Was ist das? Rennpappe, pappüberdachtes Bodenblech, überdachte Zündkerze, Zwikkauer Flüchtlingskoffer, Gehilfe, Carton de blamage, Duroplastbomber, Sachsenporsche, Asphaltpickel, der erste Kofferraum ohne Auto, Arbeiter- und Bauern Volvo, Mercedes Krenz, Zittröhn. Keine Sekunde kommt da der kundige Ostelbier ins Grübeln. Mit einem Kurz KoseWort ist klar, was willigen Westelbiern und dem neuen gesamtdeutschen Nachwuchs folgendermaßen verklickert werden muß: "Kleinwagen Trabant vom VEB Automobilwerke Sachsenring". Wir nannten den Trabi zeitweise Zwickauer Roller, womit ein Bezug zu der kräfig stinkenden Käsesorte Harzer Roller hergestellt war. Die Liste der Lästerungen war länger. Länger als den Genossen des Politbüros lieb sein konnte. Länger als die Liste, die das Leipziger Lästermaul BerndLutz Lange, der Kabarettist mit der sächsischen Zunge, in Lettern gießen ließ. So dusselig war "Der Doofe Rest" - eine der Übersetzungen für das Kürzel DDR - dann doch nicht! Langes Lästerliste belebt zumindest für eine halbe Stunde das befreiende Gelächter des geknebelten DDRBürgers, dem im freien Deutschland auch das DDR Lachen abhanden gekommen ist. Wir hatten gut lachen - Verzeihung, meine Herren Historiker! , als wir noch nicht im Land des Lächelns lebten. Also lachen wir, nun in Deutschland, noch einmal, wie wir in der DDR gelacht haben. Grienen verboten!

Handgroß geschnitten, ist das schmale Brevier "Bonzenschleuder u. Rennpappe", das Ulrich Forchner eher brav als bissig illustrierte, für jedes Örtchen - auch das stille - bestens als Verweillektüre geeignet. Es nützt nichts, einem Volk die Rede zu rauben. Den Mund läßt es sich nimmer verbieten. Also spricht der Volksmund. Die arme DDR bot reichlich Material für den Lachsack. Den kann man schlagen und auch Kapital aus ihm schlagen. Amen! Bernd Heimberger Der Volksmund in der DDR; Forum Verlag, Leipzig 1994; 64 S, 7 80 DM