Straßenmaut, Tunnelgebühren, Sicherheitsabgaben - wer unterwegs ist, wird kräftig zur Kasse gebeten. Erheblich kostspieliger und zugleich riskanter als heute, da meist auch mit körperlichem Schaden verbunden, war das Reisen freilich in den Blütezeiten der Ganoven und Wegelagerer. Mit dem "Phänomen der Räuberbanden", die zwischen 1750 und 1850 in Süddeutschland ihren düsteren Geschäften nachgingen, beschäftigt sich noch bis zum 7. Januar 1996 eine Sonderschau des Badischen Landesmuseums im Karlsruher Schloß (Tel. 0721/926-65 14). "Schurke oder Held? Historische Räuber und Räuberbanden", so der Ausstellungstitel, dokumentiert anhand von mehr als 250 Originalzeugnissen (unser Photo zeigt Eberhard Stammels Bild "La bourse ou la vie!") das Milieu jener frühen Geldeintreiber. Im umfangreichen Rahmenprogramm werden Filme, etwa Michael Curtiz' "Robin Hood" von 1938, Theaterstücke, musikalische Vorführungen und Vorträge geboten. Das Museum ist täglich außer Montag von 10 bis 17 Uhr (Mittwoch bis 20 Uhr) geöffnet, Eintritt 8 Mark. Der informative, 400 Seiten starke Begleitkatalog kostet 45 Mark.