Prähistorischer Mikrobenfund

Mikroben aus dem Gedärm eines prähistorischen Insekts konnten unlängst wiederbelebt werden. Es klingt ein wenig wie aus dem Science-fiction-Film "Jurassic Park", was der Mikrobiologe Raul Cano von der California Polytechnic State University jetzt in der Zeitschrift Science berichtet: Er entnahm einer Biene, die in einem mehr als 25 Millionen Jahre alten Bernstein eingeschlossen war, Sporen von Darmbakterien. In einer Nährlösung öffneten sich die Sporen, und die Bakterien vermehrten sich. Zwar ähneln sie den heute in Bienen zu findenden Darmbakterien, ihr genetisches Material sowie die von ihnen produzierten Enzyme weisen jedoch wesentliche Unterschiede auf. Amerikanische Mikrobiologen werten diesen Befund als Beweis dafür, daß es sich bei den Bakterien nicht um Verunreinigungen der Nährlösung handelt, sondern um urzeitliche Lebensformen. Gleichzeitig bestärkt die Genanalyse die Hoffnung, daß auch die inzwischen aus weit älteren Fossilien isolierten Kleinstlebewesen echte Funde sind. Eine Wiederholung der Forschungsergebnisse steht allerdings noch aus, viele Wissenschaftler bleiben vorerst skeptisch. Indessen denken die Entdecker bereits an eine pharmazeutische Anwendung. In der Alchemie der urzeitlichen Mikroben hoffen sie den Schlüssel zu neuartigen Antibiotika zu finden.

Im CERN geht's bergauf

Nachdem die Elementarteilchenforscher des Europäischen Zentrums für Hochenergiephysik in Genf in letzter Zeit einige herbe Rückschläge einstecken mußten, scheint es jetzt im CERN bergauf zu gehen. Trotz eines Sabotageaktes im Februar (ein Techniker hatte aus Eifersucht 1300 elektronische Module entwendet), konnte kürzlich das Versuchsprogramm für 1995 planmäßig starten. Außerdem herrscht eitel Freude darüber, daß Japan als erstes Land, das nicht zu den ständigen CERN-Mitgliedern gehört, einen größeren finanziellen Beitrag zu dem geplanten Large Hadron Collider (LHC) zugesagt hat. Der Bau dieses Großen Hadronenaufprallers, der die größte Teilchenschleuder der Welt werden soll, war wegen seiner Kosten lange umstritten gewesen (ZEIT Nr. 28/94).

Die europäischen Hochenergiephysiker fürchteten insgeheim bereits das Schicksal ihrer amerikanischen Kollegen, denen der Kongreß vor zwei Jahren die Mittel für den Riesenbeschleuniger SSC gestrichen hatte. Nun hat Japan mit einem Beitrag von rund achtzig Millionen Mark die längst fällige internationale Zusammenarbeit in der Elementarteilchenforschung eingeläutet. Die amerikanischen Physiker, die sich ebenfalls am CERN beteiligen möchten, werden es mit Neid registrieren.

12,8 Zentimeter

Jetzt wissen wir es wissenschaftlich exakt und auf den Millimeter genau: Die durchschnittliche Länge eines erigierten Penis beträgt genau 12,8 Zentimeter. Diese epochale Erkenntnis kommt - woher auch sonst - aus San Francisco, USA. Jack McAninch und Hunter Wessells von der University of California injizierten dazu sechzig Männern ein Mittel, das Erektionen verursacht. Nach erfolgreicher Wirkung rückten McAninch und Wessells ihren Versuchspersonen mit dem Maßband zu Leibe und ermittelten so die Durchschnitts-Normlänge. Zu ihrer Untersuchung wurden die beiden Wissenschaftler inspiriert, nachdem mehrere unglückliche Patienten sich bei ihnen über Komplikationen nach einer operativen Penisverlängerung beklagt hatten. Ihr Ergebnis zeige, so die Forscher, daß viele Männer sich durch übertriebene Vorstellungen von der "normalen" Größe des kleinen Unterschiedes unnötig unter Druck setzen.