Über das Schlaraffenland brach einmal eine Wirtschaftskrise herein. Die Menschen hatten kein Geld mehr, sie kauften zuwenig, und die Wirtschaft lag darnieder. Zum Glück hatte der schlaraffenländische König einen klugen Minister. Jedem Bürger, der einen Sack Hirse kaufte, schenkte er einen Dukaten, für ein neues Wams bekam man fünf und für ein Ochsengespann gar zehn Dukaten. Binnen kurzem war die Krise vorüber, und jedermann lebte in Saus und Braus wie ehedem.

Ein bißchen Schlaraffenland gibt es auch in Deutschland, und zwar in Niedersachsen. Dessen Landesvater Gerhard Schröder möchte jedem, der sein zehn Jahre altes Auto verschrottet, zum Neuwagen mit Katalysator tausend Mark dazuschenken. Wegen dieser „Abwrackprämie“ würden bis zu 400 000 Autos zusätzlich verkauft werden, sagte er. Lauter Kat-Autos, weshalb das Ganze der Umwelt nütze. Nörgler mögen vielleicht einwenden, daß die Verkürzung von Produktzyklen nicht gerade ökologisch ist, daß der Plan all jene bestrafen würde, die schon längst ein Kat-Auto gekauft haben, und daß auch die Industrie wenig davon hätte; schließlich fehlen die vorgezogenen Autokäufe im nächsten Jahr. Doch sind dies wirklich Probleme im Schlaraffenland? pp