Seit langem schon kritisieren Reisende und Datenschützer die Meldepflicht in Hotels als lästig und rechtlich bedenklich. Doch anders, als immer wieder gefordert, wird sie nicht abgeschafft, sondern demnächst sogar noch verschärft.

Familienname, Geburtstag, Heimatadresse und Staatsbürgerschaft – diese Angaben muß hierzulande jeder Hotelgast bei seiner Ankunft auf einem Meldeschein eintragen. Die gesetzlich vorgeschriebene Meldepflicht soll vor allem der Verbrechensbekämpfung dienen und hat nach Angaben des Bundesinnenministeriums in der Vergangenheit zu „beachtlichen Fahndungserfolgen“ geführt.

Die meisten Reisenden empfinden das Ausfüllen des Meldescheins dagegen als ausgesprochen lästig. Und sogar für rechtlich bedenklich halten die Meldepflicht zahlreiche Datenschützer. „Jeder Gast wird als potentieller Straftäter und als Gefahrenquelle angesehen“, kritisierte etwa schon vor Jahren der damalige Hamburger Datenschutzbeauftragte Manfred Krause und forderte, „die Meldepflicht in den Hotels generell zu streichen“.

Auch in Zukunft wird die Meldepflicht in den deutschen Hotels keinesfalls gestrichen, sondern sogar noch verschärft.

Rechtliche Grundlage dieser Verschärfung ist das „Schengener Abkommen“, das den freien Grenzverkehr zwischen Deutschland, den Beneluxstaaten, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal regeln soll. Kernpunkt des Abkommens ist, daß an den Binnengrenzen dieser Staaten alle Personenkontrollen wegfallen. Damit dies jedoch nicht vor allem Kriminellen zugute kommt, sollen in allen neun Ländern gewissermaßen als Ausgleich andere Kontrollwege ausgebaut beziehungsweise verschärft werden, darunter eben auch die Meldepflicht in den Hotels.

Brauchte der Hotelgast in Deutschland bislang lediglich Angaben zu seiner eigenen Person zu machen, so muß er nach der neuen Regelung auch Name, Geburtsdatum, Adresse und Staatsangehörigkeit seiner Begleitperson oder -personen eintragen. Eine solche Bestimmung galt hierzulande schon bis Mitte der achtziger Jahre, wurde jedoch immer wieder als „Schnüffelei in der Privatsphäre“ kritisiert und schließlich gestrichen.

Ist bereits die Rückkehr zu dieser Regel nicht ohne Brisanz, so gilt dies erst recht für die zweite Neuerung. Sie betrifft alle ausländischen Hotelgäste. Im Gegensatz zu den einheimischen Gästen müssen sie fortan bei der Anmeldung nicht nur den obligatorischen Meldeschein ausfüllen, sondern zusätzlich ihren Paß vorlegen, anhand dessen ihre Identität überprüft wird.