Ein leuchtendroter Glasfisch verrät es: Die exotische Unterwasserlandschaft auf dem ausklappbaren CD-Cover ist nicht echt.

Das Sargasso-Meer liegt in weiter Ferne - aber im Kinderzimmer von Pram im düsteren Birmingham dreht sich die ganze Welt in einem bunten Kaleidoskop musikalischer Einfälle.

Rosie und Max, zuständig für Gesang und Samples, Matthew an der Gitarre, Daren am Schlagzeug und Sam am Baß sind natürlich keine Kinder mehr.

Ihre unbefangene Art, Pop mit den Mitteln der Elektronik zu spielen, erhebt gleichwohl nicht den Anspruch Erwachsener, das technisch Mögliche zu meistern. Nicht selbstherrlich, sondern selbstvergessen benutzen Pram ihren Sampler ganz wörtlich als "elektronischen Klangspeicher" - wie eines von jenen unscheinbaren braunen Zigarrenkästchen, in denen Kinder kleine Schätze sammeln.

Klänge als Glanzbildchen, stilisierte Erinnerungen an eine Welt jenseits der eigenen Realität. Und immer werden die neuesten schönsten Errungenschaften hinzugefügt oder ausgetauscht gegen das, was schon an Reiz verloren hat.

Der Zauber des Exotischen - in der Vielfalt von Prams Instrumentarium scheint sich zu erfüllen, was der CD-Titel verspricht: Nicht nur die als einziges Melodie-Instrument klar akzentuierte Trompete, sondern allerlei obskurer Trödel komplettiert den Sound dieser Band, wird, ungeachtet seiner Herkunft, ins Schatzkistchen gelegt.

Unter Wasser ist die Wahrnehmung verschwommen: Man kann nicht so recht unterscheiden zwischen gewöhnlichem Schlagzeug und Mali-Trommeln, und es ist schwer festzustellen, ob die wabernden Wellen, die fiepsigen Loops, das "Pling-Pling" nun gerade von Glass Hammer, Verdigris-Horns oder gar der Hawaiian Bubble Machine kommen - oder doch aus dem Sampler.