Sein Name ist Programm: Entweder bedeutet er regelmäßig ein verbales Donnerwetter, oder er redet ein reales tatsächlich herbei.

Wie seine Geschwister Freia und Froh ist Donner durch die Schwester Fricka (nur sie kein Single) mit Wotan verschwägert. Aber anders als etwa Froh, der nur so mitläuft, ist Donner jenseits der Versippung ein Charakter an sich.

Und was für einer! Ständig ist er aufgeregt, ein Choleriker aus Veranlagung und Passion. Einmal aber, und da in einem entscheidenden Moment, hält er sich zurück, wägt ab und erweist sich damit klüger, als es der Gesamteindruck von ihm vermittelt.

Denn dem Bilde von ihm bleibt vornehmlich das Gewaltsame in seinem Verhalten verhaftet: „Kaum halt ich mich: schäumende Wut weckt mir der schamlose Wicht! – Hierher, du Hund! willst du messen, so miß dich selber mit mir!“ Das sind starke Worte, mit denen er Fafner entgegentritt, und es ist nicht ohne Komik, daß er den Riesen als „Wicht“ anspricht. Der läßt sich, auf sein Recht pochend, von der schäumenden Wut des Kleineren trotz dessen wild geschwungenem Hammer nicht provozieren: „Ruhig, Donner! Rolle, wo’s taugt: hier nützt dein Rasseln dir nichts.“

Aber wozu taugt denn das Rollen und Rasseln, das ständige Herumgefuchtele Donners mit besagtem Hammer? Allemal zur Drohung, und offenbar war sie bei früheren Anlässen nicht leer geblieben, wenn man Donner glauben will: „Schon oft zahlt ich Riesen den Zoll: kommt her! Des Lohnes Last wäg’ ich mit gutem Gewicht.“ Im vorliegenden Fall bleibt es bei den starken Worten, denn Wotan stellt sich ihrer Einlösung in den Weg: Mit Gewalt läuft hier nichts.

Seinen praktischen Nutzen erweist der Hammer, kurz bevor Donner mit Wotans Sippe in der neuen Burg verschwindet. „Schwüles Gedünst schwebt in der Luft; lästig ist mir der trübe Druck“, stellt Donner fest, wetterfühlig wie so viele Bewohner des klimatisch anstrengenden Rheintales bei plötzlich aufkreuzenden Tiefausläufern. Doch beläßt er es nicht bei dieser Feststellung, sondern handelt so entschlossen wie lobenswert: „Das bleiche Gewölk samml’ ich zu blitzendem Wetter, das fegt den Himmel mir hell. Auf des Hammers Schwung schwebet herbei...“