Uwe Wesel: "Die zweite Krise", ZEIT Nr. 40

Ich oute mich als ZEIT-Abonnent und zugleich Kreuz-Demo-Teilnehmer von München. Stark verärgert hat mich ein Doppeltes: einmal die toleranzungetrübte Arroganz, mit der Uwe Wesel meint, die Teilnehmer der Demo als treudoofen "Schwarzen Block" lächerlich machen zu sollen. Und zum anderen die Unverschämtheit, in diesem Zusammenhang von einem "Marsch zur Feldherrnhalle" zu sprechen. Wer beim Thema "Kreuzurteil" die Verwilderung der Diskussionssitten beklagt - hier findet er einen deutlichen Beweis.

Dr. Florian Schuller, Bobingen

In der Übersicht "Die wichtigsten Urteile" des Bundesverfassungsgerichts heißt es: "Erich Lüth, Hamburger Senatsdirektor, Jude, hatte aufgerufen . . ." Hierzu muß ich Ihnen mitteilen, daß Erich Lüth weder ein Bürger jüdischen Glaubens noch jüdischer Abstammung war. Diese Richtigstellung halte ich deshalb für erforderlich, da sonst der Einsatz von Erich Lüth für die Aktion "Frieden mit Israel" in ein schiefes Licht geraten würde.

Klaus-Uwe Lüth, Wittmoldt

Der Hamburger Erich Lüth war ein evangelischer Radikaldemokrat und Pazifist, der in der NS-Zeit jüdische Freunde durch NS-Terror und Emigration verlor. Nach 1945 engagierte er sich frühzeitig für die Aussöhnung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel. Von initialer Bedeutung war seine Aktion "Frieden mit Israel" 1951. 1952 wurde er Vorsitzender der Hamburger Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Daher dürfte der Irrtum rühren.

Dr. Horst R. Sassin, Solingen