gewiß einer sorgfältigen Prüfung. Die Sorgen der Eltern, die ein Kind mit solcher Fehlbildung haben, kann ich gut verstehen, ebenso ihr Bedürfnis, die Ursachen dafür zu finden.

    Von Hans Schuh

  • Ministerpräsident Manfred Stolpe: Nicht was war, bedrängt ihn, sondern wie er sagt, daß es gewesen sei

    Schwierigkeiten mit der Wahrheit

    Den letzten Ostsee-Urlaubstag des Jahres 1982 verdarb die Post. Da stak die gefürchtete Karte im Kasten: Einberufungsprüfung.

    Von Christoph Dieckmann

  • Außenminister Kinkels Töne irritieren die EU-Partner

    Mit dem Holzhammer

    Hat Klaus Kinkel den Spaniern bei den Verhandlungen über die Erweiterung der EU wirklich gedroht, er werde ihnen das „Rückgrat brechen“? François Scheer, Frankreichs Botschafter in Bonn, brachte das böse Wort in Umlauf, doch in Brüssel will es keiner gehört haben, nicht einmal die Spanier.

  • Worte der Woche

    „Ich habe Tarifverhandlungen erlebt, bei denen die Unternehmer dem Servierpersonal höhere Trinkgelder gaben als die Beträge, um die wir stritten.

  • Für Feuerland, den äußersten Zipfel Südamerikas, braucht man starke Nerven

    Endstation Ushuaia

    Am Anfang war nur Licht, und der Blick aus dem Fenster des Flugzeugs war atemberaubend. Der Himmel stand in Flammen, und darunter funkelten die Reflexe vom Wasser der Magellanstraße wie pures Gold.

    Von Uta Bangert

  • Auf Grabbe-Tour in Detmold

    Spuren eines kurzen Lebens

    Der Nebel wird dichter, je mehr ich mich Detmold nähere. Die Welt suppt grau zu. Die Kreisstadt, 70 000 Einwohner samt Eingemeindungen, liegt im Tal zwischen Teutoburger Wald und Weserbergland, Bielefeld und Paderborn.

    Von Uwe Ruprecht

  • Zeitspiegel

    Kampf der Armut! So lautet ein hehrer Grundsatz des Entwicklungshilfeministeriums in Bonn. Einer besonders notleidenden Person in Südafrika wurden jetzt zwei Millionen Rand – rund eine Million Mark – zugesagt: Marike de Klerk.

  • Am Sonntag wählt Italien. Doch das Volk ist ernüchtert – auch in Mailand, wo einst das politische Erdbeben begann

    Links gegen rechts

    Der adrett gekleidete Graubärtige, unauffällig wie ein Kommunalbeamter, hastet durch Mailands Salon, die Passagen am Domplatz.

    Von Klaus Härtung

  • Der Krach am Rhein

    Der Sturm hat sich gelegt, die Oberfläche ist wieder glatt und freundlich. Spannungen zwischen Bonn und Paris? Journalistische Erfindungen! Das Verhältnis ist doch ausgezeichnet, von „tiefem gegenseitigen Vertrauen“ geprägt, die Beziehungen „freundschaftlich und konstruktiv“.

    Von Christoph Bertram

  • Die Rechte gewann die Wahlen in El Salvador

    Sicherer Sieg

    Die Rechte grölte garstige Lieder vom „Grab der Roten“, während El Salvadors ehemalige Guerilleros den „Wahlbetrug“ der Regierung anprangerten.

  • Beim Thema Umweltschutz hat die SPD in ihrem Regierungsprogramm der Mut verlassen

    Triumph der Opportunisten

    Der Stammtisch fordert seinen Tribut – unerbittlich, wenn es um ein weltweites Unikum zwischen Flensburg und Füssen geht: die freie Fahrt auf deutschen Autobahnen.

  • Die nordmährische Stadt Svitavy ist ins Rampenlicht geraten. Die bange Frage geht um: Werden jetzt noch mehr Heimweh-Touristen kommen

    Hier wurde Oskar Schindler geboren

    Es war ein graudunstiger, naßkalter Werktag in der nordmährischen Kleinstadt Svitavy, als der Oberrabbiner von Prag im Stadtpark ein blütenweißes Tuch von zwei grauen, knapp zwei Meter hohen und sich gegenseitig stützenden Granitblöcken zog.

  • Warnung vor Dieben und Betrügern

    Ein Auto steht an der Ampel in Rio. Es ist heiß. Lässig lehnt der Arm des Fahrers aus dem Fenster. Die Ampel springt auf Grün.

    Von Thomas Feibel

  • Die Ampelkoalition in Brandenburg ist zerbrochen. Aber Manfred Stolpe will dennoch weiterregieren

    Der Widerspenstige war nicht zu zähmen

    Endlich bekommen wir eine gute Opposition in Brandenburg“, sagt ein Beobachter der turbulenten Szene am späten Dienstag abend im Landtag.

    Von Joachim Nawrocki

  • Der Herr der Glanzbilder

    Wer Ernst Freihoff zum erstenmal begegnet, glaubt nicht, daß sein dezidierter Lebenszweck ist, „den Menschen Freude zu bereiten“: eine mächtige, etwas grimmige Gestalt mit großem Kinn und großen Altmännerohren, ein Chef im weißen Kittel.

  • Gesellschaft
  • Manager und Märkte

    Raffinerie Leuna: Notnagel aus Rußland Hertie-Konzern: Karstadt hält Einzug Telekom: Verbindung mit Dolmetscher

  • Dunkle Ritter im weißen Gewand

    Heinrich Maria Graf Henckel von Donnersmarck, der jetzt „Herr Augustinus“ heißt, weiß, daß der Mantel mit dem fünffachen Jerusalemkreuz seine Nachteile hat.

    Von Egmont R. Koch und Oliver Schröm

  • Kreuzzüge für die Menschenrechte? Die Uno als Weltpolizei? Schon Anacharsis Cloots träumte von einer Weltrepublik. Und starb unter der Guillotine.

    Die blaue Nation

    Beginnen wir, denn es geht um das Menschengeschlecht, bei Adam und Eva. Nein, nicht ganz, etwas danach, Genesis, 11. Kapitel, Turmbau zu Babel Eine seltsame Geschichte, plötzlich mittendrin, ohne tieferen Zusammenhang steht sie da, zwischen den Stammbäumen von Noahs Söhnen, Japhet, Cham und Sem: „Alle Welt hatte nur eine Sprache und dieselben Laute.

    Von Benedikt Erenz

  • Siemens will die Ost-Meiler sanieren

    Für fünf Milliarden

    HÜTTL: Es gibt dort grundsätzliche Sicherheitsdefizite und je nach Alter und Typ nach unserer Auffassung auch gravierende Mängel.

  • Mit Fasten und Fango in den Frühling

    Fit wie ein Turnschuh soll man sich fühlen, wenn es nach dem Willen der Anbieter von Schönheitskuren, Diätwochen oder Sportferien geht.

  • Bahn: Lieber rechtzeitig reservieren

    Bereits zwei Monate im voraus und in der Regel bis 24 Stunden vor Reisebeginn kann man sich eine Platzkarte besorgen; im Inter-CityExpress haben Fahrgäste erster Klasse sogar die Möglichkeit, noch in „letzter Minute“ ihre Sitzplätze zu buchen – zum Nulltarif.

  • Noch einmal zu „Schindlers Liste“

    Stichelei

    Steven Spielbergs Traum hat sich erfüllt. Am Montag abend gewann „Schindlers Liste“ in Los Angeles fast alle wichtigen Oscars: für den besten Film des Jahres, die beste Regie, das beste Drehbuch, den besten Schnitt, die beste Kamera.

    Von Andreas Kilb

  • D-Day - einen Tag vier Monate lang feiern

    Das Fährschiff ist fast leer. Etliche Lastwagen, kaum zwei Dutzend Passagiere. Die Normandie ist ein neunstöckiger schwimmender Palast mit Kino, Ladenstraßen und etlichen Restaurants.

    Von Reiner Luyken

  • Verflogen

    Wir schämen uns. Obwohl wir gerade eben noch total happy waren. Vergangene Woche hatten wir im Reisebüro nämlich einen dieser Tagesflüge gebucht, die einem ständig wie Sauerbier angeboten werden, zum Karneval nach Venedig, zum Opernball nach Wien, zum Sonnen nach Elba oder zum Shopping nach London.

  • Aviatours: Wieder eine Pleite

    Wir haben schon im März 1993 einen Tip erhalten“, sagt Rita Schmidt, Prokuristin bei der Hamburger Reisebürokette Menzell. Seitdem buchte das Unternehmen Offerten von Aviatours Richtung Indischer Ozean, Südsee und Karibik nur noch auf besonderen Wunsch der Interessenten.

  • Kultur
  • Bis zum Ural: der „Generalplan Ost“

    Entfesselte Technokratie

    In der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts wurden wie im Fieberwahn Nationen zur Abgrenzung, zur Selbstüberhöhung, zum Blutrausch getrieben.

  • BUCH IM GESPRÄCH

    Zufriedener Prophet

    Mit drei Enthüllungen wartet Vernon A. Walters, Botschafter der Vereinigten Staaten in Bonn von 1989 bis 1991, in diesem Rückblick auf seine deutschen Erfahrungen auf: Er sagte als erster die baldige Wiedervereinigung voraus; er wurde deshalb von seinem Außenminister Baker schikaniert; und Hans-Jochen Vogel hat ihn umarmt.

    Von Christoph Bertram

  • Zeitmosaik

    Schöne Wirkung der deutschen Einheit: Winckelmann ist uns im Westen näher gekommen. Schon, daß wir über das Kopfsteinpflaster des altmärkischen Städtchens Stendal holpern und das Haus suchen können, in dem der Begründer der wissenschaftlichen Archäologie 1717 als Sohn eines Flickschusters geboren wurde.

  • Günter de Bruyn in der Nachfolge Fontanes

    Spröde Eleganz

    Wer sich heutzutage aufmacht, um die Mark Brandenburg zu beschreiben, wandelt, auch wenn er es nicht vorhat, auf Fontanes Spuren, und zwar nicht nur, weil er Fontane-Straßen, Fontane-Lehrpfaden, Fontane-Zitaten und Fontane-Denkmälern häufig begegnet, sondern auch, weil er in den Dunstkreis des von Fontane geschaffenen, oder zumindest bewußt gemachten, Mythos dieser Landschaft gerät.

  • Auf den Punkt

    Werte Kongreßteilnehmer, hier kommt Charles Bukowski mit „Musik am Morgen“: „Es ist besser als Liebe, denn es hinterläßt keine Wunden: am Morgen stellt sie das Radio an, Brahms oder Ives oder Strawinski oder Mozart.

    Von Konrad Heidkamp

  • Frühschrift als Spätwerk: „Gedankendämmerung“

    Das Herzzerreißende

    Der greise E.M. Cioran, hört man, spricht kaum noch, teilt sich lieber durch Gesten und Gebärden mit, sofern der Stupor es zuläßt.

    Von Ulrich Horstmann

  • Zum Tode des Schriftstellers, Verlegers und gläubigen Kommunisten Walter Janka

    Spuren eines tapferen Lebens

    Daß er ein Schreiber von eigenem Gewicht war, führen seine beiden Bücher „Schwierigkeiten mit der Wahrheit“ und „Spuren eines Lebens“ vor; daß er ein großartiger Verleger war, läßt sich leicht an der Autorenliste des von ihm geleiteten Exilverlags El Libro Libre und des von ihm geführten Aufbau-Verlags nachweisen; daß er ein Kommunist von altem Schrot und Korn war, zeigt ein „makelloser“ proletarischer Lebenslauf: Vater KPD-Mitglied, er schon 1933 Leiter der kommunistischen Jugendverbände im Erzgebirge, Juni 1933 Gestapo-Haft und KZ, 1935 Emigration und Teilnahme am Freiheitskampf der Internationalen Brigaden in Spanien, drei Jahre Haft in den berüchtigten französischen Lagern St.

    Von Fritz J- Raddatz

  • Christa Wolf feiert Geburtstag, und die Leipziger Buchmesse feiert sich selbst

    Leipzig intim

    Die Fahnen vor den Messehäusern am Markt klirren im Wind. Alles wie immer: die Fahrstuhlführer, die knarrende Holztreppe, die ratternde Belüftungsanlage.

    Von Iris Radisch

  • Kino: Ken Loachs Film „Raining Stones“

    Zum Greifen nah, so fern

    Der große Jubel auf der Berlinale ist noch nicht verrauscht, da kommt Ken Loachs Film ins Kino. Leider nicht „Ladybird, Ladybird“, dessen Hauptdarstellerin einen Silbernen Bären gewann und der dennoch ins Herbstprogramm verbannt wird.

  • Mit Gerhard Stadelmaier durchs deutsche Theater

    Hui! und Pfui!

    Mitten auf der mühseligen und beladenen deutschen Theaterebene sitzt zwischen zwei Säcken der Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier.

    Von Robin Detje

  • Kinder und Holocaust: Drei Bücher über einen wenig erforschten Aspekt der Judenvernichtung

    „Gibt es dort auch Spielplätze?“

    In der Fülle der Literatur über den Holocaust sind Untersuchungen über die Situation von Kindern selten zu finden. Schätzungen zufolge sind weit über eine Million Kinder von den Schergen der Nazis getötet worden, in den Ghettos verhungert oder an einer der zahlreichen grassierenden Seuchen gestorben, weil Medikamente, Nahrung und Ärzte fehlten.

    Von Elke Schubert

  • Die „Applausmaschine“ von Ana Blandiana

    Ein Buch fürs Volk

    Auch schlichte Sätze machen Literaturgeschichte. Es sind Sätze des Aufruhrs, des Widerstands, der Selbstbesinnung. „Wir sind das Volk“ ist ein solcher Satz, skandiert im Jahr der Freiheit 1989 von Millionen Stimmen.

  • José Saramago korrigiert die portugiesische Geschichte

    Nicht Stadt, sondern Weib

    Ein denkwürdiges Blutbad befreite die Stadt von ihren Unterdrückern. Jetzt konnte Afonso Henriques an die Eroberung von Lissabon gehen, diese blühende Stadt an der Mündung des Tejo, ein Treffpunkt der reichen Araber.

    Von Henry Thorau

  • ICH LESE GERADE...

    Den wissenschaftlichen Skandal – es gibt ihn doch noch! Diesmal steckt er in Liah Greenfields Buch: Nationalism. Five Roads to Modernity (Harvard UP, Cambridge/Mass.

  • Die Verstrickung des Ziegenschwanzes

    Dies ist ein Krimi mit ideologisch verblendeten Massen- und gemeinen Lustmördern. Eine Polit-Groteske. Aber auch eine Erzählung über die Macht, die der Holocaust noch über die hat, die ihm entronnen sind.

  • Frank Lloyd Wright in New York: 35 Jahre nach seinem Tode zeigt das Museum of Modern Art sein Werk in der größten Ausstellung, die dem Architekten je ausgerichtet worden ist

    Moderner Altmeister

    Es könnte sein, daß diese große Ausstellung, mit der das Museum of Modern Art in New York den Architekten Frank Lloyd Wright so genießerisch ins Gedächtnis ruft, genau zur rechten Zeit arrangiert worden ist – und den Blick auf einen verwischten Seitenweg der Moderne lenkt, der „organische Baukunst“ heißt, Denn nachdem die klassische Moderne jahrzehntelang unter Mißbrauch gelitten und die Postmoderne sich so schnell verbraucht hat, da der Dekonstruktivismus nichts als eine bizarre Randerscheinung bleiben und die konstruktive Architektur mit dem provinziellen Vorwurf zurechtkommen muß, kompliziert zu sein, könnte das vergessene Genie Erfrischung versprechen.

    Von Manfred Sack

  • HERMANN KANT

    Meine Jahre mit Helmut Kohl

    Nicht, daß es ihm an Eifer fehlte, aber im Ausdruck war er schwach. So tat er das Richtige, als er nach einer Lesung Rat bei mir suchte.

  • Sprung über die Sparten

    Jedes Musikschulkind lernt: Ein Punkt verlängert die Note um die Hälfte ihres Wertes. Für den Punkt hinter dem Logo der neuesten deutschen Musikmesse wäre das natürlich zuwenig, wegen einer Gewinnspanne von schlapp fünfzig Prozent würde sich der ganze Rummel nicht lohnen.

  • Johannes R. Becher in seinen Briefen

    Ich habe mir geschworen, einer der Großen zu werden

    Die zwölf Jahre, die ich außerhalb Deutschlands leben mußte, waren für mich die härtesten Prüfungen meines Lebens; ich möchte beinahe sagen, es war das Fegefeuer, wenn nicht die Hölle .

  • Fernseh-Kritik

    Aufwand verpufft

    Die Deutschen, man weiß das, sind für die Komödie nicht begabt. Dennoch glückt ihnen hin und wieder eine. Für die schwarze Komödie fehlt ihnen, scheint’s, jegliches Gespür.

    Von Barbara Sichtermann

  • Die preußische Akropolis

    Die Stiftung ist preußisch. Wenn sie eine Sache in die Hand nimmt, dann klingt es nach Akten: „Beschränkter Internationaler Realisierungswettbewerb für die Planung der Wiederherstellung des Neuen Museums und der Errichtung von Ergänzungs- und Verbindungsbauten zur Zusammenführung der Archäologischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin auf der Museumsinsel“.

    Von Rudolf Stegers

  • „Religionswende“ – eine neue ZEIT-Serie diskutiert religiöse Grundbegriffe

    BLASPHEMIE

    Ende der 60er Jahre, unter dem Eindruck der studentischen Protestbewegung, glaubten viele, die Religion sei „am Ende“. 25 Jahre später erscheint solcher Glaube fast lächerlich.

    Von Christoph Türcke

  • Bayerische Dorfwelt im 18. Jahrhundert: Rainer Becks detailgenaue Studie über Unterfinning

    Mikrokosmos der Vormoderne

    Die vom Münchner Historiker Rainer Beck vorgelegte umfängliche Studie über das bayerische Dorf Unterfinning trägt den Untertitel „Ländliche Welt vor Anbruch der Moderne“.

    Von Wolfgang Kaschuba

  • DAS LETZTE

    Wir starten hier und heute den von allen Steuerzahlern längst erwarteten Grundkurs „Deutsch für Besserverdienende“ und beginnen mit der Steigerungsformel: „Ich verdiene gut, du verdienst besser, er verdient am besten.

  • Eine Ausstellung in Wien zeigt die Kunstschätze Isabella d’Estes

    Primadonna der Renaissance

    Ihr Leben lang kämpfte Isabella d’Este, die Enkeltochter des Königs von Neapel, mit der Veranlagung zur Leibesfülle, die so gar nicht zum Renaissance-Ideal schlanker antiker Schönheit paßte.

    Von Elke von Radziewsky

  • Herman Melville und die „Chola-Witwe“

    Selbstauslöschung

    Nachdem er innerhalb eines halben Jahres den „Moby Dick“ geschrieben, dann, nach der Begegnung mit Nathaniel Hawthorne, den Roman in neunmonatiger Fron noch einmal und völlig neu geschrieben, schließlich, nach weiteren fünf Monaten, den beinah ebenso umfänglichen Roman „Pierre“ aufs Papier geworfen hatte, war Herman Melville auf den Tod erschöpft.

  • „Die andern sind noch am Singen“

    Not und Tod, meinte Jürgen von Manger 1981 bei einem Gespräch in seinem Haus in Herne, würde er nicht auf die Bühne bringen.

  • Fernseh-Vorschau

    Hartes Muttertier

    Die Dame heißt Bella Block. Der Name sagt eigentlich schon alles. Zuerst was Mediterranes. Rotweingemütliches. Mütterliches.

    Von Sabine Rückert

  • Videos und Nachrichten aus Sarajevo: Die Gruppe SAGA arbeitet an der Chronik einer Stadt im Krieg

    Die Belagerung der Sinne

    Tag 686. Der Besitzer des Café Michelle ist optimistisch. Aber an das Nato-Ultimatum für den nächsten Samstag glaubt er nicht.

    Von Christiane Peitz

  • Umberto Bossi und die Lega

    Unheimlicher Aufstieg

    Nur Sätze mit Fragezeichen stehen – als Fazit? – am Schluß dieses Buches. Und doch ist es weniger der Ratlosigkeit des Autors als der Eigenheit seines Themas zuzuschreiben, daß er am Ende sogar den Untertitel wieder mit jenem Fragezeichen, das in dieser deutschen Ausgabe fehlt, ausstattet: Italien in Scherben? So gewiß ist das nämlich nicht, wie das Katastrophenszenario glauben macht – und wie es auch manchem Südtiroler Wunschdenken entspräche.

  • Länderspiegel
  • KLAUS HARTUNG

    Neue Namen

    BERLIN. – Namensgebung ist immer ein Akt der Besitzergreifung. Als Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR wurde, bemächtigte sich das parteiamtliche Geschichtsverständnis des Straßennetzes.

  • Im April soll der Entwurf für einen Staatsvertrag zur Fusion von Berlin und Brandenburg fertiggestellt sein

    Der schwarze Adler

    BERLIN. – Eine der höchsten Hürden für die Fusion der Länder Berlin und Brandenburg ist jetzt genommen worden: Die Konferenz der Ministerpräsidenten und der Bundesrat haben beschlossen, daß Berlin für eine befristete Zeit jährlich mindestens 4,6 Milliarden Mark erhält, auch dann, wenn sich die Hauptstadt und das Land Brandenburg zusammenschließen.

    Von Joachim Nawrocki

  • Nach der Wahlschlappe der CDU in Niedersachsen: Der Warnschuß aus Bonn war ein Volltreffer

    „Wer was sagt, ist weg“

    HANNOVER. – Rita Süssmuth muß geahnt haben, was sich da zusammenbraute, als sie ihre Parteifreunde noch am Wahlabend vor Selbstzerfleischung warnte.

  • Lebensart
  • Dr. Pausers Werbebewußtsein (II)

    Nasen für die Ewigkeit

    Früher endeten Familienbande vor dem Sensenmann, heute enden sie vor dem Scheidungsrichter, richtig ewig währten sie nie. Dennoch war und ist die „Ewigkeit“ (was immer das sei) ein wichtiger symbolischer Einsatz im Familienspiel.

  • Mein Tag

    Mein Wecker piept um sieben, ein Geräusch, das ich hasse. Raus aus dem Bett. Draußen weht heftiger Wind aus Nord, Tramontana heißt er und ist eisig.

  • Einmal noch nach Rio, einmal nach Shanghai. Schön, so schön war die Zeit..

    Menschen wie Schiffe

    Aus Pötten sind Kisten geworden, gewaltige Seekisten mit Schornstein und Schraubenwasser bis hin zum Horizont. Containerschiffe, so lang, wie das Elbfahrwasser am Lotsenhöft breit ist.

  • Wer klingelt so spät bei Nacht und Wind?

    Niemals ist’s der Eiermann

    Die Erfahrung lehrt: Wenn es an der Haustür klingelt, ist es mit Sicherheit nicht der Eiermann. Und auch der Postmann klingelt, wenn überhaupt, nur noch ganz selten.

  • Das Zwanzig-Meter-Kabel fürs Telephon stirbt aus

    Abschied vom Stolpern

    Oma Wilma, mit ihren 83 Jahren jetzt also auch. Dabei ist sie noch gut auf den Beinen und war immer schnell am Telephon, wenn es klingelte.

    Von Philipp Maußhardt

  • Vaterliebe

    erlegen steht der vierzigjährige Dieter Berthold P. im Saal des Berliner Amtsgerichts. Ein Kerl wie ein Baum. Groß, stark, vom Wetter und nicht von der Sonnenbank gebräunt.

    Von Gernot Kramper

  • Ab in den Vorruhestand? Kein schlechtes Angebot. Unsere Autorin trat der Sache näher

    Vier Wochen bei den Entgeltpunkt-Indianern

    Aus dem Brief der Stadtverwaltung erfahre ich, daß „lebensältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ immer häufiger den Wunsch geäußert haben, vorzeitig aus dem Berufsleben auszuscheiden.

    Von Antje Heegner

  • Wohin des Nachts, wenn es friert? Ein Berliner Obdachloser wußte sich zu helfen

    Das Hotel mit dem einen Stern

    Der Besitzer des Mittelklasse-Mercedes erschrak nicht schlecht, als sich der Mann auf dem Fahrersitz aus seinen Wolldecken pellte.

    Von Vera Gaserow

  • Politik für Kinder: ein praktischer Ratgeber

    Beispiele, die Mut machen

    Lauter endlose Geschichten: vom Kummer der Kinder, von der Trägheit der Behörden, dem Widerstand der Betroffenen und der Ranküne von Nachbarn.

  • Hollands Autofahrer sollen Fahrgemeinschaften bilden. Leichter gesagt als getan

    Schneller zu dritt

    Manchmal, wenn er morgens wieder eine Viertelstunde im Stau steht, fängt er an zu zählen: dreizehn, vierzehn... Höchstens zwanzig Autos, meint Ad Melkert, Abgeordneter der Sozialdemokraten im niederländischen Parlament, rauschen dann auf dem Carpool-Streifen nebenan an ihm vorbei: „Ich habe schließlich zwei Augen im Kopf, und damit kann man auch Politik machen.

    Von Kerstin Schweighöfer

  • Im Treibhaus der Phantasie

    Der Garten als Wille und Vorstellung. Für ein Märzwochenende versammelten sich acht Gärtnerinnen und ein Gärtner aus Liebe, Wahlverwandte gewissermaßen, unter einem Holsteiner Reetdach.

    Von Anna v. Münchhausen

  • (Un-)bekannte Gesichter

    Ein Bildband. 48 Schwarzweißphotos, 78 Seiten. Portraits von Prominenten. Gesichter, die man schon tausendmal gesehen hat. Willy Brandt und Mario Adorf, Manfred Krug und Katarina Witt.

  • Unser deutsches Vaterland verraten, für 14 Mark 80

    Letztes vom Standort D.

    Die Japaner, schreibt der Leser und Mosel-Winzer Helmut Reis im Leserkommentar von Bild am Sonntag, die Japaner lachen so laut über unsere automobilindustriefeindliche Industriepolitik, „daß man es bis hier an die Mosel hört“.

    Von Willi Winkler

  • Große Oper an der Met: Die Star-Sopranistin Kathleen Battle wurde gefeuert. Warum bloß?

    So fallen Diven

    Unpünktlich,, unnahbar, unberechenbar – unmögliches Verhalten schlechthin gehört zum Berufsbild der Diva. Es repräsentiert die unmenschliche Seite ihrer halbgöttlichen Existenz.

  • Zeitverschwendung

    In diesen Tagen beginnen Kröten, Frösche und andere Amphibien wieder ihre Wanderung zu den Laichgewässern. Der Naturschutzbund Deutschlands wies in Rostock darauf hin, daß zu überquerende Straßen für die Tiere ein besonderes Risiko darstellen.

  • Der Magen knurrt – Zeit zum Futtern und Fressen. Heute: ein sogenannter Jahrhundertkoch aus München

    Bratkartoffeln an Spiegelei

    Wenn sich in München drei oder mehr Promis zu einem Anlaß treffen, den man dann gesellschaftlich nennt, ist auch Marie Waldburg nicht weit.

  • Ein B-Mythos

    Die bewegende und wunderbare Geschichte des Charles Gayle sind zwei Geschichten. Zwei sehr amerikanische Geschichten........

  • Juristen atmen auf: Ihr „Staudinger“ wird portioniert

    Der zerteilte Wälzer

    Der „Staudinger“ ist ein gigantischer Juristenkommentar. Ein Buch mit unzähligen Einzelbänden (so um die vierzig). Er kostet „etwa 16 500 Mark“, sagt der Prospekt.

    Von Hanno Kühnert

  • Einbrecher holten Norwegens wertvollstes Gemälde aus der Nationalgalerie. Waren es Abtreibungsgegner? Was weiß die Frau im roten Anorak?

    Pastor Borre und "Der Schrei"

    Die beiden Diebe erreichen die Nationalgalerie im Zentrum Oslos am frühen Morgen des 12. Februar. Um 6 30 Uhr und 39 Sekunden lehnen sie eine sechs Meter lange Leiter an das Fenster links vom Haupteingang.

    Von Markus Heller

  • Der Freitod der Sandra Paretti verblüfft eine Welt, in der sie doch nie zu Hause war

    Leben wie im Roman

    Ihre Auftritte waren schon immer von verschwenderischer Üppigkeit gewesen, ihre Abgänge dramatisch. Doch ihre letzte Selbstinszenierung, die selbst verfaßte Todesanzeige im Cinemascope-Format, von Zeitungsseite zu Zeitungsseite, schlug alles: „Wie gerne habe ich mit Euch Feste gefeiert, und doch, Ihr erinnert Euch, war ich immer die erste, die verschwand, lange, bevor die Kerzen herunterbrannten und die Musik verstummte.

    Von Margrit Sprecher

  • Die Familie wird gern als Auslaufmodell beschrieben. Aber ganz ohne sie leben? Zum Auftakt einer Serie fragen wir Prominente: Was bedeutet Ihnen Ihre Familie?

    Vater, Mutter, Single

    Wenn Cousin Detlef seine neue Freundin zur Adventszeit einführt und sie ihm bei Tisch hinter dem Teller mit Dominosteinen an die Hose faßt.

  • Tribüne
  • Bonner Bühne

    Die Ossis nach vorne!

    Die Ossis kommen, endlich. Genauer: Ihr Gewicht verspricht zuzunehmen. Wenn alles gut geht, wird Richard Schröder, einst der Vorsitzende der SPD-Fraktion in der zuletzt demokratisch gewählten Volkskammer der DDR, am kommenden Wochenende in einem brandenburgischen Wahlkreis als Bundestagsbewerber aufgestellt werden.

    Von Carl-Christian Kaiser

  • Ein anderes Bild von Europa

    PARIS. – Es brauchte nicht viel, um eine dieser kleinen Krisen zu provozieren, welche die deutsch-französischen Beziehungen immer wieder kennzeichnen: Da wird ein Botschafter Frankreichs, bekannt für seine Unabhängigkeit und seine offenen Worte, ins Bonner Außenministerium „einbestellt“, nachdem Journalisten seine Vertraulichkeiten Wort für Wort wiedergegeben haben.

    Von Daniel Vernet

  • Sind die amerikanisch-russischen Flitterwochen vorbei? Moskau ist verärgert über die Kritik aus Washington

    Wir sind kein Juniorpartner

    MOSKAU. – In Rußland und im Westen wird eine heftige Debatte über die Chancen einer russisch-amerikanischen Partnerschaft geführt.

    Von Andrej Kosyrew

  • Neue Visionen suchen

    PARIS. – Es ist keine Krise, aber mehr als ein Innehalten: in gewisser Weise ein Tschechowsches Unbehagen jener Personen, deren Rollen im Stück unbestimmt sind.

    Von Jean-Louis Bourlanges

  • unzugeordnet
  • Levi Strauss: Der amerikanische Jeans-Hersteller versucht, Geschäft und Moral in Einklang zu bringen

    Nicht Jacke wie Hose

    Bestürzt, verärgert und verängstigt: So reagierten amerikanische Geschäftsleute von Peking bis Baltimore und Detroit, als vergangene Woche die Streitereien zwischen China und Amerika über Handel, Demokratie und Menschenrechte einen neuen Höhepunkt erreichten.

    Von Christian Tenbrock

  • Zeitläufe
  • Neue Vulkanausbrüche befürchtet man auf den Philippinen. Droht abermals eine Klimaverschlechterung? Unvergessen ist die Hungerkatastrophe in Europa 1816/17, nach der Explosion des Tambora in Indonesien

    Der Große Hunger

    Einer der furchtbarsten vulcanischen Ausbrüche der alten und neuern Zeit“, so lesen wir in einer alten Chronik, „war der des Vulcans Tambora auf der Insel Sumbawa, .

    Von Manfred Vasold

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