Es tut den meisten Bürgern Washingtons, wenn sie ehrlich sind, gar nicht so weh, daß man die Tante aus Ohio nun nicht mehr im Auto am Weißen Haus vorbeikutschieren kann. Mit Muße und zu Fuß kann man immer noch den Blick auf den Präsidentensitz werfen.

Und doch - die Sperrung des Prachtstücks der Pennsylvania Avenue tut der amerikanischen Seele weh. Denn Terroristen haben sie erzwungen. Noch bis zum Zweiten Weltkrieg, sagen alte Washingtonier, gab es nicht einmal einen Zaun. Der Zugang zum Amtssitz war offen für die Bürger - und Lincoln ist im Theater, nicht im Weißen Haus erschossen worden. Nach einem Kamikaze-Anflug auf Clintons Schlafzimmer und zwei Beschießungen, vor allem aber seit der Autobombe von Oklahoma City war mehr Schutz zweifellos geboten. Dabei wäre die Rückkehr zu zivilisiertem Respekt für den Mann im höchsten Staatsamt die beste Sicherheitsgarantie.

Wenn aber eine junge Frau in einer Menschenmenge, die die Clintons von einer Party kommen sieht, sagen kann: "Sie konnten keinen Clown bekommen, da haben sie sich den Präsidenten geholt", wird das Klima der Verachtung spürbar, in dem Bombenleger gedeihen.