ZEIT: Die Dasa will in großem Stil Produktion ins Ausland verlagern und Arbeitsplätze hierzulande abbauen. Ist dies der Anfang vom Ende einer selbständigen Luft- und Raumfahrtindustrie in Deutschland?

Bischoff: Wir wollen genau das Gegenteil: Die Wettbewerbsfähigkeit dieser Industrie am Standort Bundesrepublik Deutschland in einem maximal möglichen, aber wirtschaftlich machbaren Umfang erhalten. Unsere Maßnahmen zielen darauf, daß wir auch bei niedrigen Dollarkursen dauerhaft in der Luftfahrt ertragsfähig sein können. Von großem Stil kann deshalb keine Rede sein.

ZEIT: 1991 wurden für die Fertigung des Airbus noch 21 000 Beschäftigte benötigt, heute sind es 18 000, und 1998 sollen es nur noch 8000 sein.

Bischoff: Die Zahl für 1998 ist eine der Fehldarstellungen, die zur Zeit kursieren. Unsere Untersuchungen, was gemacht werden könnte, werden von denjenigen, die sich gegen jede notwendige Veränderung sperren, als beschlossen beschrieben. Wir haben immer gesagt: Wir werden im Oktober entscheiden, welche Maßnahmen wir vorschlagen. Dann werden wir mit den Arbeitnehmervertretern und der Politik intensiv darüber diskutieren.

ZEIT: Der Personalabbau kann doch noch erheblich geringer ausfallen?

Bischoff: Eines ist klar: Kostensenkungen sind unabdingbar. Auf der Erlösseite haben wir keinen direkten Einfluß. Wir müssen den Preis in Dollar akzeptieren, den es am Weltmarkt gibt. Wir können also praktisch nur auf der Kostenseite reagieren. Klar ist auch: In einem Bereich, der fast zur Hälfte aus Personalkosten in D-Mark besteht, ist eine Kostensenkung ohne personelle Konsequenzen schlicht und einfach nicht möglich. Und wir müssen unsere Abhängigkeit vom Dollarkurs verringern. Dazu prüfen wir alle möglichen Maßnahmen - beispielsweise Bezüge in Dollar-Kontrakten und auch Verlagerungen ins Ausland. Zur Zeit fallen in der zivilen Luftfahrt noch über achtzig Prozent unserer Kosten in D-Mark an, unsere Erlöse aber zu hundert Prozent in Dollar.

ZEIT: Ursprünglich wollte die Dasa bei einem Dollarkurs von 1,65 Mark 1998 einen respektablen Überschuß von 1,1 Milliarden Mark erwirtschaften. Jetzt soll das auch bei einem Dollarkurs von 1,35 Mark, wie Sie ihn in dem neuen Sparkonzept unterstellen, klappen.