Frankreich: Der Conseil Constitutionel besteht aus neun Mitgliedern. Jeweils drei werden ernannt vom Präsidenten der Republik, dem der Nationalversammlung und des Senats. Entschieden wird über Organstreitigkeiten und über Normenkontrollverfahren auf Antrag des Präsidenten, des Premiers oder von mindestens sechzig Abgeordneten oder Senatoren. Seit den siebziger Jahren überprüft der Conseil Constitutionel auch, ob Grundrechte verletzt werden. Keine Verfassungsbeschwerden.

Großbritannien: Es gibt keine Verfassungsgerichtsbarkeit, weil das Parlament uneingeschränkte Souveränität beansprucht; auch fehlt ein moderner Grundrechtskatalog.

Italien: Der Corte Costituzionale besteht aus fünfzehn Richtern; jeweils fünf werden benannt vom Präsidenten der Republik, von dem Parlament und den obersten Gerichten. Entschieden wird über Organstreitigkeiten und über Normenkontrollverfahren auf Antrag der Regierung, einer Region und auf Vorlage von Gerichten. Keine Verfassungsbeschwerden.

Österreich: Der Verfassungsgerichtshof hat vierzehn Mitglieder. Sie werden vom Bundespräsidenten ernannt, und zwar acht auf Vorschlag der Regierung und jeweils drei auf Vorschlag des Parlaments und des Bundesrates. Entschieden wird über Organstreitigkeiten und über Normenkontrollverfahren auf Antrag der Bundesregierung, einer Landesregierung oder eines Drittels der Mitglieder des Parlaments oder Bundesrates und auf Vorlage von Gerichten zweiter Instanz. Eine allgemeine Verfassungsbeschwerde gibt es nicht, wohl aber eine gegen Verwaltungsentscheidungen und gegen Gesetze, wenn der Beschwerdeführer unmittelbar betroffen ist.

Spanien: Das Tribunal Constitucional hat zwölf Mitglieder. Sie werden vom König ernannt, je vier auf Vorschlag des Parlaments und des Senats, je zwei auf Vorschlag der Regierung und der obersten Gerichte. Entschieden wird über Organstreitigkeiten, Normenkontrollverfahren und Verfassungsbeschwerden. Letztere können sich allerdings nicht direkt gegen Gesetze wenden.

Vereinigte Staaten: Der Supreme Court besteht aus neun Richtern und ist an sich ein normales oberstes Gericht in Zivil- und Strafsachen. Seit 1803 wird aber auch die Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen überprüft, aber nur bei einem konkreten Streitfall. Keine Verfassungsbeschwerden, keine Organstreitigkeiten.