Gedächtnis im Streß

Je aufregender und gefühlsbetonter eine Situation ist, desto eher wird sie behalten – eine psychologische Binsenweisheit. Doch erst jetzt wurde der alte Lehrsatz mit einer neurochemischen Untersuchung untermauert. Der Neurobiologe Larry Cahill von der Universität Irvine in Kalifornien zeigte, daß die Hormone Adrenalin und Noradrenalin gedächtnisstärkend sind (Nature, Bd. 371, S. 702). Diese Stoffe werden sowohl bei Streß- als auch bei Erregungssituationen von der Nebennierenrinde ausgeschüttet. Cahill und sein Team verabreichten Versuchspersonen Propanolol, eine Substanz, die Rezeptoren für Adrenalin und Noradrenalin blockiert, und erzählten ihnen eine Geschichte. Eine Woche später konnten sich sowohl die Behandelten als auch eine unbehandelte Kontrollgruppe noch gut an die langweiligen Details erinnern, die beängstigenden Abschnitte der Erzählung jedoch hatten die Personen mit unblockierten Rezeptoren wesentlich besser behalten. In diesem Mechanismus sieht Cahill einen bedeutenden evolutionären Vorteil: Das Gehirn könne dadurch besser emotional wichtige Informationen behalten.

Gentransfer bei Bakterien

Wirkt sich der sorglose Umgang mit Antibiotika im Tierfutter auch auf Menschen aus? Bakterien, die im Körper von Schafen, Schweinen und Kühen Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln konnten, scheinen diese Widerstandskraft an ihre Verwandten im menschlichen Darm oder in der Mundhöhle weitergeben zu können. Abigail Salyers, Genforscherin an der Universität von Illinois, verglich jene Gensequenzen von mehreren Bakterienarten, die für die Antibiotika-Resistenz verantwortlich sind (New Scientist, Bd. 1947, S. 9). Dabei erwiesen sich die betreffenden DNA-Stücke der tierischen und menschlichen Mikroben bis zu 98 Prozent identisch eine Übereinstimmung, die als höchst ungewöhnlich eingestuft wird. Sollten durch Gentransfer immer mehr menschliche Bakterien gegen Antibiotika resistent werden, könnte vielen Medikamenten ihre Wirkung verlorengehen.