Geständnis

Wer glaubt, die Menschen in gute und böse aufteilen zu können, wird Robert McNamara nicht gerecht. Seine menschliche und politische Sensibilität hatte den damaligen US-Verteidigungsminister schon während des Vietnamkrieges erkennen lassen, daß dieser absurde Krieg verlorengehen werde; aber der gleichzeitig kühl rechnende Organisator - zuvor als Chef bei Ford bewährt - versuchte dennoch den Sieg zu erzwingen. "McNamaras Krieg", sagten die Leute, zeigten mit Fingern auf ihn, beschimpften, bespuckten und verdammten ihn. Bob McNamara war Täter und Opfer zugleich.

Dreißig Jahre hatte er geschwiegen, sich geweigert zu reden. In der vorigen Woche wurden nun seine Memoiren veröffentlicht, in denen er seine Schuld und seine Irrtümer gesteht. Das hat vor ihm noch keiner getan. Erschreckend aber ist seine Begründung für den Fehlschlag: "Wir wußten zuwenig über Vietnam."

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An solchen Fehleinschätzungen ist auch heute noch kein Mangel. Jesse Helms, der Vorsitzende des außenpolitischen Senatsausschusses, hat soeben die Ministerpräsidentin von Pakistan, Benazir Bhutto, bei der Begrüßung als Ministerpräsidentin von Indien vorgestellt.

 
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