Meinhard Miegel: "Der ausgefranste Arbeitsmarkt", ZEIT Nr. 7

Der Autor müßte darauf hinweisen, daß es nach seiner Prognose sowohl Beamte wie auch langfristig gesicherte Angestellte nicht mehr wird geben können. Das heißt: Die ganze Gesellschaft wird sich umstellen müssen, noch mehr Menschen müßten damit rechnen, mindestens vorübergehend arbeitslos zu sein. Und dann wäre nicht nur die Lernfähigkeit der "Erwerbsbevölkerung" gefragt, sondern dann müßten in der Politik ganz andere Schritte unternommen werden als das Bündnis für Arbeit.

Konrad Thomas, Weissenborn

Heissa, wir haben die Schuldigen an der Arbeitsmarkt-Misere! Die wahren Jobkiller sind die Frauen oder, um im Stile des klugen Professors zu bleiben, die "Erwerbsneigung" der Frauen. Würden nicht Millionen von erwerbsgeneigten Frauen von der Krise unbeirrt ihren Neigungen frönen, neben Kinder-, Haushalts- und Ehefreuden auch noch die der Erwerbstätigkeit zu beanspruchen, wäre "die Zahl der Erwerbspersonen in Westdeutschland rund drei Millionen geringer und damit die Arbeitslosigkeit weit weniger brisant". Endlich spricht einer aus, was Millionen von Männern denken müssen, wenn sie mit dynamischen, selbstbewußten und möglicherweise - o Schreck - besser qualifizierten Frauen konfrontiert sind.

Carola Brand, Beilngries