Die Invasion der HelferleinSeite 4/4

Auch in Deutschland gibt es ein paar Programmierer, die sich mit ihren Produkten bemerkbar machen konnten. Zehntausende von Kleinbetrieben, mittelständischen Unternehmen und auch die eine oder andere Abteilung bei Siemens und BASF arbeiten zum Beispiel mit Shareware-Programmen der Mönchengladbacher Firma Gandke & Schubert. Obwohl die Windows-Versionen der Klassiker GS-Auftrag und GS-Fibu gerade erst entwickelt werden, haben zufriedene Benutzer bislang 100 000mal freiwillig bezahlt.

Ein anderer Erfolgsmensch heißt Thomas Mönkemeier und wohnt in Oldenburg. Sein Shareware-Programm vgacopy lebt direkt vom Kopiertrieb der Anwender: Man kann damit ausschließlich Disketten duplizieren. Das Programm gibt es seit sechs Jahren, es kostet fünfzig Mark, und täglich laufen zwischen drei und zehn Bestellungen bei Mönkemeier ein. "Natürlich soll es jeder kopieren", sagt er. "Jeder, der vgacopy benutzt, ist ein wunderbarer Multiplikator - auch wenn er nicht bezahlt."

Das Geheimnis des Erfolges ist es, überall präsent zu sein: Das Programm soll in jeder Mailbox abrufbar sein, in jeder Zeitschrift besprochen werden, auf jede CD-ROM kopiert werden. "Und es lohnt sich immer noch, wenn von einer Million Benutzern meiner Software nur jeder hundertste bezahlt."

Auch dem Vorkoster Carsten Scheibe ist um seine Existenz nicht bang. Vor Arbeit, sagt er, könne er sich kaum noch retten. Und nächstes Jahr, wenn alles klappt, zieht er in ein eigenes Häuschen in der Nähe von Berlin, inklusive Terrarium.

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 02/1996
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