Play it again, Jonathan!

Ladies and Gentlemen, jeder Augenblick in unserem Leben ist bedeutend, hat uns und anderen etwas mitzuteilen und hat auch Schönheit - die kleinste Begebenheit genauso wie das sogenannte große Ereignis. Ich möchte Sie einladen, uns einen dieser Augenblicke aus Ihrem Leben mitzuteilen, das heißt, mit uns zu teilen. Es kann etwas sein, was Sie diese Woche erlebt haben oder letztes Jahr oder als Kind, oder als Sie geträumt haben. Was immer Sie erlebt haben oder erleben wollten: Es wird lebendig, es wird Ihnen hier und jetzt - hier vor Ihren Augen, auf dieser Bühne von Schauspielern vorgespielt. Manchmal ist es nicht einfach, sich Geschichten auszudenken. Viele haben einen Blackout, wenn ich sage, erinnern Sie sich an eine Geschichte aus Ihrem Leben. Ich weiß nicht, ob es Ihnen heute auch so geht oder ob Sie denken: ,Also, ich hätte da schon eine, aber die ist viel zu blöd.` Andere sagen sich vielleicht: ,Ich bin doch nicht doof und packe vor Leuten aus, die ich gar nicht kenne.`"

Lacher im Publikum. Etwa achtzig Leute, unter ihnen ein deutscher Theaterwissenschaftler, sitzen auf Klappstühlen in einem kleinen Bierzelt in New Paltz, zweieinhalb Autostunden von New York entfernt. Gleich hinter dem Berg und den riesigen Wäldern liegt Woodstock, aber hier in New Paltz, Anfang des 18. Jahrhunderts von Pfälzern gegründet, wie auf einer Gedenktafel in der Ortsmitte zu lesen ist, sieht es aus wie in einem deutschen Städtchen am Sonntagnachmittag. Vermutlich verschließen die Einheimischen noch nicht einmal die Haustür, wenn sie zum Festplatz gehen, wo heute Theater stattfindet, "Playback Theatre".

Es ist Sonntag nachmittag, die Sonne scheint. Die Leute, die ins Theaterzelt gekommen sind, die vielen Kids mit der Mega-Popcorntüte, die älteren Ladies in Blümchenkleid und Reebok-Schuhen und die sechzigjährigen Männer, Cowboyhut in den Nacken geschoben und die Bierdose Marke St. Pauli-Girl auf den Knien, sie sehen unheimlich vertrauenerweckend und normal aus - wie die Bewohner von Twin Peaks.

Jonathan Fox, Jahrgang 1943, steht in ausgewaschenen Jeans und Sweatshirt auf einem etwa vierzig Zentimeter hohen, vier Meter breiten und zwei Meter tiefen Podest. "Das ist die Bühne", sagt er. Er steht an der Rampe, streicht die lockigen Haare zurück, kratzt sich an der leicht ergrauten rechten Schläfe, lächelt mit charismatischem Understatement ins Publikum. Schweigen. Verlegenheitslacher. Er soll genauer erläutern, was Playback-Theater ist. Okay! Fox sagt mit sanfter Stimme, daß sein Theater ganz ungefährlich sei. Lacher.

Und dann erfahren die Zuschauer mit vielen "yes, perhaps, maybe, okay" die Spielregeln: Die Zuschauer, aber jeweils nur einer, werden vom "Conductor", dem Spielleiter -, das ist heute Jonathan Fox selber - eingeladen, neben ihm auf einem Klappstuhl Platz zu nehmen. Er zeigt auf die linke Bühnenseite. Yes.

In dem Augenblick, da der Zuschauer sich niederläßt, wird er zum "Teller" und erzählt eine Geschichte: mein erster Schultag, mein erster Kuß, mein letzter Seitensprung, mein letzter Amoklauf. "Egal, was. Hinter jeder noch so banalen Geschichte verbirgt sich ein Mythos."

Vergiß die anderen Zuschauer. Stell dir vor, die Schauspieler spielen deine Geschichte und nur für dich! Aber damit sie dies tun können, sucht der Teller von den acht Schauspielern, die an der Rückseite der Bühne sitzen, zunächst einen aus, der ihn spielen soll, seinen "Doppelgänger". Und dann fragt der Conductor den Teller: Wie beginnt die Geschichte? Welche Personen sind daran beteiligt? Die nötigen Rollen werden mit den anderen Schauspielern besetzt. Es können auch Gegenstände sein. In deiner Geschichte kommt ein Auto vor? Kein Problem! Welcher Schauspieler soll deinen Jeep spielen?

Und gleichgültig, wie die Geschichte verläuft, egal, wie holpernd, stockend oder hektisch der Teller sie erzählt, nach ein paar Minuten fragt der Conductor, was das "Wesentliche" an der Geschichte sei, und fordert ihn auf, es in einem Satz, einem Wort oder mit einer Geste auszudrücken. Und schließlich fragt er den Teller: "Wie endet die Geschichte?"

Der deutsche Theaterwissenschaftler will etwas zur Dekoration, zu den Kostümen wissen. Okay! Die Schauspieler tragen Jeans und bunte T-Shirts. Auf der Bühne stehen ein paar Kisten herum, ein Tisch, fünf Wirtshausstühle. Über einem Stuhl hängen Tücher in allen Regenbogenfarben. Jonathan Fox knüllt ein großes rotes Seidentuch zusammen, bewegt es vor seiner linken Brust rasch auf und ab: "Ich habe Herzklopfen!"

Rechts auf der Bühne sitzt Jo Salas, Jonathans Frau. Sie ist Musiktherapeutin, neben ihr stehen ein paar Instrumente, wie man sie von EurythmieAufführungen kennt. Sie wird die Szene musikalisch untermalen, vielleicht den inneren Rhythmus, die Gefühle des Teller illustrieren. Okay?

Jonathan lächelt abwartend ins Publikum.

"Get a kick!" Die Popcorntüten knistern lauter, nervöses Kichern, Räuspern, ein alter Cowboy verläßt mit seiner St.-Pauli-Girl-Bierdose das Zelt.

Der deutsche Theaterwissenschaftler hat einen Flashback: Gab es das nicht schon einmal? In den sechziger Jahren, in Paul Pörtners "Mitspieltheater" zum Beispiel: In "Drei", 1962 in Ulm uraufgeführt, bestimmten die Theaterbesucher Improvisationsthemen durch Zurufe, in Kriminalstücken wie "Lokaltermin" durften die Zuschauer auf die Frage "Wer ist der Täter?" einfallsreiche Kriminalassistenten mimen und, auf der Suche nach der Tatwaffe, Biedermeierkommoden verrücken.

Noch aufregender waren die siebziger Jahre, denn da wurde von dem Brasilianer Augusto Boal das "Theater der Unterdrückten" erfunden. "Zuschauer - was für ein häßliches Wort!" riefen seine bärtigen Anhänger mit erhobener Faust von der Bühne herab und übereigneten die "Produktionsmittel des Theaters" an alle Unterdrückten der Welt - und die Verantwortung für einen guten oder schlechten Theaterabend auch. Fortan gab es keine Trennung mehr zwischen Schauspielern und Zuschauern, sondern nur noch "Zuschauspieler". Kunst war ein Nebenprodukt. Was zählte, war die kollektive Erfahrung und die Revolution.

Zurück nach New Paltz. Jonathan Fox fragt: "Wer von Ihnen möchte der nächste Erzähler sein?"

Eine ältere Dame im Publikum hebt die Hand. Sie kommt auf die Bühne. Nimmt an der Seitenbühne auf dem Stuhl neben dem Conductor Platz: "Ich hatte eine schwere Operation . . . Krebs . . . ganz plötzlich . . ."

Conductor: "Wer von den Schauspielern hier auf der Bühne soll Sie spielen?"

Die ältere Dame erschrocken: "Mich, Jane?"

Conductor: "Ja, Sie, Jane!"

"Die da!" Zeigt auf Alice. Alice erhebt sich von ihrem Platz an der Rückseite der Bühne.

"Und die andere Schauspielerin daneben."

Conductor: "Und wen genau soll sie spielen?"

Jane: "Sie hat mir dauernd gesagt, ich hätte gesünder leben sollen!"

Conductor: "Wollen Sie dieser Person einen Namen geben?"

Jane: "Nein, lieber nicht!" Lacher im Publikum.

Conductor: "Weitere Freundinnen?"

Jane nachdenklich: "Vielleicht die da . . ."

Conductor: "Und was sagt sie?"

Jane: "Ich hätte gleich zum Frauenarzt gehen sollen." Sally erhebt sich von ihrem Stuhl.

Conductor: "War da noch jemand?"

Jane: "Mein Sohn. Er ist ganz anders. Können Sie das machen?" Deutet auf einen Schauspieler.

Conductor: "Wann war das . . .?"

Jane mit zitternder Stimme: "Vor drei Jahren . . . Ich war noch nie krank, ich war immer das blühende Leben." Pause. Jane beruhigt sich langsam, lächelt den Conductor an.

Conductor: "Wollen Sie noch etwas ergänzen?"

Jane: "So, als würde es nicht reichen, daß ich krank war, wurden mir auch noch Schuldgefühle obendrauf gepackt."

Conductor: "Suchen Sie sich jemanden aus, der die Schuldgefühle spielt!"

Jane: "Die Schuldgefühle? O Gott!" Sie zögert, zeigt dann auf einen jungen Schauspieler. Ron steht auf.

Conductor: "Wo spielt die Szene?"

Jane: "Im Krankenhaus, als ich wieder zur Beobachtung dort war."

Conductor: "Wir müssen das Zimmer einrichten, das Bett, hier auf der Bühne."

Die Schauspieler legen eine Decke in die Bühnenmitte. Die Schauspielerin, die Jane spielt, legt sich hin. Die Freundinnen setzen sich auf Stühle um das Bett. Ron (der die Schuldgefühle darstellen soll) kniet sich hinter die Schauspielerin, die als kranke Jane im Bett liegt.

Conductor: "Und nun schauen Sie genau hin! Ihre Geschichte beginnt!"

Conductor: "Können wir anfangen?" Jane nickt.

Jo Salas spielt leise auf der Violine. Die Szene beginnt.

Freundin A: "Hast du schon gehört? Mrs. Plummer ist gestorben. Krebs . . . Ich glaube, es war der gleiche wie bei dir!"

Jane 2 im Bett: "Dann werde ich ja auch bald sterben."

Freundin B: "Sag so was nicht."

Jane 1, die "Tellerin", beobachtet die Szene von ihrem Stuhl aus mit weit aufgerissenen Augen, ab und zu hüstelt sie, hält sich mit der linken Hand am Stuhl fest. Der Conductor sitzt weiter neben ihr und beobachtet sie.

Freundin A: "Du hättest dich damals sofort operieren lassen sollen."

Jane 2 hustet, will sich im Bett aufrichten, Ron, der die Schuldgefühle verkörpert, drückt sie an den Schultern nieder. Die Freundinnen wiederholen im Chor, immer lauter: "Du hättest dich damals sofort operieren lassen sollen. - Wie oft habe ich gesagt, geh gleich zum Frauenarzt. - Was habe ich dich gewarnt, du sollst gesünder leben!"

Jane 2 kämpft gegen Ron an und schreit immer lauter: "Laßt mich in Ruhe!" Die Stimmen brechen ab, Ron hört auf zu drücken.

Der Sohn kniet neben dem Bett, hält die Hand der Mutter: "Hör nicht auf sie. Sie haben selber soviel Angst."

Die Bühnenmusikerin spielt leise auf der Violine und singt ohne Worte. Jane 1 trocknet sich Tränen. Jonathan Fox legt ihr die Hand auf den Rücken. "Das war eine sehr ernste Geschichte." Die alte Dame lächelt. Längeres Schweigen. Dann Applaus. Jane geht rasch zurück an ihren Platz.

Aber keiner will an diesem Nachmittag mehr der nächste sein! Doch man will nicht so nach Hause gehen. Der Vorschlag eines Schauspielers, gemeinsam zu singen, findet allgemeine Zustimmung. Nach ein paar Countrysongs ist die Vorstellung beendet.

Die Bühne ist rasch abgebaut, die Schauspieler verstauen die Sachen im Kofferraum ihres Autos. See you later. Man verabredet sich bei Jonathan zu Hause. Jonathan Fox macht in New Paltz nicht nur Theater, er lebt hier auch seit 1975 mit seiner Frau und seinen beiden Kindern, zunächst mitten im Ort, jetzt draußen im Wald in einem Blockhaus, zu dem man im Winter manchmal nicht einmal mehr mit dem Auto durchkommt. Jonathan, der aus einer jüdischen Intellektuellenfamilie aus Manhattan, Central Park West, stammt, hat in Harvard klassische Literatur studiert. Er braucht den "rhythm of nature", seit er sich als Fulbright-Stipendiat in Neuseeland einen Magister in Politikwissenschaft erschrieb mit einer Arbeit über Freizeit, vor allem aber seit seinem zweijährigen Aufenthalt in Nepal, an einem Ort, an den bis zu seiner Ankunft kein Ausländer jemals seinen Fuß gesetzt hatte. Das war während der Zeit des Vietnamkriegs, als er sich als Freiwilliger für ein Landwirtschaftsprojekt gemeldet hatte. Okay. Cut.

Wie er auf die Idee mit dem Playback-Theater gekommen sei? Das geht zurück bis Anfang der siebziger Jahre, als ihn Hippies, die gute Eltern sein wollten, fragten, ob er nicht ein Stück für sie schreiben könne. Sie hätten gehört, er habe schon Kinderstücke geschrieben, und er liebe Kinder. Seinen ursprünglichen Wunsch, unbedingt Schriftsteller werden zu müssen, hatte er aber inzwischen schon aufgegeben, und so schlug er vor, es doch gemeinsam zu versuchen. Daraus entstand seine erste Theatergruppe.

"Eines Tages saßen Leute mit uns zusammen unter einem Baum und erzählten Geschichten. Da hatte ich plötzlich die Idee, die Schauspieler aufzufordern, die Geschichten ,auszuagieren`. In dem Augenblick war mir klar: Das ist es. Da mußt du weitermachen."

Und das habe er dann eben gemacht.

Auf Fragen nach theatergeschichtlichen roots und Querverbindungen antwortet Jonathan Fox ausweichend, zum Beispiel zu Augusto Boals "Simultaner Dramaturgie: Zuschauer geben vor, Schauspieler spielen". Bei den Stichworten "Stegreiftheater", "spontanes Theater" nickt Jonathan Fox, beim Begriff "Psychodrama" leuchten seine Augen. Eine halbe Stunde von New Paltz entfernt ist Beacon, von wo aus der Erfinder dieser gruppenpsychotherapeutischen Methode, der Arzt Jacob Levy Moreno, sein Imperium leitete. Um ein paar Ecken ist Jonathan Fox sogar mit der Witwe Morenos verwandt, in Beacon wurde er auch zum Psychodrama-Therapeuten ausgebildet.

Mag es viele roots und Querverbindungen geben, mag die Idee so alt sein wie das Theater selber: Jonathan Fox hatte den genialen Einfall (gemeinsam mit seiner Frau Jo Salas), die Idee zu einem ganzen System auszubauen. Daraus sind inzwischen auch schon zwei Bücher entstanden.

Darüber werden die Theaterwissenschaftler und Psychologen noch viel zu diskutieren und zu schreiben haben: über den "heißen Stuhl des Teller" als Beichtstuhl, elektrischen Stuhl, Schleudersitz oder Thron. Die Schauspieler können die Geschichte des Teller naturalistisch spielen oder mit expressionistisch großen Gesten zelebrieren, sich aufbäumen und die Augen rollen, sie können den Familienroman des Neurotikers als Königsdrama deklamieren, als Broadway-Musical tanzen oder als Soap-opera parodieren.

Doch meist tun die Schauspieler - zumindest die erfahrenen - nichts gegen den Willen des Zuschauers: Sie spielen nicht ungefragt Hamlet, wollen niemanden einer schrecklichen Schandtat überführen. Die Zeiten des harten Encounters sind vorbei, als in Crash-Kursen Charakterpanzer gesprengt, Identitäten "geknackt" wurden.

Jonathan Fox fragt jeden Teller: "Brauchen Sie noch etwas? Wollen Sie noch etwas sagen? Sie haben einen Wunsch frei."

Und wenn dem Teller die Szene nicht gefällt, wenn er sich von den Schauspielern grob mißverstanden fühlt, dann heißt es: Play it again! Der Teller kann die Szene korrigieren. Wenn er es wünscht, spielen die Schauspieler die Geschichte so, wie sie seinen Vorstellungen nach hätte verlaufen sollen, im Theater und im Leben, mit dem nötigen Ernst oder der gewünschten Heiterkeit. Nach den einzelnen Szenen wird nicht viel heruminterpretiert. Meist löst eine Geschichte eine Kettenreaktion aus, eine Geschichte provoziert die nächste. Fox: "Jede Geschichte, jede Theateraufführung ist ein Geschenk - der Schauspieler an den Teller, des Teller an die Schauspieler und an die Zuschauer."

Der relativ sanfte Umgang miteinander rückt das Playback-Theater in die Nähe von Gruppenpsychotherapie: der Zuschauer als Klient. Nur muß er nicht selber arbeiten, das erledigen die Schauspieler für ihn. Psychodrama mit Airbag sozusagen: Der Klient muß sein Familienhorrordrama nicht, wie im Psychodrama üblich, mit den anderen Gruppenmitgliedern als Schauspieler selber inszenieren und als Hauptdarsteller durchleiden. Der tyrannische Vater, die hysterische Mutter, die nägelkauende Schwester, Hunde und Katzen werden nicht auf das Opfer selber, sondern auf seinen Doppelgänger gehetzt. "Jedes wahre zweite Mal befreit vom ersten", hatte Moreno seine Jünger belehrt. Gilt das, wenn es denn überhaupt stimmt, auch fürs Playback-Theater?

"Maybe, vielleicht", sagt Fox zögernd. Beim Begriff "Katharsis" nickt Fox nachdenklich, die Stirn runzelnd. "What ist Katharsis?"

Wie dem auch sei, oft fließen im Playback-Theater Tränen, der Trauer und des Glücks, verlassen Zuschauer den Stuhl des Teller mit dem festen Entschluß, es der Welt zu zeigen. Manchmal sind das dann auch die Momente, in denen am Horizont Piscator und Boal auftauchen, Playback-Theaterszenen zum politischen Forum oder Tribunal werden. Ist Jonathan Fox ein neuer Guru? Maybe, allerdings ohne den hehren inneren Auftrag, mit Theaterrevolutionen Systeme und Regierungen zu stürzen und ohne therapeutischen Heilsanspruch. Das macht ihn und sein Playback-Theater auch so sympathisch. "It's a form of theatre, that's it!" Ist das nicht genug?

Inzwischen gibt es schon Playback-Theatergruppen in der Schweiz, in Köln und Frankfurt - mit T-Shirt, versteht sich -, ein International Playback Theatre Network wurde gegründet, dem Theatergruppen und Einzelpersonen aus siebzehn Ländern angeschlossen sind. Im kleinen New Paltz ist die erste School of Playback Theatre ansässig, mit eigenem Curriculum. Den Sprung ins deutsche Stadttheater-Bewußtsein hat das Playback-Theater allerdings noch nicht geschafft.

Nachts im Bus, auf der Fahrt zurück von New Paltz nach New York, hat der deutsche Theaterwissenschaftler eine Vision: Bernhard Minetti steigt vom Zuschauerraum auf die Bühne des BE und nimmt neben Jonathan Fox auf dem Stuhl als Teller Platz und erzählt eine Geschichte aus seinem Leben - und alle Schauspieler auf der Bühne verwandeln sich in Minetti! Und das Theater wäre gerettet!

 
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