Wenn Greenpeace-Aktivisten und Hoechst-Manager gemeinsam eine Flasche Schampus öffnen - wie jüngst geschehen -, dann muß es schon einen triftigen Grund dafür geben. Tatsächlich, der Frankfurter Chemiemulti hat sich dazu entschlossen, ein Stückchen Umweltfrevel Vergangenheit werden zu lassen. 20 000 Tonnen einer Chemikalie namens Chlorparaffin, die unkalkulierbare Wirkungen auf die Meeresumwelt hat und möglicherweise auch den Menschen gefährdet, werden demnächst die Werkstore nicht mehr passieren.

Der Ausstieg kostet 35 Millionen Mark Umsatz. Und dennoch ist er ein Beispiel für die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie. Denn es war gerade die Einschätzung "keiner ausreichenden Rentabilität", die den Managern ihre Entscheidung zum Nutzen der Umwelt nicht allzu schwer machte - zumal die Ersatzstoffe zu einem rund zehnmal höheren Preis verkauft werden.

Hoechst suchte unlängst sein Image mit Werbesprüchen wie diesem zu polieren: "Wer seine Pläne ohne die Umwelt macht, ist bald nicht mehr wettbewerbsfähig." Der nun beschlossene Schritt könnte ein Zeichen für die Ernsthaftigkeit des Bekenntnisses sein. Weitere müssen folgen.