Gut

Die jüngste Jugendstudie des Computerherstellers IBM trägt den Titel "Wir sind o.k."! Gemeint sind die Jugendlichen, und das stimmt irgendwie hoffnungsfroh. Sowohl IBM als auch das beauftragte Institut für empirische Psychologie in Köln lesen aus ihrer Umfrage, dass der deutsche Nachwuchs weitaus optimistischer in die Zukunft blickt als bisher angenommen. Nur zehn Prozent der Vierzehn- bis Vierundzwanzigjährigen sind mit ihrer "Situation" unzufrieden, mehr als achtzig Prozent wünschen sich Kinder. Glückliche Jugend? Dann kann es um unsere Politik nicht so schlecht bestellt sein. Doch die profitiert nicht vom Optimismus der Jungwähler. Auf die Frage nach Politikern, "die ich für ausgesprochen fähig halte", antworteten 67 Prozent: Ich kenne keinen einzigen. Von denen, die einen wussten, nannten 18 Prozent den Kanzler, 14 Prozent Gregor Gysi (31 Prozent Ossis, 7 Prozent Wessis) und 10 Prozent Joschka Fischer. Nun aber aufgepasst: Auf Platz vier folgt Rudolf Scharping, zwei Ränge vor Gerhard Schröder. Da kann man wieder sehen: Die gute deutsche Jugend läuft nicht jedem Trend hinterher. Das ist o.k. Oder?

Nicht so gut

Mit der Politik geht es bergab. Der Kanzler schreibt neuerdings Kochbücher, statt zu regieren, und verplempert seine Zeit mit sinnlosen Küchenarbeiten: Er trocknet ab. Sagt er. Wie der High-Tech-Standort Deutschland dann noch gesichert werden soll, wenn nicht einmal Familie Kohl sich eine Geschirrspülmaschine kauft, ist höchst unklar. Vermutlich orientiert sich der Kanzler am Bundespräsidenten, der bekanntlich auch selbst spült (Maggie Thatcher tat nur so, der Spüler vom Dienst war Ehemann Dennis). Lediglich von Oppositionsführer Fischer sind derartige Degenerationserscheinungen nicht bekannt. Wenn allerdings der schwarzgrüne Schmusekurs weitergeht, wissen wir schon, was kommt: Fischer beim Polieren seiner Chianti-Gläser, beim Bürsten seiner Parmesan-Mühle oder beim Schleifen seiner Basilikum-Schere. Das nützt dann wenigstens dem Standort Toscana.

Ganz schlecht

Errore humanum est - horribile dictu, fast wär's uns wieder passiert. Wir meinen natürlich: errare humanum est (ganz zu schweigen davon, dass in errore permanere diabolicum wäre) und denken dabei reumütig an einen Zeitspiegel der vergangenen Woche ("Metamorphose", ZEIT Nr. 39/95). Dort hatte sich ein Drockteufel in einer lateinischen Redewendung ausgetobt, mit der hässlichen Folge, dass zweimal ein "o" stand, wo ein "u" richtig gewesen wäre. Besonders danken möchten wir jenen Lesern, die uns nicht nur freundlich auf den Unfall hinwiesen, sondern uns gleichzeitig weiterhin gutes Gedeihen wünschten - ad multos annos.