Vom 1. Oktober an gilt in der westdeutschen Metall- und Elektroindustrie die 35-Stunden-Woche. Doch nicht allein die bis heute umstrittenen Arbeitszeitverkürzungen haben die Tarifpolitik in eine Krise geführt. Insbesondere die Flächentarifverträge, die Regelungen für alle Betriebe einer Branche innerhalb einer Region treffen, gelten den Kritikern als zu unflexibel. Der Metallabschluss dieses Jahres hat vor allem im Arbeitgeberlager heftigen Streit ausgelöst. Beide Seiten haben Verhandlungen über eine Reform der Tarifpolitik vereinbart. Walter Riester, als Zweiter Vorsitzender der IG Metall zuständig für die Tarifpolitik, und Dieter Hundt, Vorsitzender des Verbandes der Metallindustrie Baden-Württemberg und Vizepräsident des Dachverbandes Gesamtmetall, haben in der Vergangenheit gemeinsam wichtige Verträge ausgehandelt und gelten in ihren Organisationen als Neuerer.