Eine Karriere, wie sie im Buche steht. Seinen steilen Aufstieg zu einem der bekanntesten Bauunternehmer verdankte er "nicht nur seinem unternehmerischen Geschick und seinem Gespür für Geschäfte, sondern auch seinem ausgezeichneten Verhältnis zu den Banken", ohne "deren großzügige Kredite" er "nicht so schnell hätte expandieren können". So beschrieb das renommierte Munzinger Archiv vor gut einem Jahr die Laufbahn des Unternehmers, die mit einer Handwerkerlehre und anschließend einem Bauingenieurstudium begann. Als Sponsor bewies der Herr über ein milliardenschweres Imperium darüber hinaus ein großes Herz für die Kunst.

Es ist der Werdegang von Jörg Schörghuber, der am Donnerstag vergangener Woche im Alter von 75 Jahren einem Schlaganfall erlag. Mit erfolgreichen Immobiliengeschäften legte er in den fünfziger Jahren den Grundstein für seinen Konzern, zu dem später auch Hotels, eine Fluggesellschaft und Brauereien gehörten - mit dem Erwerb der letzteren erfüllte er sich "den Traum eines fest in Bayern verwurzelten Unternehmers". Zum Erfolgsrezept Schörghubers gehörten zweifellos auch seine guten Kontakte vor allem zu konservativen Politikern im weißblauen Freistaat, darunter zu Franz Josef Strauß, von dem er allerdings "nie was gewollt" hat, wie er später sagte.

Eine viele Jahre währende Fehde mit dem Sozialdemokraten und Münchner Ex-Oberbürgermeister Georg Kronawitter wurde erst kurz vor Schörghubers Tod beigelegt. Unter Kronawitters Vorgänger Erich Kiesl (CSU) hatte die Stadt 1981 ein sechs Hektar großes Grundstück für dreizehn Millionen Mark preisgünstig an Schörghuber verkauft. Kronawitter verlangte nachträglich weitere zwanzig Millionen Mark. Im vergangenen Monat verzichtete Kronawitters OB-Nachfolger Christian Ude auf die Forderung, Schörghuber vermachte der Stadt drei Millionen Mark für eine Stiftung zugunsten bedürftiger Kinder.