Die transatlantische KameradschaftSeite 2/2

An vielen Kiosken ist die Zeitschrift Code erhältlich, die vom Verfassungsschutz als "rechtsextrem" eingestuft wird. In Code werden das "Tagebuch der Anne Frank" als Fälschung bezeichnet und die deutsche Kriegsschuld als jüdische Propaganda dargestellt. Das Blatt aus dem Diagnosen Verlag betont, daß es in enger Kooperation mit dem amerikanischen Spotlight entsteht, einem extrem antisemitischen Magazin mit einer Auflage von fast 100 000 Exemplaren.

Die geistigen Väter des Neonationalsozialismus haben sich - ebenfalls aus strafrechtlichen Gründen - in Kalifornien zu einer illustren Gruppe zusammengefunden. Dem Kreis der Auschwitz-Leugner im Institute for Historical Review rechnet der ehemalige Leiter des Staatsschutzes in den Neuen Bundesländern, Bernd Wagner, auch den Hamburger Rechtsanwalt Jürgen Rieger zu, außerdem dessen Mandanten, den nach Dänemark geflohenen Autor der Schrift "Auschwitz-Lüge", Thies Christophersen. Neben zwei weiteren deutschen Rechtsextremisten, beide Publizisten, gehören dem "Institut" alle bedeutenden Revisionisten wie der britische Holocaust-Leugner David Irving und seine amerikanische Entsprechung, Fred Leuchter, an.

Inzwischen haben sich auch die juristischen Berater krimineller Neonazis zusammengefunden. Über die Hilfsgemeinschaft für Nationale Gefangene (HNG) in Mainz wurde der Kontakt zur amerikanischen Cause Foundation hergestellt. Cause sieht sich selbst als "Rechtsstiftung national gesinnter Gruppen" und schickte den Vorsitzenden Kirk Lyons bereits zweimal nach Deutschland, um die Kontakte zu ähnlichen deutschen Gruppen zu pflegen. In der sogenannten "Gefangenenliste" der HNG wünschen sich regelmäßig rechtsextreme Häftlinge aus Ohio oder Oregon Kontakt zu deutschen "Kameraden". Der Rechtskampf, ein juristischer Ratgeber vom Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen bis zur strafrechtlich nicht verwertbaren Umschreibung der "Auschwitz- Lüge", vermittelt Kontakte zu mehreren amerikanischen Gruppen.

 
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