Bleifreier Friede

Herbert Needleman, Psychiater an der Universität von Pittsburgh, glaubt, eine mögliche Ursache für kindliche Aggression gefunden zu haben: Blei. In einer Studie an mehr als 200 Schuljungen im Alter zwischen sieben und elf Jahren verglich er die Bleibelastung des Körpers mit Berichten über die Verhaltensprobleme der Kinder. Die Gruppe von Schülern, die am häufigsten durch Rangeleien oder Ordnungsverstöße auffiel, war deutlich stärker belastet als ihre friedlicheren Mitschüler. Eine Studie mit vergleichbaren Resultaten hat die amerikanische Soziologin Deborah Denno an afroamerikanischen Kindern durchgeführt. Herbert Needleman aber warnt vor einer vorschnellen Interpretation der Ergebnisse: "Blei ist nicht der Auslöser von Gewalt, sondern einer von vielen Faktoren."

Giftfreie Polster

Karlsruher Forscher haben ein Verfahren entwickelt, um Polyurethan-Schaumstoffe künftig ohne das hochgiftige Gas Phosgen herzustellen. Mit ungiftigne Kohlenstoffverbindungen gelingt der Gruppe um den Chemiker Hans-Joachim Knölker die Synthese von Isocaynaten, die zur Schaumstoffproduktion notwendig sind. Noch ist das Verfahren im industriellen Maßstab teurer als die Isocyanat-Synthese mit Phosgengas. Knölkers Entwicklung aber macht aufwendige Sicherheitsvorkehrungen bei der Herstellung überflüssig und könnte sich langfristig als billiger erweisen.

Ostdeutsche Feldversuche

Das amerikanische Unternehmen Monsanto will jetzt auch in Deutschland gentechnisch veränderte Rapspflanzen freisetzen. Fünf der sechs geplanten Standorte liegen in den neuen Bundesländern. Dort hoffen die Amerikaner offenbar auf geringere Widerstände. Den Zug nach Osten treten auch deutsche Firmen an. So will die AgrEvo östlich von Dresden Raps, Mais und Zuckerrüben anbauen. Wird dies genehmigt, dann muß die Höchst-Schering Tochter AgrEvo Versuche an anderen Orten nur noch anmelden, eine Genehmigung entfällt.