1952 - das war das Jahr, in dem Amerika seine Bomber nach Korea schickte, Senator McCarthy Kommunisten und andere Menschen jagte, kalifornische Schulkinder duck and cover übten, Atompilze über der Wüste von Nevada aufstiegen und derlei Häßliches mehr. Aber 1952 war auch das Jahr, in dem Gene Kelly sich aus den Armen seines Mädchens löste und auf die Straße ging, und draußen regnete es, und dazu sang er ein Lied, und das Lied nahm seinen Körper in Besitz und ließ ihn um die Laternen tanzen, durch die Pfützen patschen, mit seinem Regenschirm Kapriolen schlagen, und der Film hieß wie das Lied, und das Lied war die Essenz des Films: "Singin' in the Rain". Nein, Fred Astaire, das brachtest du nicht fertig, auch wenn du an Wänden hoch- und über Dächer hinspazieren konntest - diese Leichtigkeit, diese Kinderlebenslust, diesen Jux und diese Tollereien hatte nur er, Gene Kelly aus Pittsburgh, der eigentlich shortstop bei den Pittsburgh Pirates werden wollte und dann Tänzer wurde, weil er eine Mission hatte: die oberen Zehntausend vom Parkett zu schubsen. "Ich wollte nicht wie ein reicher Mann tanzen. Mein Tanz war der Tanz des Proletariats, die Bewegungen des Volkes. Ich wollte in einem Matrosenanzug auftreten oder in Jeans, wie es meinem sozialen Status entsprach." Das war nur ein Schritt, Gene, im großen Tanz der Geschichte, ein step forward von Astaire zu Elvis und den anderen Halbstarken - aber jetzt, wo du den stairway to paradise hinter dir hast, werden wir an einem Regentag im April oder November die Glotze einschalten und "On the Town", "Ein Amerikaner in Paris" oder "Einladung zum Tanz" mit diesem anderen Blick sehen, den man nur für die Toten hat, und wenn der Film vorbei ist, werden wir auf die Straße gehen und im Regen singen, vielleicht , kann sein, vorbei, nie wieder.