Rückzug vom Online-Schmutz
Die Debatte über Online-Porno (siehe ZEIT Nr. 29/95) nimmt erstaunliche Wendungen. Das US-Magazin Time, das sie mit einer Titelgeschichte schürte, sucht inzwischen Abstand zum Carnegie-Mellon-Forscher Marty Rimm. War Rimm dem Blatt zunächst strahlender Hauptzeuge, so zählt es nun in einem Folgeartikel die massive Kritik - Rimms Unglaubwürdigkeit und die Faktenschwächen seiner Untersuchung - auf, nimmt aber weder ihn noch den eigenen Bericht in Schutz, ein peinigender Vorgang. Selbst Helfer Rimms kritisieren bereits seine Arbeit. So bleibt zu hoffen, daß auch Rimms Zahlen - etwa die 917 410 untersuchten Bilder oder 83,5 Prozent Pornoanteil im Usenet - aus den Medien verschwinden. Sie sind so bombastisch wie unaufrichtig.
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- Quelle DIE ZEIT, 31/1995
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