Wer heute einen passenden Namen für ein neues Produkt finden will, muß sich ganz schön anstrengen. Damit keine falsche Konnotation mitklingt oder die Bezeichnung nicht mit einem bereits existierenden Namen kollidiert, müssen sich Juristen und Linguisten gehörig ins Zeug legen - das kostet Zeit und Geld. Die Mercedes-Manager machen es sich leicht. Anstatt wie manch anderer Autohersteller Spezialfirmen mit der mühsamen Suche zu beauftragen, wird der gute Name einfach in Klassen unterteilt. So geschah es auch mit der Neuauflage der mittleren Baureihe, die schlicht E-Klasse genannt wurde. Doch bei den Taufvorbereitungen waren die sparsamen Schwaben wohl etwas lässig. Sonst hätten sie bemerkt, daß das harmonisierte EU-Markenrecht findigen und windigen Zeitgenossen erlaubt, sich recht einfach einen Namen unter den Nagel zu reißen. Ein Landsmann hat sich in Frankreich die Markenbezeichnung Classe E für Autos schützen lassen. Damit die Schwaben ihre E-Klasse dennoch als solche im Nachbarland verkaufen konnten, schoben sie ihm ein erkleckliches Sümmchen rüber. Doch der freche Mensch möchte bei jedem Wagen mitkassieren. Das kann teuer werden. Nach dem Motto: Wer zu spät kommt, der bezahlt den Namen.