Nur ein paar Wochen dauerte der Spaß: Die geplagten Kunden des Einzelhandels durften ein bißchen träumen von geöffneten Läden am späteren Abend, am Samstagnachmittag und beim Bäcker vielleicht sogar am Sonntag. Das Münchner ifo-Institut hatte nach einer Untersuchung im Auftrage des Bundeswirtschaftsministers entsprechende Empfehlungen gegeben und damit das Ganze in Gang gesetzt. Und tapfer hatte sich Minister Günter Rexrodt an die Spitze der Bewegung gestellt.

Doch ach, noch hat es keine ernsthaften Verhandlungen gegeben, kein Gesetzentwurf ist formuliert worden, da hagelt es schon - wenn nicht sowieso die kleinste Liberalisierung strikt abgelehnt wird - Kompromißvorschläge, die den vehement sich wehrenden Verbänden entgegenkommen sollen. Wer bietet weniger?

Die logische Lösung wäre dann wohl diese: Die Läden könnten am Tag ein viertel Stündchen länger öffnen, das würde auch noch der letzte kleine Händler bewältigen, die Gewerkschaften könnten ihre übergroße Flexibilität feiern. Und die Kunden? Wenn es um die geht, dann hört der Spaß wirklich auf.